Geheimdienste: Australien verbietet Huawei, 5G-Mobilfunknetz aufzubauen

Das Verhältnis zwischen Australien und China ist schon länger angespannt. Jetzt setzt der US-Bündnispartner die Vorgaben der dortigen Geheimdienste um und schließt Huawei von 5G aus.

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Huawei-Campus in Shenzen
Huawei-Campus in Shenzen (Bild: Aaron Tam/AFP/Getty Images)

Die australische Regierung hat dem weltgrößten Telekommunikationsausrüster Huawei Technologies untersagt, Ausrüstung für das geplante 5G-Mobilfunknetz des Landes zu liefern. Das berichten das Wall Street Journal und die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf die Regierung. Auch ZTE ist davon betroffen. Das Verhältnis zwischen China und Australien ist seit längerem belastet.

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Beide Unternehmen haben ihren Hauptsitz in China, Huawei ist ein genossenschaftliches Privatunternehmen, ZTE ist indirekt staatlich finanziert.

Die australische Regierung, die damit ihrem Verbündeten USA folgt, erklärte am 23. August, dass Unternehmen, die "wahrscheinlich außergerichtlichen Anweisungen von einer ausländischen Regierung ausgesetzt seien, die mit australischem Recht in Konflikt stehen", nicht in der Lage sein werden, die Sicherheit des Netzwerks zu garantieren. In der Erklärung wurden chinesische Unternehmen nicht ausdrücklich erwähnt, aber Huawei sagte, es sei darüber informiert worden, dass es sowohl selbst als auch ZTE von der Einführung ausgeschlossen seien.

Australien: Huawei wehrt sich

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"Dies ist ein extrem enttäuschendes Ergebnis für die Verbraucher", erklärte Huawei Australien bei Twitter. "Huawei ist ein weltweit führendes Unternehmen in 5G. Wir haben in Australien seit fast 15 Jahren sichere Mobilfunk-Technologie geliefert."

In der Stellungnahme der australischen Regierung hieß es, dass sich 5G von den derzeitigen Netzwerken unterscheide, die aus zwei Teilen bestehen. Darin gibt es einen Core (Kern), in dem die empfindlichsten Funktionen - zum Beispiel Sprach- und Datenrouting - laufen, während der Netzwerkrand (Edge) Kundengeräte wie Telefone und Laptops mit dem Kern verbinde.

Aber in einem 5G-Netzwerk werde "die Unterscheidung zwischen Core und Edge im Laufe der Zeit verschwinden", betonte die Regierung. "Diese Verlagerung stellt Carrier bei der Gewährleistung der Sicherheit ihrer Kunden vor neue Herausforderungen, da sich sensible Funktionen außerhalb der stark geschützten Kernumgebung bewegen."

Huawei ist seit Jahren in Australien tätig, wo es im Jahr 2017 mehr als 600 Millionen Dollar Umsatz erzielte, indem es Smartphones an Verbraucher und Ausrüstung an Netzbetreiber verkaufte, darunter Optus, eine Tochtergesellschaft von Singapore Telecommunications.

US-Handelsminister Wilbur Louis Ross sagte dagegen in einem Interview des Senders CNBC: "Ich habe viele Gerüchte über Huawei gehört. Im Moment glaube ich nicht, dass unser Ministerium Verstöße von Huawei festgestellt hat." In den USA ist Huawei vom US-Markt für Netzwerke ausgeschlossen. Ein Gesetz, das US-Netzbetreibern verbietet, Ausrüstung in China zu kaufen, existiert jedoch nicht. Es gibt nach Informationen von Golem.de jedoch Drohungen, dass der Betreiber nachteilige Konsequenzen wie das Ausbleiben staatlicher Aufträge zu befürchten hat oder dass es imageschädigend für das Geschäft mit Privatkunden sei. Nur kleinere regionale US-Netzbetreiber sind von dem Bann nicht erfasst. Huawei ist in Deutschland Partner der Deutschen Telekom, der Telefónica und von Vodafone beim Aufbau eines 5G-Netzes und von kommunalen Unternehmen wie M-net in München beim G.fast-Ausbau und FTTB (Fiber To The Building).

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