Geheimdienst: BND brauchte zwei Jahre Planung für Instagram

Der Auslandsgeheimdienst BND ist jetzt auf Instagram und versucht weiter, mit einem neuen Image Nachwuchs zu gewinnen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
Der BND sucht nach Nachwuchs, nun auch auf Instagram.
Der BND sucht nach Nachwuchs, nun auch auf Instagram. (Bild: Ohn Macdougall/AFP via Getty Images)

Der Bundesnachrichtendienst (BND) baut seine Social-Media-Aktivitäten mit einem eigenen Instagram-Account aus. Dem nun angekündigten Start für den Instagram-Auftritt des BND ging laut der Deutschen Presse-Agentur (DPA) wohl eine gut zweijährige Planungsphase voraus. Im Januar hat der Nachrichtendienst dann eine eigene Redaktion mit einer Handvoll Expertinnen und Experten eingerichtet. Zum Team gehören junge Mitarbeiter, die Social-Media-Erfahrungen aus Unternehmensberatungen oder Wirtschaftsverbänden mitbringen.

Per Instagram will der Dienst junge Menschen vor allem aus den MINT-Berufen - Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik - ansprechen. Damit der früher auf Abschottung bedachte BND lebendiger erscheint, sollen auf Instagram auch persönliche Anekdoten von Mitarbeitern zu finden sein - wegen der Geheimhaltung allerdings ohne Gesicht und Namen.

Dazu gehören Fotos mit Eindrücken von Arbeitsplätzen - etwa das von einer goldenen asiatischen Winkekatze. Die sei zwar "total kitschig, aber ich liebe sie", schreibt ein Mitarbeiter. "Sie erinnert mich an meine letzte große Reise vor Corona. Ich habe sie in Chinatown in Singapur gekauft".

Besseres Image per Social Media

Der Instagram-Account dient dabei wie erwähnt vor allem der Nachwuchsgewinnung. "Ein moderner Arbeitgeber muss auch dort präsent sein, wo sich mögliche Bewerberinnen und Bewerber tummeln", sagte BND-Präsident Bruno Kahl der DPA in Berlin. Der BND war früher für seine strikte Zurückhaltung in der Öffentlichkeit bekannt.

Bereits vor wenigen Monaten hatte der BND eine Marketingkampagne im Stile des sogenannten Guerilla-Marketings umgesetzt. In einem Kommentar hat Golem.de den Geheimdienst dabei allerdings dafür kritisiert, damit "über seine üblen Machenschaften hinwegzutäuschen". Immerhin gehören zu den Zielen des BND durchaus auch mal Journalisten.

Der Geheimdienst versucht seit längerem, sich ein der Öffentlichkeit zugewandtes Bild zu geben und vor allem Schulabgänger, Uniabsolventen oder junge Berufstätige zur Nachwuchsgewinnung anzusprechen. Bereits im vergangenen Jahr hatten wir dazu kommentiert, dass der BND aber letztlich auch nur eine im Vergleich zur Industrie schlecht bezahlende Bundesbehörde ist und der Hackerethik verpflichtete Menschen schlicht bessere Angebote haben, bei denen der BND nicht mithalten kann.

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