Abo
  • Services:

Geheime Überwachung: Der Kanarienvogel von Riseup singt nicht mehr

Mit einer Canary-Botschaft wollen Unternehmen und Webseiten Nutzer über geheime Überwachungsanordnungen aufklären. Im Falle von Riseup.net sorgt eine ausbleibende Botschaft für Verunsicherung - auch, wenn der Betreiber zur Ruhe rät.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Kanarienvogel.
Ein Kanarienvogel. (Bild: Rigoriron/CC-BY-SA 3.0)

Der Kommunikationsprovider Riseup.net hat seine Warrant-Canary-Meldung seit August nicht erneuert - was aktuell zu zahlreichen Spekulationen und Ängsten rund um den besonders bei Aktivisten beliebten Dienst führt. Riseup ist kein Unternehmen, sondern ein Kollektiv, dass die Dienstleistungen ohne Profitorienierung anbietet und daher auf Spenden angewiesen ist.

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Stuttgart
  2. CSL Behring GmbH, Marburg, Hattersheim am Main

Mit einem sogenannten Warrant Canary versuchen verschiedene Dienste, ihre Nutzer besser über geheime staatliche Überwachungsmaßnahmen zu informieren. Vor allem in den USA ist es Providern in der Regel verboten, Informationen über National Security Letters oder ähnliche Anforderungen von Daten zu veröffentlichen.

Ein Warrant Canary enthält in der Regel eine PGP signierte Botschaft mit dem Inhalt, das seit einem spezifizierten Datum keine entsprechenden Anordnungen ergangen sind. Meist werden noch aktuelle Überschriften aus verschiedenen aktuellen Medien in die Botschaft kopiert, um auszuschließen, dass es sich um vorbereitete Berichte handelt.

Beruhigungstaktik wirkt nicht

Riseup selbst versucht, die aufgeregten Nutzer zu beruhigen. Mit einigen kryptischen Tweets über Kolibris und der Botschaft, dass es keinen Grund zur Panik gebe trägt das Kollektiv aber nicht unbedingt dazu bei, weitere Spekulationen zu verhindern. Genauere Informationen sollen "zu einem späteren Zeitpunkt" folgen.

Unabhängig von den aktuellen Vorgängen empfiehlt Riseup den Nutzern, stets lokale Kopien der eigenen Daten vorzuhalten, etwa per Pop3 oder Imap-Archiv bei den E-Mails. Im Notfall werde man den Dienst eher komplett abschalten, als Daten an Ermittlungsbehörden weiterzugeben. Aktuell ist aber nach den Aussagen auf Twitter keine derartige Maßnahme geplant, man habe "volle Kontrolle über die eigenen Systeme"

Riseup steht tatsächlich unter Beobachtung der Behörden. Im Jahr 2012 hatte die US-Bundespolizei FBI einen anonymen Remail-Server von Riseup beschlagnahmt, auf dem sich nach Angaben des Kollektivs jedoch keinerlei Nutzerdaten befanden. Der Server wurde schließlich zurückgegeben, aber nicht wieder in die Riseup-Systeme integriert.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 699,00€
  2. 699,00€
  3. 119,90€
  4. 19,99€

Trollversteher 29. Nov 2016

Na, wenn man so einen nachweislich völlig unsinnigen Blödsinn von sich gibt, dann darf...

Stepinsky 29. Nov 2016

Äh, von was redest du?

grslbr 28. Nov 2016

1. Entgegen vieler Meldungen ist Riseup keine Firma. Keine Gewinne werden erwirtschaftet...


Folgen Sie uns
       


Bose Sleepbuds - Test

Stille Nacht? Die Bose Sleepbuds begegnen nächtlichen Störgeräuschen mit einem Klangteppich, wir haben sie ausprobiert.

Bose Sleepbuds - Test Video aufrufen
Datenschutz: Nie da gewesene Kontrollmacht für staatliche Stellen
Datenschutz
"Nie da gewesene Kontrollmacht für staatliche Stellen"

Zur G20-Fahndung nutzt Hamburgs Polizei eine Software, die Gesichter von Hunderttausenden speichert. Schluss damit, sagt der Datenschutzbeauftragte - und wird ignoriert.
Ein Interview von Oliver Hollenstein

  1. Brexit-Abstimmung IT-Wirtschaft warnt vor Datenchaos in Europa
  2. Österreich Post handelt mit politischen Einstellungen
  3. Digitalisierung Bär stößt Debatte um Datenschutz im Gesundheitswesen an

IT-Jobs: Ein Jahr als Freelancer
IT-Jobs
Ein Jahr als Freelancer

Sicher träumen nicht wenige festangestellte Entwickler, Programmierer und andere ITler davon, sich selbstständig zu machen. Unser Autor hat vor einem Jahr den Schritt ins Vollzeit-Freelancertum gewagt und bilanziert: Vieles an der Selbstständigkeit ist gut, aber nicht alles. Und: Die Freiheit des Freelancers ist relativ.
Ein Erfahrungsbericht von Marvin Engel

  1. Job-Porträt Cyber-Detektiv "Ich musste als Ermittler über 1.000 Onanie-Videos schauen"
  2. Bundesagentur für Arbeit Ausbildungsplätze in der Informatik sind knapp
  3. IT-Jobs "Jedes Unternehmen kann es besser machen"

IT-Sicherheit: 12 Lehren aus dem Politiker-Hack
IT-Sicherheit
12 Lehren aus dem Politiker-Hack

Ein polizeibekanntes Skriptkiddie hat offenbar jahrelang unbemerkt Politiker und Prominente ausspähen können und deren Daten veröffentlicht. Welche Konsequenzen sollten für die Sicherheit von Daten aus dem Datenleak gezogen werden?
Eine Analyse von Friedhelm Greis

  1. Datenleak Ermittler nehmen Verdächtigen fest
  2. Datenleak Politiker fordern Pflicht für Zwei-Faktor-Authentifizierung
  3. Politiker-Hack Wohnung in Heilbronn durchsucht

    •  /