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Geheim: Chinas wiederverwendbares Raumschiff ist erneut gestartet

Der geheime chinesische Raumgleiter ist zum dritten Mal ins Weltall aufgebrochen. Nach wenigen Tagen hat er wohl eine Schar von Mini- Satelliten entsandt.
/ Patrick Klapetz
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Eine Illustration von Shenlong. Wie der geheime chinesische Raumgleiter tatsächlich aussieht, ist unklar. (Bild: Meta-Defense)
Eine Illustration von Shenlong. Wie der geheime chinesische Raumgleiter tatsächlich aussieht, ist unklar. Bild: Meta-Defense

Die chinesische Regierung hat ein geheimes und wiederverwendbares Roboter-Raumschiff entwickelt. Zwar wissen verschiedene internationale Raumfahrtbehörden und Regierungen, dass es dieses Raumschiff gibt und es zu einer dritten Testmission im Weltraum aufgebrochen ist. Details über das Raumschiff sind jedoch unbekannt.

Das experimentelle Orbitalflugzeug trägt den Namen Shenlong (chin. für göttlicher Drache) und war am 14. Dezember 2023(öffnet im neuen Fenster) vom Jiuquan Satellite Launch Center an Bord einer Langer-Marsch-2F-Rakete gestartet. Kurz darauf schwenkte der Raumgleiter in eine niedrige Umlaufbahn ein. Dies erinnert an die vergangenen Testmissionen im September 2020 und August 2022.

Mini-Satelliten umkreisen den Raumgleiter

Und auch bei dieser Mission wurden nicht identifizierte Objekte im Schlepptau des Raumfahrzeugs gesichtet(öffnet im neuen Fenster) . Möglicherweise handelt es sich dabei um Inspektionssatelliten, die das Testfahrzeug verfolgen sollen. Damit könnte die sichere Rückkehr zur Erdoberfläche unterstützt werden.

Ähnliche Pläne wurden auch für die geplante russische Raumstation Ross veröffentlicht. Die Mini-Satelliten oder Raumsonden sollen beispielsweise bei Wartungsarbeiten an der Station eingesetzt werden oder könnten bei der Kommunikation mit der Erde behilflich sein. Welche Aufgabe die chinesischen unidentifizierten Flugobjekte haben, ist unklar.

Funksignale verraten zumindest etwas über den chinesischen Raumgleiter

Aufgrund ihrer Funkemissionen dürfte es sich bei den Objekten um kleine, in China entwickelte Banxing-Satelliten(öffnet im neuen Fenster) handeln, wird in einem Beitrag auf SpaceNews(öffnet im neuen Fenster) vermutet. Diese Satelliten wurden zuvor zur Übertragung von Bildern anderer Raumfahrzeuge eingesetzt. Sie wurden vier Tage nach dem Start von Shenlong ausgesendet.

In der Satelliten-Beobachtungsgemeinschaft werden sie als Objekt A bis F oder mysteriöse Flügelmänner (mysterious wingmen) bezeichnet. Der Amateurastronom Scott Tilley erläutert gegenüber space.com(öffnet im neuen Fenster) , dass die Emissionen der einzelnen Geräte eine Mischung von Signalen darstellen, von denen nur einige geringe Mengen an Informationen enthalten.

Die Emissionen von Objekt A würden ihn an frühere Wingman-Emissionen von chinesischen Raumflugzeugen erinnern. Das Signal sei mit einer begrenzten Menge an Daten moduliert. Objekt D und E hingegen zeigten Signale ohne jegliche Daten. Ihre Emissionen scheinen als Platzhalter zu dienen. Im Gegensatz zu früheren Missionen sind die Signale intermittierend. Deswegen müssen Beobachter am Boden mehrere Tage zusammenarbeiten, um genügend Details zusammenzutragen.

"Etwas, worauf wir achten sollten, sind enge Begegnungen zwischen Objekt A und den Objekten D und E. D und E befinden sich auf ziemlich elliptischen Bahnen, während A sich auf einer nahezu kreisförmigen Umlaufbahn befindet" , so Tilley. Wenn es um Geheimhaltung bei neuen Raumgleitern geht, ist China nicht alleine. Auch über das experimentelle wiederverwendbare Raumflugzeug X-37B von Boeing ist nur wenig bekannt.


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