Abo
  • Services:

Geheimhaltungsverträge: Was es heißt, Zulieferer für Apple zu sein

Wer mit Apple zusammenarbeitet, kann gute Geschäfte machen - oder pleitegehen, wie der Saphirglashersteller GTAT erfahren musste. Aus Gerichtsdokumenten geht erstmals hervor, wie weit Apple das Tagesgeschäft eines Lieferanten kontrolliert, und wie paranoid das Unternehmen dabei vorgeht.

Artikel von veröffentlicht am
Die Apple Watch sollte mit Saphirglas bestückt sein.
Die Apple Watch sollte mit Saphirglas bestückt sein. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Zwei Firmen arbeiten zusammen: Unternehmen A will ein Produkt herstellen, für das Unternehmen B ein Bauteil liefern soll. Dafür schließt man einen Vertrag - soweit, so normal. Wenn Unternehmen A aber mit vollem Namen Apple heißt, kommen noch etliche weitere Verträge hinzu, die zahlreiche Maßnahmen zur Geheimhaltung der Zusammenarbeit vorschreiben. Sie reichen so weit, dass nicht einmal der Name von Unternehmen A genannt werden darf.

Inhalt:
  1. Geheimhaltungsverträge: Was es heißt, Zulieferer für Apple zu sein
  2. Volle Kontrolle über fremde Unternehmen
  3. Ungewollter Technologietransfer

Das geht aus Gerichtsdokumenten hervor, die im Falle des Gläubigerschutzes für GT Advanced Technologies (GTAT) nun veröffentlicht wurden. GTAT sollte Saphirglas herstellen, das nach unbestätigten Angaben für manche Versionen der Apple Watch verwendet werden sollte. Nur gut ein Jahr, nachdem die letzten Verträge unterschrieben waren, war GTAT insolvent. Das Unternehmen und Apple einigten sich schließlich auf einen Vergleich.

  • 50 Millionen US-Dollar pro Indiskretion. (Screenshot: Golem.de)
  • Das ARPA überstimmt alle anderen Veträge. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Vorschriften für den einzelnen Mitarbeiter - Apple darf nicht genannt werden. (Screenshot: Golem.de)
  • Zahlreiche Teile von Apple-Geräten, hier ein iPhone 6, stammen von Zulieferern. (Bild: iFixit)
  • Apple will immer einen um 5 Prozent günstigeren Preis. (Screenshot: Golem.de)
Zahlreiche Teile von Apple-Geräten, hier ein iPhone 6, stammen von Zulieferern. (Bild: iFixit)

Die Unterlagen geben erstmals einen tiefen Einblick in die Art, wie Apple mit seinen Zulieferern Geschäfte macht, und was der iPhone-Hersteller seinen vermeintlichen Partnern alles vorschreibt. Unter anderem ist bei Gigaom ein PDF zu finden, das ganze 16 Einzelverträge zwischen Apple und GTAT enthält, sie sind im Volltext und fast ohne Schwärzungen lesbar. Nur Preise für Produkte und manche Firmennamen sind unkenntlich. Das Gericht hatte zuvor entschieden, dass damit keine Geschäftsgeheimnisse der beiden Firmen verraten werden würden.

  • 50 Millionen US-Dollar pro Indiskretion. (Screenshot: Golem.de)
  • Das ARPA überstimmt alle anderen Veträge. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Vorschriften für den einzelnen Mitarbeiter - Apple darf nicht genannt werden. (Screenshot: Golem.de)
  • Zahlreiche Teile von Apple-Geräten, hier ein iPhone 6, stammen von Zulieferern. (Bild: iFixit)
  • Apple will immer einen um 5 Prozent günstigeren Preis. (Screenshot: Golem.de)
Das ARPA überstimmt alle anderen Veträge. (Screenshot: Golem.de)

Drei der Verträge betreffen nur die Geheimhaltung. Schon der erste, "Confidentiality Agreement", ist dabei recht restriktiv. Er beschreibt, dass schlicht alles, was die Zusammenarbeit betrifft, nicht an die Öffentlichkeit geraten darf. Zudem räumt sich Apple das Recht ein, alle "Ideen, Vorschläge oder Empfehlungen" ohne Zahlung von Lizenzen für seine Produkte zu verwenden. Jede vertrauliche Information, die Apple seinem Zulieferer übermittelt, muss dieser fünf Jahre lang geheim halten. Und wenn Apple es verlangt, muss sein neuer Partner binnen 10 Tagen alle Unterlagen zurückgeben oder den Nachweis erbringen, dass sie vernichtet wurden. Wie nicht aus den Verträgen, aber einen anderen Gerichtsdokument (PDF) von GTAT hervorgeht, beträgt die Vertragsstrafe pro Indiskretion 50 Millionen US-Dollar.

Stellenmarkt
  1. Notion Systems GmbH, Schwetzingen
  2. ACS PharmaProtect GmbH, Berlin

Dass ein Apple-Lieferant auch dazu angehalten ist, seinen eigenen Mitarbeitern zu misstrauen, ist im "Apple Restricted Project Agreement" (ARPA) festgehalten. Nur Kollegen, die von Apple wie bei Geheimdiensten eine Art Unbedenklichkeitserklärung erhalten haben, dürfen mit den Informationen hantieren. Dazu muss der Zulieferer vorab Namenslisten an Apple übermitteln. Werden die dort genannten Personen als vertrauenswürdig eingestuft, so müssen sie noch eine Erklärung unterschreiben - unklar ist, ob damit ein Vertrag zwischen dem einzelnen Mitarbeiter und Apple zustande kommt.

Volle Kontrolle über fremde Unternehmen 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. 259,00€
  2. (u. a. One 219,99€)
  3. 699€ (PCGH-Preisvergleich ab 755€)

Zeitvertreib 17. Nov 2014

Das ist ja auch kein Problem. Jeder will sein aktives Fenster im Vordergrund. Jedoch...

format 16. Nov 2014

Dann kann man sich wohl auf nichts verlassen und nie einen Vertrag unterschreiben...

Atalanttore 13. Nov 2014

und ein Verantwortungsgefühl gegenüber ihren schlecht bezahlten Mitarbeitern...

Anonymer Nutzer 13. Nov 2014

Na, sooo besonders ist das alles nun wirklich nicht. Die Preisklausel hat Apple bei der...

Loxxx 12. Nov 2014

Hast Du ein Unternehmen? Mündliche Absprachen à la "Keine Sorge, wenn die...


Folgen Sie uns
       


Red Dead Redemption 2 auf der Xbox One X - Golem.de live

Wir zeigen auf zahlreich geäußerten Wunsch Red Dead Redemption 2 im Livestream auf der Xbox One X. In der Aufzeichung kommen die Details des zum Teil in 4K hereingezoomten Bildausschnittes gut zur Geltung.

Red Dead Redemption 2 auf der Xbox One X - Golem.de live Video aufrufen
Gaming-Tastaturen im Test: Neue Switches für Gamer und Tipper
Gaming-Tastaturen im Test
Neue Switches für Gamer und Tipper

Corsair und Roccat haben neue Gaming-Tastaturen auf den Markt gebracht, die sich vor allem durch ihre Switches auszeichnen. Im Test zeigt sich, dass Roccats Titan Switch besser zum normalen Tippen geeignet ist, aber nicht an die Geschwindigkeit des Corsair-exklusiven Cherry-Switches herankommt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Azio RCK Retrotastatur wechselt zwischen Mac und Windows-Layout
  2. OLKB Planck im Test Winzig, gerade, programmierbar - gut!
  3. Alte gegen neue Model M Wenn die Knickfedern wohlig klackern

Mars Insight: Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars
Mars Insight
Nasa hofft auf Langeweile auf dem Mars

Bei der Frage, wie es im Inneren des Mars aussieht, kann eine Raumsonde keine spektakuläre Landschaft gebrauchen. Eine möglichst langweilige Sandwüste wäre den beteiligten Wissenschaftlern am liebsten. Der Nasa-Livestream zeigte ab 20 Uhr MEZ, dass die Suche nach der perfekten Langeweile tatsächlich gelang.

  1. Astronomie Flüssiges Wasser auf dem Mars war Messfehler
  2. Mars Die Nasa gibt den Rover nicht auf
  3. Raumfahrt Terraforming des Mars ist mit heutiger Technik nicht möglich

Autonome Schiffe: Und abends geht der Kapitän nach Hause
Autonome Schiffe
Und abends geht der Kapitän nach Hause

Weite Reisen in ferne Länder, eine Braut in jedem Hafen: Klischees über die Seefahrt täuschen darüber hinweg, dass diese ein Knochenjob ist. Doch in wenigen Jahren werden Schiffe ohne Besatzung fahren, überwacht von Steuerleuten, die nach dem Dienst zur Familie zurückkehren. Daran arbeitet etwa Rolls Royce.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Elektromobilität San Francisco soll ein Brennstoffzellenschiff bekommen
  2. Yara Birkeland Autonome Schiffe sind eine neue Art von Transportsystem
  3. Power Pac Strom aus dem Container für Ozeanriesen

    •  /