• IT-Karriere:
  • Services:

Geheimdienste: NSA-Hauptquartier größer als das Pentagon

Mit der weltweiten elektronischen Jagd auf Terroristen ist die NSA zum wichtigsten Geheimdienst der USA aufgestiegen. Das zeigt auch der Ausbau seiner Standorte. Das Hauptquartier ist inzwischen größer als das Pentagon - und soll noch weiter wachsen.

Artikel veröffentlicht am ,
Der NSA-Standort in Menwith Hill in Großbritannien
Der NSA-Standort in Menwith Hill in Großbritannien (Bild: Christopher Furlong/Getty Images)

In Fort Meade im US-Bundesstaat Maryland an der Ostküste der USA wird fleißig gebaut. In zwölf Jahren soll dort das Hauptquartier der NSA doppelt so groß werden wie es derzeit ist. Flächenmäßig übertrifft das Gebäude bereits das Pentagon in Washington D.C. Und auch die anderen US-Standorte des militärischen Geheimdienstes wachsen: etwa in Hawaii, wo Edward Snowden gearbeitet hat, bevor er mit geheimen Unterlagen untergetaucht ist, oder in Wiesbaden in Deutschland, wo ein neues Abhörzentrum entstehen soll.

Stellenmarkt
  1. Schwarz Dienstleistung KG, Raum Neckarsulm
  2. über grinnberg GmbH, Bocholt

Die Gründung neuer Standorte, der Ausbau der bestehenden, all das spiegelt den beispiellosen Aufstieg der NSA nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wider. Mangels Agenten vor Ort, konzentrierte sich die geheimdienstliche Tätigkeit der USA auf die elektronische Überwachung. Aus den Unterlagen Snowdens geht hervor, dass bereits im Jahr 2000 60 Prozent der Geheimdienstinformationen an den Präsidenten der USA von der NSA stammten.

Aufstieg mit Drohnen

Die Drohnenangriffe auf vermeintliche El-Kaida-Kämpfer in Afghanistan benötigten eine Echtzeitüberwachung des Flugraums und eine sekundenschnelle Ortung des Mobiltelefons der Zielperson. Diese Aufgabe sollte die NSA übernehmen, die bereits für Signals Intelligence (Sigint) und Electronic Intelligence zuständig war. Die ersten Drohnenangriffe begannen noch im Jahr 2001, kurz nach den Anschlägen auf das World Trade Center. Dafür wurde die Geolocation Cell gegründet, das Team, das den Standort von Personen in Echtzeit überwachen kann. Ihr Motto: "We Track 'Em, You Whack 'Em." - "wir finden sie, ihr haut drauf".

Zusammen mit den paramilitärischen Einheiten der CIA und der geheimen Joint Special Operations Taskforce, einem Zusammenschluss der Eliteeinheiten der verschiedenen Teilstreitkräfte der USA, agierte die NSA im besetzten Irak, um El-Kaida-Kämpfer im Irak und in Afghanistan aufzuspüren. 2004 entwickelte die NSA ein Verfahren, um selbst abgeschaltete Mobiltelefone zu orten.

Echtzeitüberwachung

Gleichzeitig entwickelte der Geheimdienst ein Computerprogramm namens Real Time Regional Gateway, in das sämtliche erbeutete Informationen eingespeist wurden. Das Programm lieferte aus den Informationen eine Liste potenzieller Zielpersonen samt deren Telefonnummern. Kommandeure konnten darüber auch sämtliche Überwachungsmöglichkeiten in einem bestimmten Gebiet vom Bildschirm ablesen.

Seitdem sei die Anzahl der militärischen und zivilen Mitarbeiter der NSA um ein Drittel auf etwa 33.000 gestiegen, schreibt die Washington Post. Andere Schätzungen gehen von etwa 40.000 aus. Die Anzahl der privaten Unternehmen, die für die NSA arbeiten, sei bis 2010 von 150 auf 500 gestiegen, etwa Booz Allen Hamilton, für das Snowden gearbeitet hatte. Allein dieses Unternehmen hat 24.000 Mitarbeiter.

Standortausbau

2007 entstand in Fort Gordon bei Augusta im US-Bundesstaat Georgia auf 48 Hektar Land für etwa eine Milliarde US-Dollar ein Standort, in dem 4.000 Mitarbeiter Daten aus dem Mittleren Osten sammeln und analysieren. In San Antonio im Bundesstaat Texas werden Latein- und Südamerikaner überwacht. In Aurora in Colorado versucht die NSA, Informationen über weltweite Waffensysteme zu sammeln. In Bluffdale in Utah baut die NSA ein riesiges Rechenzentrum, das über zwei Milliarden US-Dollar gekostet haben soll. Dort sollen gesammelte Daten gespeichert werden. Und in Hawaii wurde 2012 der Wahiawa Annex eröffnet. Der Ausbau des Standorts in den Schonfield Baracks kostete 358 Millionen US-Dollar und überwacht den pazifischen Raum. Über welches Budget die NSA verfügt, bleibt seit 1999 offiziell geheim, Schätzungen zufolge stieg das Gesamtbudget von 6,12 Milliarden US-Dollar im Jahr 2006 auf bis zu 10 Milliarden im Jahr 2012.

Five Eyes und Deutschland

Auch im Ausland pflegt die NSA Standorte vor allem in den Ländern, die zu den engsten Verbündeten der USA in Sachen geheimdienstlicher Tätigkeit gehören: Großbritannien, Australien, Neuseeland und Kanada - den sogenannten Five Eyes. Den australischen Standort in Pine Gap gibt es schon mehrere Jahrzehnte. Dort waren bereits im Kalten Krieg Informationen über Atomwaffentests in der damaligen UdSSR gesammelt worden.

In der Grafschaft Yorkshire in England arbeiten etwa 2.500 NSA-Analysten am Royal-Air-Force-Stützpunkt Menwith Hill, haben Aktivisten ermittelt. Von dort sollen Europa, der Mittlere Osten und Nordafrika überwacht werden. Und nun auch in Wiesbaden: Dort sollen abhörsichere Büros und ein IT-Kontrollzentrum auf dem Gelände der US-Army in Wiesbaden-Erbenheim entstehen. Kosten: 124 Millionen US-Dollar.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. (u. a. 860 Evo 500 GB SSD für 74,00€, Portable T5 500 GB 86,00€)
  2. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)

MarkusSchmidt 29. Okt 2014

http://www.iphoneorten.de/ein-ausgeschaltetes-iphone-orten-aber-wie/ Ich denke, Sie...

ploedman 27. Sep 2013

Wird dadurch nicht die Leistung geschwächt?

theWhip 23. Jul 2013

Ja, so sieht es aus. Arafat war ja auch ein ausgewiesener Menschenfreund ähnlich wie bush...

Kasabian 23. Jul 2013

wenn die dort denken könnten, wären die ja auch nicht dort gelandet ;)


Folgen Sie uns
       


Parksensor von Bosch ausprobiert

Wenn es darum geht, Autofahrer auf freie Parkplätze zu lotsen, lassen sich die Bosch-Sensoren sinnvoll einsetzen.

Parksensor von Bosch ausprobiert Video aufrufen
Unitymedia: Upgrade beim Kabelstandard, Downgrade bei Fritz OS
Unitymedia
Upgrade beim Kabelstandard, Downgrade bei Fritz OS

Der Kabelnetzbetreiber Unitymedia stellt sein Netz derzeit auf Docsis 3.1 um. Für Kunden kann das viel Arbeit beim Austausch ihrer Fritzbox bedeuten, wie ein Fallbeispiel zeigt.
Von Günther Born

  1. Hessen Vodafone bietet 1 GBit/s in 70 Städten und kleineren Orten
  2. Technetix Docsis 4.0 mit 10G im Kabelnetz wird Wirklichkeit
  3. Docsis 3.1 Magenta Telekom bringt Gigabit im Kabelnetz

Geforce Now im Test: Nvidia nutzt einzigartige CPU und GPU
Geforce Now im Test
Nvidia nutzt einzigartige CPU und GPU

Wer mit Nvidias Geforce Now spielt, bekommt laut Performance Overlay eine RTX 2060c oder RTX 2080c, tatsächlich aber werden eine Tesla RTX T10 als Grafikkarte und ein Intel CC150 als Prozessor verwendet. Die Performance ist auf die jeweiligen Spiele abgestimmt, vor allem mit Raytracing.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Cloud Gaming Activision Blizzard zieht Spiele von Geforce Now zurück
  2. Nvidia-Spiele-Streaming Geforce Now kostet 5,49 Euro pro Monat
  3. Geforce Now Nvidias Cloud-Gaming-Dienst kommt noch 2019 für Android

Energiegewinnung: Zu wenig Magma-Nachschub für die Geothermie
Energiegewinnung
Zu wenig Magma-Nachschub für die Geothermie

Bei Diskussionen über Geothermie klingt es oft so, als könnten vulkanisch aktive Gegenden wie Island den Rest der Welt mit Energie versorgen. Aber ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass dieser Eindruck täuscht.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

  1. E-Truck Nikola Tre wird in Ulm gebaut
  2. Wasserstoff Thyssen-Krupp will Stahlproduktion klimaneutral machen
  3. Energiewende Sonnen vermietet Solaranlagen und Elektroautos

    •  /