Abo
  • Services:
Anzeige
Die CIA hat ein Twitter-Konto eröffnet.
Die CIA hat ein Twitter-Konto eröffnet. (Bild: Twitter/Screenshot: Golem.de)

Geheimdienste: Achtung, hier twittert die @CIA

Die CIA hat ein Twitter-Konto eröffnet.
Die CIA hat ein Twitter-Konto eröffnet. (Bild: Twitter/Screenshot: Golem.de)

Das Netz beobachtet die CIA schon seit vielen Jahren sehr genau. Nun aber startet sie auch offizielle Accounts bei Twitter und Facebook. Und wird sofort getrollt.
Von Kai Biermann

Die CIA ist nun auch bei Twitter und bei Facebook. Das bedeutet, um gleich den ersten Witz vorwegzunehmen, dass sie nun endlich auch einen offiziellen Account bei den beiden Plattformen besitzt - bei Twitter und Facebook ist sie nämlich schon viel länger. Spätestens seit 2011 ist bekannt, dass der amerikanische Geheimdienst die sozialen Netzwerke systematisch auswertet.

Anzeige

Der Facebook-Account zeigt bislang nur ein Titelbild und ein zweites Foto zum Gedenken an den D-Day. Das und das Datum der Accounteröffnung - eben der Tag der Landung in der Normandie - könnten so verstanden werden, dass die Spione bei Facebook nun auch einen Brückenkopf errichten, um das Netzwerk zu erobern. Das kann man lustig finden, muss man aber nicht.

  • Die CIA eröffnet ein Twitter-Konto... (Screenshots: Golem.de)
  • ... und versucht es mit Humor.
  • Die Reaktionen kamen...
  • ... aber prompt.
Die CIA eröffnet ein Twitter-Konto... (Screenshots: Golem.de)

Unter @CIA gibt es nur zwei Tweets zu sehen, die sich ebenfalls in so etwas wie Humor versuchen. Der erste zitiert einen Satz, der in den USA unter dem Ausdruck "Glomar" bekannt ist und lautet: "We can neither confirm nor deny that this is our first tweet."

Übersetzt: Wir können weder bestätigen noch dementieren, dass das unser erster Tweet ist. We can neither confirm nor deny ist seit den 70er Jahren die Standardantwort amerikanischer Behörden auf Fragen, die sie einfach nicht beantworten wollen.

1974 versuchte die CIA, das gesunkene sowjetische Raketen-U-Boot K-129 zu heben und hatte dazu ein Schiff namens Glomar Explorer bauen lassen. Im Jahr darauf wollte die Los Angeles Times einen Artikel über das Unternehmen veröffentlichen und stellte der Behörde und der Regierung entsprechende Fragen. In dem Versuch, die Story zu verhindern, lehnte die CIA jede Stellungnahme ab und nutzte dazu erstmals den Ausdruck neither confirm nor deny. Seitdem heißt er nach dem Schiff Glomar-Response. Mehr zur Geschichte dieses Satzes gibt es hier.

  • Die CIA eröffnet ein Twitter-Konto... (Screenshots: Golem.de)
  • ... und versucht es mit Humor.
  • Die Reaktionen kamen...
  • ... aber prompt.
... und versucht es mit Humor.

Der zweite Tweet, sechs Stunden nach dem ersten gesendet, ist ebenfalls eine Anspielung, allerdings eine weitaus aktuellere. "Thank you for the @Twitter welcome! We look forward to sharing great #unclassified content with you." Danke für die Begrüßung auf Twitter. Wir freuen uns darauf, großartige nicht-geheime Inhalte mit Euch zu teilen. Eindeutig eine Anspielung auf den Whistleblower Edward Snowden und die NSA-Dokumente, die er veröffentlichte.

Der Rest klingt etwas weniger lustig. In der Selbstbeschreibung schreibt der Geheimdienst, er sei die "erste Verteidigungslinie des Landes". "Wir vollbringen, was andere nicht vollbringen können und gehen dahin, wo andere nicht hingehen können."

Allzu viel Einblick in die Arbeit der Spione wird es wohl nicht geben. In der Pressemitteilung hieß es, man werde "Fotos, Gedanken zur Geheimdienstgeschichte und lustige Tatsachen aus dem CIA World Factbook" präsentieren. Außerdem solle es Stellenausschreibungen und Einblicke in das CIA-Museum geben, das für die Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich ist.

Cleveland Institute of Art (CIA)

Dass es so lange dauerte, bis die CIA einen Twitter-Account eröffnete, liegt wohl auch daran, dass der Name @CIA bislang bei Twitter besetzt war. Er gehörte dem Cleveland Institute of Art, das mit der gleichen Abkürzung geschlagen ist wie der Geheimdienst. Die CIA habe bei Twitter interveniert, zitiert NBC einen Sprecher, und den Account für sich beansprucht.

Das Kunstinstitut hatte kein Problem damit, sie wurden wohl immer mal wieder für Spione gehalten, was ihnen nicht gefiel, wie die Washington Post schreibt.

Der Account bekam sofort viel Aufmerksamkeit. Inzwischen hat er mehr als 300.000 Follower. Vor allem aber gibt es inzwischen unzählige Witze und sarkastische Bemerkungen im Netz.

  • Die CIA eröffnet ein Twitter-Konto... (Screenshots: Golem.de)
  • ... und versucht es mit Humor.
  • Die Reaktionen kamen...
  • ... aber prompt.
Die Reaktionen kamen...

"Ich zweifle ernsthaft daran, dass die CIA nur 25 Leuten folgt", schreibt beispielsweise Jason Gay vom Wall Street Journal.

  • Die CIA eröffnet ein Twitter-Konto... (Screenshots: Golem.de)
  • ... und versucht es mit Humor.
  • Die Reaktionen kamen...
  • ... aber prompt.
... aber prompt.

Und die CIA erlebte auch gleich, was es heißt, im Netz getrollt zu werden. Die Zeitschrift New York Review of Books twitterte an die CIA gerichtet diverse Auszüge aus einem in der Zeitschrift erschienenen Artikel von 2009 über die Foltermethoden der CIA: "US Torture. Voices from the Black Sites".

Die Tweets beschrieben Arten, mit denen in den geheimen Gefängnissen des Dienstes Menschen gequält werden.

Die CIA reagierte darauf nicht, weder mit einer lustigen Antwort noch mit einem Dementi.


eye home zur Startseite



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Vitaliberty GmbH, Mannheim
  2. über Manpower GmbH & Co. KG Personaldienstleistungen, München
  3. über JobLeads GmbH, Nürnberg
  4. Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek), Berlin


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-33%) 9,99€
  2. 10,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Deutscher Computerspielpreis

    Portal Knights ist das "Beste Deutsche Spiel" 2017

  2. Sledgehammer Games

    Call of Duty WW2 und die Befreiung von Europa

  3. Elektroauto

    VW testet E-Trucks

  4. Telekom

    IP-Umstellung wird auch bei Geschäftskunden durchgesetzt

  5. Linux-Hardening

    Grsecurity nicht mehr für alle verfügbar

  6. Spracheingabe

    Nuki-Smart-Lock lässt sich mit Alexa öffnen

  7. Mediendienste-Richtlinie

    Youtuber sollen keine Schleichwerbung mehr machen dürfen

  8. Hannover Messe und Cebit

    Die Deutsche Bahn ärgert Messebesucher

  9. LTE

    Australien setzt auf Fixed Wireless mit 1 GBit/s

  10. Ultrastar He12

    HGST liefert seine 12-Terabyte-Festplatte aus



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
In eigener Sache: Die Quanten kommen!
In eigener Sache
Die Quanten kommen!
  1. In eigener Sache Golem.de führt kostenpflichtige Links ein
  2. In eigener Sache Golem.de sucht Marketing Manager (w/m)
  3. In eigener Sache Golem.de geht auf Jobmessen

Akkutechnik: Was, wenn nicht Lithium?
Akkutechnik
Was, wenn nicht Lithium?
  1. Geländekauf in Nevada Google wird Nachbar von Teslas Gigafactory
  2. Lagerverkehr Amazon setzt auf Gabelstapler mit Brennstoffzellen
  3. Lithium-Akkus Durchbruch verzweifelt gesucht

Mobile-Games-Auslese: Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn
Mobile-Games-Auslese
Untote Rundfahrt und mobiles Seemannsgarn
  1. Spielebranche Beschäftigtenzahl in der deutschen Spielebranche sinkt
  2. Pay-by-Call Eltern haften nicht für unerlaubte Telefonkäufe der Kinder
  3. Spielebranche Deutscher Gamesmarkt war 2016 stabil

  1. Re: säfte sind nicht gesund

    berritorre | 03:13

  2. Re: Sexistisch! Wo ist die Förderung der Jungen...

    MINTiKi | 02:32

  3. Re: Nachfrage bestimmt Angebot!

    Lemo | 02:20

  4. Forentrolle überall

    Lemo | 02:19

  5. Re: Nein nein und nochmals Nein

    Lemo | 02:17


  1. 23:39

  2. 20:59

  3. 18:20

  4. 18:20

  5. 18:05

  6. 17:46

  7. 17:20

  8. 17:01


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel