Ungewollter Technologietransfer

Nicht restriktiv, sondern aus Apples Sicht sehr clever ist eine Bestimmung des Vertrages, der die Konditionen über die Lieferung von Bauteilen bestimmt. Wenn der Hersteller nicht genügend Teile in der von Apple geforderten Qualität liefern kann, hat er 10 Tage Zeit, das nachzuholen. Nach dieser Frist kann Apple sich die Teile bei einem anderen Unternehmen besorgen.

Stellenmarkt
  1. Teamleiter*in Embedded Systems und Services
    SENEC GmbH, Leipzig, Home-Office
  2. Softwareentwickler (m/w/d) - Schwerpunkt Visualisierung
    Dorst Technologies GmbH & Co. KG, Kochel am See
Detailsuche

Dabei darf Apple sämtliche durch die bisherige Zusammenarbeit gewonnenen Informationen verwenden, nur um die konstante Versorgung mit Komponenten zu sichern. Lizenzzahlungen oder Ähnliches werden dadurch weder für Apple noch den neuen Lieferanten fällig. Für den bisherigen Zulieferer kann das also bedeuten, dass ein Konkurrent kritische Geschäftsgeheimnisse erhält - ein Vorgang, den der ursprüngliche Partner wohl unbedingt vermeiden will.

Auch, von wem ein Zulieferer Waren oder Dienstleistungen bezieht, kann Apple bestimmen. Das ist in einer eigenen Bestimmung des Liefervertrages festgehalten. Dabei kann der Lieferant aber von den Konditionen profitieren, die Apple bei dem anderen Unternehmen bisher erhalten hatte. Im Falle von GTAT ist aber nach Vorwürfen des insolventen Zulieferers auch das schiefgegangen, unter anderem soll Apple vorgeschrieben haben, welche Maschinen zur Produktion von Saphirglas verwendet werden sollen, und auch die Verträge mit Energieversorgern selbst ausgehandelt haben. In der Konsequenz sollen die Kosten weit über dem gelegen haben, was GTAT ursprünglich geplant hatte.

Wozu das alles?

Die extreme Geheimhaltung hat bei Apple Methode, und zwar schon sehr lange. Immer wieder beschwerte sich das Unternehmen, andere Firmen - früher vor allem Microsoft, heute Samsung - würden seine Produkte kopieren. Um innovativ zu erscheinen, setzt Apple immer wieder neue Technologien ein, die aber oft andere entwickelt haben. Seien es die hoch aufgelösten Displays von iPhone und iPad, bei Apple Retina genannt, oder Fingerabdruckscanner, um nur zwei Beispiele zu nennen.

  • 50 Millionen US-Dollar pro Indiskretion. (Screenshot: Golem.de)
  • Das ARPA überstimmt alle anderen Veträge. (Screenshot: Golem.de)
  • Die Vorschriften für den einzelnen Mitarbeiter - Apple darf nicht genannt werden. (Screenshot: Golem.de)
  • Zahlreiche Teile von Apple-Geräten, hier ein iPhone 6, stammen von Zulieferern. (Bild: iFixit)
  • Apple will immer einen um 5 Prozent günstigeren Preis. (Screenshot: Golem.de)
50 Millionen US-Dollar pro Indiskretion. (Screenshot: Golem.de)
Golem Karrierewelt
  1. IT-Grundschutz-Praktiker mit Zertifikat: Drei-Tage-Workshop
    21.-23.11.2022, Virtuell
  2. Angular für Einsteiger: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    26./27.09.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Bei der Zusammenarbeit mit Unternehmen wie GTAT, die nur eine bestimmte Produktkategorie herstellen, ist ein Bekanntwerden der Kooperation für Apples Konkurrenten ein deutlicher Hinweis, dass eine bestimmte Technik in einem künftigen Apple-Produkt vorhanden sein wird. Schon früher wurde bekannt, dass auch die Entwickler bei Apple selbst dabei unter größter Geheimhaltung arbeiten müssen - bestritten hat das das Unternehmen nie.

Das alles dient aber nicht nur dazu, als Erster mit einer bestimmten Funktion oder gar einer Produktkategorie am Markt vertreten zu sein. Es ist auch Teil von Apples Marketing, Produkte in der Regel erst unmittelbar vor Verfügbarkeit zu zeigen: Das erzeugt einen Hype, bei dem die potenziellen Kunden gar nicht lange nachdenken und mit anderen Produkten vergleichen können, bevor sie sich entscheiden.

Die hohen Kosten für solche Geheimhaltung spart Apple auf der anderen Seite wieder ein, weil es außer seinen eigenen Veranstaltungen keine großen Messeauftritte und bis zur Verfügbarkeit eines Produkts keine Werbung bezahlen muss. Wie die Verträge mit GTAT zeigen, wird ein Teil des Risikos und auch der Kosten aber auf die Zulieferer abgewälzt. Es scheint, als orientiere sich Apple dabei an dem 1996 vom Intel-Mitbegründer Andy Grove veröffentlichten Buch "Only the paranoid survive" - nur die Paranoiden überleben. Das hat man in Cupertino wohl mehr als einmal gelesen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Volle Kontrolle über fremde Unternehmen
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Zeitvertreib 17. Nov 2014

Das ist ja auch kein Problem. Jeder will sein aktives Fenster im Vordergrund. Jedoch...

format 16. Nov 2014

Dann kann man sich wohl auf nichts verlassen und nie einen Vertrag unterschreiben...

Atalanttore 13. Nov 2014

und ein Verantwortungsgefühl gegenüber ihren schlecht bezahlten Mitarbeitern...

Anonymer Nutzer 13. Nov 2014

Na, sooo besonders ist das alles nun wirklich nicht. Die Preisklausel hat Apple bei der...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Hacking
Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher

Mit einer neuen Version des Bad-USB-Sticks Rubber Ducky lassen sich Rechner noch leichter angreifen und neuerdings auch heimlich Daten ausleiten.

Hacking: Der Bad-USB-Stick Rubber Ducky wird noch gefährlicher
Artikel
  1. Sprachanschlüsse: Telekom erhöht die Preise
    Sprachanschlüsse
    Telekom erhöht die Preise

    Wer nur telefonieren will, muss bei der Telekom etwas mehr zahlen. Das betrifft die Call-Start-Tarife.

  2. E-Mountainbike Graveler 29 Zoll: Aldi verkauft Mountain-E-Bike von Prophete
    E-Mountainbike Graveler 29 Zoll
    Aldi verkauft Mountain-E-Bike von Prophete

    Aldi bietet ein sportliches E-Bike für knapp 1.000 Euro an. Das Graveler 29 Zoll ist für unwegsames Gelände und die Stadt gedacht und dabei recht leicht.

  3. Der Herr der Ringe: Filme, Spiele und Sauron-Quietscheentchen
    Der Herr der Ringe
    Filme, Spiele und Sauron-Quietscheentchen

    Abgesehen von den Buchrechten bekommt Mittelerde einen neuen Besitzer. Golem.de stellt schöne und schräge Lizenzprodukte vor.
    Von Peter Steinlechner

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • 10%-Gaming-Gutschein bei eBay • Grafikkarten zu Tiefpreisen (Palit RTX 3090 Ti 1.391,98€, Zotac RTX 3090 1.298,99€, MSI RTX 3080 Ti 1.059€) • PS5 bei Amazon • HP HyperX Gaming-Maus 29€ statt 99€ • MindStar (ASRock RX 6900XT 869€) • Bester 2.000€-Gaming-PC [Werbung]
    •  /