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Geheimdienste-Kontrollgremium: Warnung vor US-Einstieg bei Berliner Software-Firma PSI

Während der Grüne Konstantin von Notz die Regierung auffordert, die Übernahme des Kritis-Unternehmens PSI zu verhindern, will sein CDU-Kollege im Kontrollgremium kein pauschales Verbot.
/ Achim Sawall
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PSI Software für Energieversorger (Bild: PSI)
PSI Software für Energieversorger Bild: PSI

Sicherheitspolitiker im Bundestag warnen vor dem geplanten Einstieg des US-Finanzinvestors Warburg Pincus beim Berliner Energiesoftware-Spezialisten PSI. Das Unternehmen ist europäischer Marktführer bei Netzleitsystemen für Strom, Gas, Wärme, Öl und Wasser sowie für Indusrtiesoftware. Rund 90 Prozent aller großen und mittleren Strom- und Gasnetzbetreiber in Deutschland nutzen Branchenangaben zufolge PSI-Software.

Der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums, Marc Henrichmann (CDU), sagte dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster): Die angestrebte Mehrheitsübernahme "kann als strategisches Risiko angesehen werden". Die Bundesregierung müsse "glasklare Vorgaben und Absicherungen für den Konfliktfall" formulieren.

Zugleich warnte Henrichmann vor grundsätzlichen Übernahmeverboten: "Eine pauschale Untersagung solcher Investitionen ohne Risikoabwägung wäre sicher auch nicht im Interesse des Wirtschaftsstandorts Deutschland." Allerdings dürfe es nicht allein um ökonomische Fragen gehen. "Wer kritische Infrastruktur an ausländische Investoren verkauft, verkauft Stück für Stück die Souveränität des Landes."

Bundesregierung fungiert als Türöffner für Warburg Pincus

Grünen-Fraktionsvize Konstantin von Notz, Vizevorsitzender des Geheimdienste-Gremiums, betonte, dass Nachrichtendienste wiederholt darauf hingewiesen hätten, dass solche Übernahmen "meist nicht ohne Hintergedanken geschehen". Es liege der Verdacht nahe, "dass Teile der Lebensadern unseres Staates strategisch aufgekauft werden, um uns auszuspionieren".

Von Notz forderte von der Bundesregierung, "endlich echte politische Schritte" zu unternehmen, um strategische Übernahmen zu verhindern. "Das tut sie bisher nicht, sondern fungiert teilweise sogar als Türöffner."

Das Unternehmen wurde im Jahr 1969 in Berlin von sechs AEG-Beschäftigten gegründet. PSI entwickelt Prozesssteuerungs- und Informationssysteme für Energienetzbetreiber, für die Industrie und Logistik. Die Geschäftsbereiche heißen Grid & Energy Management, Process Industries & Metals, Discrete Manufacturing und Logistics.

Warburg Pincus hatte bereits im Oktober 2025 angekündigt, die Mehrheit an PSI zu übernehmen.


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