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Geheimdienste: Five-Eyes-Abkommen schützt vor gegenseitiger Spionage

Die fünf Länder, die zum Five-Eyes-Verbund gehören, helfen sich nicht nur bei der Informationsbeschaffung, sie spionieren sich auch gegenseitig nicht aus. Laut Berichten will Deutschland dem Bündnis beitreten.

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Radarkuppeln der ehemaligen Echelon Field Station 81 in Bad Aibling, Bayern
Radarkuppeln der ehemaligen Echelon Field Station 81 in Bad Aibling, Bayern (Bild: Public Domain)

Aus der geheimdienstlichen Kooperation zwischen den USA und Großbritannien entstand nach dem Zweiten Weltkrieg die Ukusa. Mit dem Beitritt Kanadas, Neuseelands und Australiens wuchs der Spionageverbund zu den sogenannten Five Eyes zusammen. Die Mitglieder von Five Eyes spionieren nicht nur gemeinsam. Den Abkommen nach wird in der eingeschworenen Gemeinschaft auch untereinander nicht spioniert. Einem Bericht der britischen Financial Times zufolge sollen EU-Diplomaten gemutmaßt haben, die von Bundeskanzlerin Angela Merkel angestrebte Kooperation mit den USA sei ein Angebot, dem Five-Eyes-Bündnis beizutreten. Frankreich versuchte es bereits 2010 - ohne Erfolg.

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Laut einem Bericht der Tageszeitung (taz) ist die Arbeitsteilung in den Five Eyes aber "unverbindlich" geregelt. Das britische GCHQ agiert in Europa und Afrika, die USA in Latein- und Südamerika und Ostasien, Australien in Südasien. Neuseeland überwacht den südpazifischen Raum und Kanada ist für den Schutz der Botschaftskommunikation verantwortlich.

Die Mitglieder des Five-Eyes-Verbundes gelten als vertrauenswürdige Freunde, andere lediglich als lose Kooperationspartner, darunter auch Deutschland, Frankreich, Spanien oder Italien. Mit diesen Ländern werden spezielle Abkommen durch einzelne Five-Eyes-Mitglieder abgeschlossen. Die taz zitiert aus dem Ursprungstext des Ukusa-Abkommens: "Nach Erhalt der Zustimmung des Anderen bleibt es der betroffenen Partei überlassen, die vereinbarte Aktion in der angemessensten Weise auszuführen, ohne die Kanäle dieser Aktion genau preisgeben zu müssen."

Deutschland will Kooperationsgrundlage

Ob Bundeskanzlerin Angela Merkel tatsächlich einen Beitritt in Erwägung zieht, lässt sie offen. Auf der Pressekonferenz nach dem EU-Gipfel am Freitag vergangener Woche sagte Merkel lediglich, dass Deutschland eine Grundlage für eine Kooperation seiner Dienste anstrebe. Immerhin hat Deutschland gute Kontakte in den Nahen und Mittleren Osten und nach Afghanistan.

Der Widerstand gegen einen vollwertigen Beitritt Deutschlands dürfte in US-Regierungskreisen aber gegenwärtig groß sein. Der Washington Post sagten Geheimdienstler, Deutschland habe in den vergangenen Jahren mehrfach andere politische Interessen gehabt, etwa im Streit um den Krieg im Irak, über Sanktionen für den Iran oder bei einer Intervention in Libyen. Auch der britische Premierminister David Cameron ließ am Rande des EU-Gipfels verlauten, die gegenwärtige Konstellation der Five Eyes sei mehr als ausreichend.

Wichtige Grundlage für politische Ziele

Der ehemalige Geheimdienstleiter Dennis Blair warnte sogar davor, die geheimdienstlichen Tätigkeiten in Ländern auszusetzen, die sich nach den Snowden-Enthüllungen empört gezeigt haben. Einige Regierungsvertreter hätten sich skeptisch darüber geäußert, dass neue Regeln für die Spionage in anderen Ländern überhaupt umgesetzt werden können und sollten. Denn die bislang gesammelten Geheimdienstinformationen hätten der USA in der Vergangenheit entscheidende Vorteile bei der Durchsetzung ihrer politischen Ziele gegeben.

Frankreich scheiterte 2010 an der Aufnahme in den Spionageverbund am Widerstand aus der US-Regierung. Dennoch kooperiert das Land mit dem Five-Eyes-Verbund unter einem eigenen Abkommen namens Lustre. Das haben der Norddeutsche Rundfunk und die Süddeutsche Zeitung vor wenigen Tagen den Snowden-Dokumenten entnommen. Die Regierung dementierte dies öffentlich. Auch Italien. Israel (Codename Ruffle) und Schweden (Codename Sardine) sollen demnach den USA und Großbritannien Informationen liefern.

Für weitere Hintergründe zur NSA-Affäre aktualisiert Golem.de fortlaufend diese beiden Artikel:

Chronologie der Enthüllungen

Glossar zur NSA-Affäre



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Neuro-Chef 10. Nov 2013

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oakmann 02. Nov 2013

Lebe mal in USA oder GB auf der Straße, da hasst du noch eher bei den anderen die...

teenriot 02. Nov 2013

Wozu braucht es Staaten mit Sonderstatus die ABC-Waffen haben und auch nutzen? Der...

tingelchen 02. Nov 2013

Kein wunder. Wer will schon mit jemanden zusammen arbeiten der 2 Atombomben auf einen...

JochenEngel 02. Nov 2013

...eine uralte Strategie, aber ob die in diesem Fall aufgeht? Ich habe meine Zweifel.


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