Geheimdienste und Bundeswehr: Masterstudiengang für Staatshacker gestartet

Bundeswehr und Nachrichtendienste haben einen großen Bedarf an IT-Experten. Ein neuer Studiengang soll nun Master of Intelligence and Security Studies ausbilden. Auch für die Wirtschaft könnte er künftig offenstehen.

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Die Universität der Bundeswehr in München bildet auch Master of Intelligence aus.
Die Universität der Bundeswehr in München bildet auch Master of Intelligence aus. (Bild: DistanceRunner/CC-BY-SA 3.0)

Bundeswehr und deutsche Nachrichtendienste haben einen eigenen Studiengang für IT-Experten begonnen. Der Studiengang Master of Intelligence and Security Studies (MISS) sei am Montag an der Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung und der Universität der Bundeswehr München gestartet, teilte die Bundesregierung mit. Im ersten Semester sollen 60 bis 70 Studenten aufgenommen werden, hatte der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Bruno Kahl, im vergangenen November in einer Bundestagsanhörung gesagt (Video, ab 2:34:20).

Davon solle die Bundeswehr 50 Studenten stellen, der BND 10, hatte Kahl erläutert. Zudem stünden weitere Studienplätze dem Bundesamt für Verfassungsschutz und dem Militärischen Abschirmdienst zur Verfügung. "In weiterer Zukunft ist es durchaus vorstellbar, dass auch Ministerien und dass auch teilweise die Wirtschaft Studenten in diesen Studiengang etablieren kann", hatte Kahl gesagt. Der Studiengang sei notwendig, um auf andere Länder in akademischer Hinsicht aufzuschließen.

Der Studiengang stehe "für eine umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Arbeit der Nachrichtendienste und deren Zusammenarbeit insbesondere mit dem Militärischen Nachrichtenwesen der Bundeswehr", sagte der Beauftragte der Bundesregierung für die Nachrichtendienste des Bundes, Staatssekretär Johannes Geismann. Ziel sei es, "die Professionalisierung der nachrichtendienstlichen und sicherheitsbezogenen Ausbildung weiter voranzutreiben und die Forschung durch die Einrichtung spezifischer Professuren zu fördern". Die Initiative gehe auf eine Zusammenarbeit zwischen dem Bundeskanzleramt sowie dem Bundesministerium der Verteidigung und dem Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat zurück.

Der Präsenzstudiengang sei auf zwei Jahre ausgelegt. Je nach Studienschwerpunkt werde am Ende ein Master of Arts (M.A.) oder ein Master of Science (M.Sc.) als akademischer Abschlussgrad im Fachgebiet Intelligence and Security Studies verliehen.

Die Hochschule des Bundes für öffentliche Verwaltung verfügt der Mitteilung zufolge über umfangreiche Erfahrungen in der nachrichtendienstlichen Aus- und Fortbildung. Die Universität der Bundeswehr München ergänze das Studienangebot in den Bereichen Big-Data-Analyse, Cyber-Sicherheit und Internationale Politik. Die Studenten sollten sich auch mit ethischen Fragestellungen beschäftigen.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hatte im Oktober 2016 die Abteilung Cyber- und Informationstechnik (CIT) der Bundeswehr gegründet. Allerdings sind Spezialisten dafür schwer zu finden.

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plutoniumsulfat 16. Jan 2019

1. Ist Chemie sicherheitstechnisch ein ganz anderer Bereich. 2. Nur weil er die...

blacksheeep 16. Jan 2019

Keine Ahnung wie das anderswo ist. Aber MSc von einer Technischen Hochschule in der...

plutoniumsulfat 15. Jan 2019

Wie gut, dass in den letzten drei Jahrzehnten nirgends gegen das Völkerrecht verstoßen...

User_x 15. Jan 2019

Das, was du beschreibst, setzten doch andere Bereiche eh voraus? Also vermittelt man...



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