Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Geheimdienstzugriff: Microsoft hostet Cloud-Dienste lieber bei der Telekom

Microsoft wird seine Cloud -Dienste in Deutschland bei der Deutschen Telekom hosten, um den US-Geheimdiensten zu entgehen. Kunden können sich dafür entscheiden, Azure , Office 365 und Dynamics CRM von Servern in Magdeburg und Frankfurt zu nutzen.
/ Achim Sawall
25 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Satya Nadella in Berlin (Bild: Benjamin Sterbenz/Golem.de)
Satya Nadella in Berlin Bild: Benjamin Sterbenz/Golem.de

Microsoft wird seine Dienste Azure, Office 365 und Dynamics CRM Online künftig auch aus Rechenzentren der Telekom in Magdeburg und Frankfurt am Main anbieten. "Kunden können weiterhin unsere öffentlichen, privaten und hybriden Cloud-Lösungen nutzen oder sich dafür entscheiden, unsere Services aus deutschen Rechenzentren zu beziehen und den Zugang zu ihren Daten durch einen deutschen Datentreuhänder kontrollieren zu lassen" , erklärte(öffnet im neuen Fenster) Microsoft-Chef Satya Nadella am 11. November 2015 in Berlin.

Die neuen Cloud-Dienste werden ab der zweiten Jahreshälfte 2016 verfügbar gemacht. Sie stehen auch Kunden aus anderen europäischen Ländern zur Verfügung, erklärte Microsoft. Microsoft bietet die Produkte aus den Rechenzentren in Deutschland an und übernimmt Kunden- und technischen Support.

"Wir übernehmen die Rolle des Treuhänders für die Daten der Kunden von Microsoft" , erklärte Anette Bronder, Director der Digital Division von T-Systems. Die Telekom verantworte den Schutz der Kundendaten und den Zugriff darauf.

Streit um Zugriff von US-Behörden auf Rechenzentren in Europa

Telekom-Sprecher Frank Leibiger sagte Golem.de: "Bei dem Angebot handelt es sich um eine Microsoft-Infrastruktur. Wir haben jetzt die Cisco Intercloud, die Open Telekom Cloud auf Basis von Huawei, die vCloud von VMware und jetzt die Microsoft-Cloud für Azure."

Im Streit über den Zugriff von US-Behörden auf Rechenzentren in Europa und Microsoft steht eine Entscheidung noch aus. Solange das Berufungsverfahren laufe, wollte Microsoft die von US-Ermittlungsbehörden geforderten E-Mail-Daten aus seinem Rechenzentrum in Irland nicht herausgeben, wurde im August 2014 erklärt.


Relevante Themen