Gegründet in Linz: Mistral kauft KI-Simulations-Start-up Emmi AI
Über Zukäufe zu wachsen und neue Anwendungsfälle zu erschließen, ist in der KI-Branche keine Seltenheit. Während in der Vergangenheit US-Unternehmen besonders aktiv waren, zieht Mistral AI nach. Das französische Unternehmen übernimmt Emmi AI aus Österreich(öffnet im neuen Fenster), das KI-Modelle für physikalische Simulationen entwickelt. Darüber berichtete das Handelsblatt vorab exklusiv(öffnet im neuen Fenster).
Mistral will mit der Übernahme seinen Fokus auf Lösungen für Industriekunden stärken. Dabei spielt Emmi AI eine zentrale Rolle: Das Start-up hat sich auf KI-Modelle spezialisiert, welche die Simulation physikalischer Prozesse beschleunigen sollen. KI-gestützte Simulationen sollen laut Mistral-CEO Arthur Mensch Unternehmen echten Mehrwert bieten – und damit für Mistral ein Wachstumspotenzial.
Aktuell erfolgen physikalische Simulationen noch immer größtenteils mittels numerischer Verfahren, was immens rechenaufwendig ist. Emmi AIs Modell Neuralmold soll bei der Simulation von Spritzgussformen um einen Faktor 200 schneller sein als numerische Methoden.
Das Konzept des Start-ups ist dabei, für konkrete Anwendungsfälle spezialisierte Modelle zu trainieren. Ein echtes Verständnis physikalischer Gesetze haben diese damit nicht. Nach Modellen zur Strömungssimulation scheint die Finite-Elemente-Methode (FEM) das nächste Ziel zu sein. Zumindest sprach Emmi-AI-Mitgründer Johannes Brandstetter im Handelsblatt von virtuellen Crashtests, die bei der Entwicklung von Autos viel Zeit kosteten.
Schnellerer Aufbau von Fähigkeiten bei Mistral
Der Grund für die Übernahme, so Mistral-CEO Mensch, sei gewesen, dass Kunden aus der europäischen Industrie Wünsche geäußert hätten, die sein Unternehmen nicht habe erfüllen können. Denn physikalische Simulationen unterscheiden sich deutlich von Texten und Programmen. Frei verfügbare Trainingsdaten sind rar, 3D-Modelle erfordern andere Herangehensweisen als Text. Entsprechend habe das Unternehmen diese Expertise zugekauft.
Auch Emmi AI sieht darin Vorteile: Zwar konnte das Start-up 2025 eine Finanzierungsrunde mit 15 Millionen US-Dollar abschließen. Durch den Zugriff auf Rechenkapazität, Know-how sowie Vertriebsstrukturen von Mistral könne das Unternehmen die eigene Entwicklung jetzt aber beschleunigen.
Details, etwa zum Kaufpreis, wurden nicht bekannt. Die knapp 30 Forscher und Entwickler von Emmi AI, die neben Linz an Standorten in Deutschland und Litauen beschäftigt sind, sollen zu Mistral wechseln. Laut Handelsblatt soll zudem Johannes Brandstetter, einer der drei Gründer von Emmi AI, als Vizepräsident für KI und Forschung in die Führungsetage von Mistral wechseln.
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