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Edward Snowden hat keine guten Nachrichten für Journalisten.
Edward Snowden hat keine guten Nachrichten für Journalisten. (Bild: sueddeutsche.de)

Geheimdienste: Snowden hält keine Verschlüsselung für absolut sicher

Edward Snowden hat keine guten Nachrichten für Journalisten.
Edward Snowden hat keine guten Nachrichten für Journalisten. (Bild: sueddeutsche.de)

US-Whistleblower Edward Snowden warnt Journalisten vor einem falschen Vertrauen in den Schutz ihrer Kommunikation. Zudem kritisiert er die Politik der Bundesregierung in mehreren Punkten.

US-Whistleblower Edward Snowden hat Journalisten vor einem technischen Verschlüsselungswettlauf mit den Geheimdiensten gewarnt. "Ich kann Euch Tipps geben, Eure Kommunikation zu schützen. Aber Ihr lasst Euch dabei auf ein Wettrüsten ein, das Ihr einfach nicht gewinnen könnt", sagte Snowden in einem Videointerview mit Investigativjournalisten bei der Süddeutschen Zeitung. Der Kampf um die Pressefreiheit müsse auf den Titelseiten ausgetragen werden. "Und er muss gewonnen werden, wenn Ihr in der Lage bleiben wollt, auf dieselbe Weise wie in früheren Jahrhunderten zu berichten", fügte der frühere CIA- und NSA-Mitarbeiter hinzu.

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Mit Blick auf die aktuelle Situation zeigte sich Snowden skeptisch. Die Sache sehe "sehr schlecht für unsere Seite aus", sagte er. "Die Regierung hatte es aber nie leichter. Selbst wenn man das am besten verschlüsselte Gerät der Welt besäße, würde die Regierung sehr wahrscheinlich Erfolg damit haben, wenn sie Hackern eine Million Dollar zum individuellen Angriff auf das Telefon bezahlen würde." Beim aktuellen Stand der Technik sei Angriff einfacher als Verteidigung.

In den vergangenen drei Jahren hatte Snowden eigentlich bei jeder sich bietenden Gelegenheit die Verschlüsselung von Kommunikation und Dokumenten empfohlen. Lediglich durch Seitenkanalangriffe könne diese von Geheimdiensten umgangen werden, sagte er beispielsweise in einer Anhörung durch den Europarat im April 2014.

BND-Reform "legalisiert Massenüberwachung"

Snowden kritisierte in dem Gespräch zudem die jüngst beschlossene Reform des Bundesnachrichtendienstes (BND). "Wir haben gesehen, dass in Deutschland Gesetze verabschiedet wurden, die als Reformen präsentiert werden, aber tatsächlich die Politik der Massenüberwachung legalisieren", sagte er dem Bericht zufolge. Solche Gesetze bedeuteten: "Ja, wir werden jeden ausspionieren, aber wir sagen euch, dass wir es tun. Und somit ist es ok."

Der Bundestag hatte in der vergangenen Woche dem BND einen vollen Zugriff auf Telekommunikationsnetze in Deutschland eingeräumt. Die Überwachung des Internettraffics unterliegt künftig keinen Beschränkungen mehr hinsichtlich Verkehrsströmen oder Datenmengen. Nach Ansicht der Opposition wird der BND damit zum "Zwilling" des US-Geheimdienstes NSA.

Deutschland hat Angst vor Strafe durch USA

Snowden kritisierte ebenfalls die Weigerung der Bundesregierung, ihm politisches Asyl in Deutschland zu gewähren. "Es ist wirklich bedauerlich, dass sie immer noch sagen: Sie können nicht deshalb nichts tun, weil es nicht die richtige Entscheidung wäre, sondern weil die US-Regierung sie dafür bestrafen würde. Sie würden Deutsche sterben lassen, indem sie wichtige Informationen nicht an Deutschland weitergäben, wenn sie meine Grundrechte schützten." Für Snowden ist es "sehr enttäuschend. wenn Menschenrechte verhandelbar werden, weil die Regierung eines anderen großen Staates von deren Missachtung profitiert." Der 33-Jährige, der sich seit 2013 im russischen Asyl aufhält, fragte: "Wie will Deutschland sich in einem ähnlichen Fall dann China widersetzen? Menschenrechte sind keine Chips, mit denen man herumspielen kann."

In dem Gespräch äußerte sich Snowden auch zu der Frage, inwieweit Material veröffentlicht werden sollte, das von Hackern beschafft wurde. Im Sommer hatte Snowden Wikileaks noch öffentlich dafür kritisiert, Datensätze im Ganzen ohne Kuratieren oder sonstige journalistische Aufarbeitung zu veröffentlichen. Nun warnte er laut Süddeutscher Zeitung davor, die jüngsten Veröffentlichungen zu John Podasta, dem Wahlkampfmanager von US-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton, zu ignorieren: "Ich finde es bedenklich, wenn Journalisten sagen: Ich bin nervös, weil ich zu viele wahre Infos bekomme. Das ist das Gegenteil von dem, was sie tun sollten."

Snowden wünscht sich dem Bericht zufolge eine größere Debatte über die Gefahren digitaler Offensivwaffen, mit denen zum Beispiel kritische Infrastruktur angegriffen werden könne: "Wir sind die fortschrittlichsten, meistvernetzten Gesellschaften der Erde. In computerbasierten Konflikten haben wir mehr zu verlieren. Wir können Russland zehnmal hacken, aber das wird dort weniger Schaden anrichten als ein Hack gegen uns. Wir können Nordkorea tausendmal hacken, aber sie werden weniger Schaden erleiden, als sie uns mit einem Hack zufügen können." Auf dieses gefährliche Spiel solle sich der Westen nicht einlassen.


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Izmir Übel 29. Okt 2016

In diesem Punkt stimme ich dir voll zu. Ich hatte dir bereits weiter oben darauf mit...

Quenton 28. Okt 2016

Naja, die Aussage "würde die Regierung sehr wahrscheinlich Erfolg damit haben" geht aber...

NeoCronos 27. Okt 2016

https://xkcd.com/538/



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