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Gehirn-Computer-Schnittstelle: Neuralink-Träger kann World of Warcraft spielen

Der Brite Jon L. Noble schildert seine Erfahrungen nach 100 Tagen mit Neuralink . Er beschreibt es als genial und süchtig machend.
/ Mike Faust
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Die Computersteuerung fühlt sich laut Noble genauso natürlich an wie mit Maus und Tastatur. (Bild: Andreas Rentz/Getty Images)
Die Computersteuerung fühlt sich laut Noble genauso natürlich an wie mit Maus und Tastatur. Bild: Andreas Rentz/Getty Images

Der britische Neuralinkträger Jon L. Noble kann mit seinem Neuralink-Implantat World of Warcraft spielen. Das gab Noble in einem Beitrag auf X(öffnet im neuen Fenster) bekannt, in dem er seine Erfahrungen der ersten 100 Tage seit dem Einsetzen der Gehirn-Computer-Schnittstelle beschreibt.

Die Operation beschreibt Noble als unkompliziert und auch seine Genesung soll sehr schnell verlaufen sein. Die Ärzte hätten ihm lediglich eine Vollnarkose verabreicht und das Implantat anschließend in seinen motorischen Kortex eingesetzt. Die Platzierung der 1.024 Elektroden erfolgte über kleine Einschnitte und vollautomatisch durch ein Robotersystem.

Bereits einen Tag nach der Operation habe Noble wieder nach Hause gehen können und sich bereits ab dem dritten Tag deutlich besser gefühlt. Am siebten Tag begannen die Narben an seinem Kopf bereits zu verblassen, schreibt er weiter.

Der eigentliche Spaß beginnt

Der "eigentliche Spaß" begann laut Noble in der zweiten Woche nach der Operation. Er koppelte das Neuralink-System mit seinem Macbook und konnte dessen Mauszeiger nach einer Kalibrierung mithilfe der Neuralink-Ingenieure mit seinen Gedanken bewegen. Bereits in der dritten Woche habe sich diese Art der Steuerung, inklusive Mausklicks und Tastatureingaben, für ihn natürlich angefühlt. Die Steuerung soll dabei flüssiger abgelaufen sein, als erwartet wurde.

An Tag 80 startete er schließlich World of Warcraft und spielte zum ersten Mal mit reiner Gedankenkontrolle. Dies fühlte sich laut Noble zunächst noch ungelenk an. Nachdem sein Gehirn und die Schnittstelle aber auch diese Eingaben synchronisiert hatten, "war es einfach magisch" , so Noble. Die komplette Steuerung sei demnach ohne Maus und Tastatur und nur mit seiner Intention erfolgt. Noble beschreibt diese Freiheit als genial und süchtig machend. Nach 100 Tagen könne er sich sein Leben ohne das Implantat nicht mehr vorstellen, so der Brite.

Neuralink wurde von den britischen Behörden im August 2025 zugelassen und daraufhin untersucht, ob eine Steuerung von Computern und Robotern damit sicher möglich ist.


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