Gehaltsverzicht: Gewerkschaft präsentiert Plan für VW-Kostenreduzierung
Die IG Metall und der VW-Betriebsrat haben einen detaillierten Gegenvorschlag zu den geplanten Sparmaßnahmen(öffnet im neuen Fenster) des Volkswagen-Konzerns vorgestellt. Der Plan sieht Kosteneinsparungen von etwa 1,5 Milliarden Euro vor, ohne dabei Werksschließungen oder Entlassungen vornehmen zu müssen.
Die Arbeitnehmervertreter schlagen vor, die kommende Tariferhöhung temporär in einen Zukunftsfonds zu überführen, anstatt sie direkt auszuzahlen. Diese Maßnahme orientiert sich am kürzlich vereinbarten Pilotabschluss der Metall- und Elektroindustrie, der eine stufenweise Erhöhung von insgesamt 5,1 Prozent bis 2026 vorsieht.
Ein zentraler Aspekt des vorgestellten Konzepts ist die Forderung nach einer Wiedereinführung der Beschäftigungssicherung. Diese würde sowohl die sechs westdeutschen Standorte mit ihren 125.000 Beschäftigten in Niedersachsen und Hessen als auch die drei sächsischen Werke umfassen.
Gewerkschaftliche Gegenstrategie zur Standortsicherung
Der Zeitpunkt der Präsentation wurde strategisch gewählt: einen Tag vor der dritten Tarifrunde in Wolfsburg. Betriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo und IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger betonen die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes zur Kostensenkung.
Die Arbeitnehmervertreter kritisieren, dass der Konzern bisher kein umfassendes Zukunftskonzept vorgelegt hat. Seit der Ankündigung der Sparmaßnahmen Anfang September 2024 forderten sie wiederholt eine detaillierte Strategie für alle Standorte. Der Gewerkschaftsvorschlag ermöglicht flexible Arbeitszeitanpassungen ohne direkten Personalabbau. Diese Alternative zu den ursprünglichen Konzernplänen zielt darauf ab, die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und gleichzeitig die Arbeitsplätze zu sichern.
Der Zukunftsplan beinhaltet auch eine Forderung in Richtung der Anteilseigner. Demnach muss im Gesamtpaket für eine Lösung auch ein signifikanter Beitrag durch die Dividenden-Politik enthalten sein.
Mitarbeiter kampfbereit
Zusammenfassend sagte Daniela Cavallo: "Die Arbeitnehmerseite wird das Paket der Arbeitgeberseite in der Tarifverhandlung am 21. November erläutern. Mit unserem Ansatz übernimmt die Belegschaft Verantwortung für das Unternehmen, die Arbeitsplätze und die Standortregionen." Thorsten Gröger betonte: "Jetzt hat es VW in der Hand, ebenfalls Verantwortung zu übernehmen und zügige Lösungen zu ermöglichen. Andernfalls würde der Tarifpartner mutwillig eine Eskalation provozieren. Das wollen wir vermeiden – aber wir sagen ebenso klar: Die Belegschaft ist kampfbereit, die Vorbereitungen laufen."
Cavallo hatte bereits im September 2024 betont, dass es verschiedene Möglichkeiten zur Kostensenkung gebe, ohne dabei ganze Standorte infrage stellen zu müssen. Der nun vorgelegte Plan konkretisiert diese Ansätze und bietet laut Gewerkschaft und Betriebsrat eine Alternative zu den vom Konzern anvisierten Einschnitten.
Die Verhandlungen zwischen Arbeitnehmervertretung und Konzernführung werden in den kommenden Tagen fortgesetzt.
Die Entwicklungen bei Volkswagen könnten sich zu einem längeren Konflikt ausweiten, der möglicherweise in den nächsten Bundestagswahlkampf hineinreicht.
Der Automobilhersteller plant nach einem Bericht der FAZ Einsparungen von insgesamt zwei Milliarden Euro durch tarifliche Anpassungen. Diese beinhalteten eine zehnprozentige Reduzierung der Entgelte sowie Nullrunden für die Jahre 2025 und 2026, ergänzt durch Kürzungen bei Boni und Zuschlägen.
- Anzeige Hier geht es zu Echo Auto 2 bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.