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Die Apple Watch sollte mit Saphirglas bestückt sein.
Die Apple Watch sollte mit Saphirglas bestückt sein. (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Ungewollter Technologietransfer

Nicht restriktiv, sondern aus Apples Sicht sehr clever ist eine Bestimmung des Vertrages, der die Konditionen über die Lieferung von Bauteilen bestimmt. Wenn der Hersteller nicht genügend Teile in der von Apple geforderten Qualität liefern kann, hat er 10 Tage Zeit, das nachzuholen. Nach dieser Frist kann Apple sich die Teile bei einem anderen Unternehmen besorgen.

Dabei darf Apple sämtliche durch die bisherige Zusammenarbeit gewonnenen Informationen verwenden, nur um die konstante Versorgung mit Komponenten zu sichern. Lizenzzahlungen oder Ähnliches werden dadurch weder für Apple noch den neuen Lieferanten fällig. Für den bisherigen Zulieferer kann das also bedeuten, dass ein Konkurrent kritische Geschäftsgeheimnisse erhält - ein Vorgang, den der ursprüngliche Partner wohl unbedingt vermeiden will.

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Auch, von wem ein Zulieferer Waren oder Dienstleistungen bezieht, kann Apple bestimmen. Das ist in einer eigenen Bestimmung des Liefervertrages festgehalten. Dabei kann der Lieferant aber von den Konditionen profitieren, die Apple bei dem anderen Unternehmen bisher erhalten hatte. Im Falle von GTAT ist aber nach Vorwürfen des insolventen Zulieferers auch das schiefgegangen, unter anderem soll Apple vorgeschrieben haben, welche Maschinen zur Produktion von Saphirglas verwendet werden sollen, und auch die Verträge mit Energieversorgern selbst ausgehandelt haben. In der Konsequenz sollen die Kosten weit über dem gelegen haben, was GTAT ursprünglich geplant hatte.

Wozu das alles?

Die extreme Geheimhaltung hat bei Apple Methode, und zwar schon sehr lange. Immer wieder beschwerte sich das Unternehmen, andere Firmen - früher vor allem Microsoft, heute Samsung - würden seine Produkte kopieren. Um innovativ zu erscheinen, setzt Apple immer wieder neue Technologien ein, die aber oft andere entwickelt haben. Seien es die hoch aufgelösten Displays von iPhone und iPad, bei Apple Retina genannt, oder Fingerabdruckscanner, um nur zwei Beispiele zu nennen.

  • 50 Millionen US-Dollar pro Indiskretion. (Screenshot: Golem.de)
  • Das ARPA überstimmt alle anderen Veträge. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Vorschriften für den einzelnen Mitarbeiter - Apple darf nicht genannt werden. (Screenshot: Golem.de)
  • Zahlreiche Teile von Apple-Geräten, hier ein iPhone 6, stammen von Zulieferern. (Bild: iFixit)
  • Apple will immer einen um 5 Prozent günstigeren Preis. (Screenshot: Golem.de)
50 Millionen US-Dollar pro Indiskretion. (Screenshot: Golem.de)

Bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen wie GTAT, die nur eine bestimmte Produktkategorie herstellen, ist ein Bekanntwerden der Kooperation für Apples Konkurrenten ein deutlicher Hinweis, dass eine bestimmte Technik in einem künftigen Apple-Produkt vorhanden sein wird. Schon früher wurde bekannt, dass auch die Entwickler bei Apple selbst dabei unter größter Geheimhaltung arbeiten müssen - bestritten hat das das Unternehmen nie.

Das alles dient aber nicht nur dazu, als Erster mit einer bestimmten Funktion oder gar einer Produktkategorie am Markt vertreten zu sein. Es ist auch Teil von Apples Marketing, Produkte in der Regel erst unmittelbar vor Verfügbarkeit zu zeigen: Das erzeugt einen Hype, bei dem die potenziellen Kunden gar nicht lange nachdenken und mit anderen Produkten vergleichen können, bevor sie sich entscheiden.

Die hohen Kosten für solche Geheimhaltung spart Apple auf der anderen Seite wieder ein, weil es außer seinen eigenen Veranstaltungen keine großen Messeauftritte und bis zur Verfügbarkeit eines Produkts keine Werbung bezahlen muss. Wie die Verträge mit GTAT zeigen, wird ein Teil des Risikos und auch der Kosten aber auf die Zulieferer abgewälzt. Es scheint, als orientiere sich Apple dabei an dem 1996 vom Intel-Mitbegründer Andy Grove veröffentlichten Buch "Only the paranoid survive" - nur die Paranoiden überleben. Das hat man in Cupertino wohl mehr als einmal gelesen.

 Volle Kontrolle über fremde Unternehmen

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Zeitvertreib 17. Nov 2014

Das ist ja auch kein Problem. Jeder will sein aktives Fenster im Vordergrund. Jedoch...

format 16. Nov 2014

Dann kann man sich wohl auf nichts verlassen und nie einen Vertrag unterschreiben...

Atalanttore 13. Nov 2014

und ein Verantwortungsgefühl gegenüber ihren schlecht bezahlten Mitarbeitern...

cicero 13. Nov 2014

Na, sooo besonders ist das alles nun wirklich nicht. Die Preisklausel hat Apple bei der...

Loxxx 12. Nov 2014

Hast Du ein Unternehmen? Mündliche Absprachen à la "Keine Sorge, wenn die...



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  1. Re: Warum ich die Golem Werbung blocke ..

    otraupe | 06:53

  2. Deswegen hat man sich damals unterhalten

    Klausens | 06:50

  3. Re: sieht trotzdem ...

    ArcherV | 06:45

  4. Re: Ich habe einfach kein Interesse an Werbung

    otraupe | 06:44

  5. Re: Ich habe da immer so ein dummes Gefühl

    Prinzeumel | 06:37


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