Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Gegen Willen der Trump-Regierung: US-Senat stoppt Abbau von Ozeanüberwachungsystem

In parteiübergreifender Einigkeit stoppten US-Senatoren den Abbau eines 900 Tiefseeinstrumente umfassenden Sensorensystems.
/ Mike Faust
9 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die Echtzeitdaten des Sensorensystems werden auch von Fischerei, Meteorologen und Katastrophenschutz verwendet. (Bild: Pexels / GEORGE DESIPRIS)
Die Echtzeitdaten des Sensorensystems werden auch von Fischerei, Meteorologen und Katastrophenschutz verwendet. Bild: Pexels / GEORGE DESIPRIS

Die US-Regierung unter Donald Trump tritt von dem Plan zurück, ein System zur Überwachung der Ozeane abzuschalten. Wie die New York Times berichtet(öffnet im neuen Fenster), beugt sich die US-Regierung damit dem parteiübergreifenden Widerstand aus dem US-Kongress.

Zuvor hatte die National Science Foundation (NSF), eine US‑Behörde zur Förderung von Forschung und Bildung, bekannt gegeben, dass noch im Juni 2026 Schiffe ausgesendet werden sollen, um mit dem Abbau von über 900 Tiefseeinstrumenten zu beginnen. Das System wurde im Jahr 2016 für 368 Millionen US-Dollar errichtet und auf eine Laufzeit von 25 Jahren ausgelegt.

Der US-Senat fasste am 17. Juni 2026 einen Beschluss, der es der US-Regierung untersagt, das System weiter abzubauen. Senatoren beider Parteien hatten gewarnt, dass der verordnete Abbau rechtswidrig sei und die Sicherheit der US-Küstengemeinden gefährde. Der Beschluss erfolgte im Unanimous-Consent-Verfahren, bei dem sich alle Senatoren darauf einigten, auf eine Debatte zu verzichten.

Fischerei, Meteorologen und Hochwasserschutz betroffen

Am 18. Juni 2026 gab die NSF-Behörde bekannt(öffnet im neuen Fenster), dass zahlreiche Interessengruppen Bedenken zur Abschaltung des Systems geäußert hätten, da sie auf die gewonnenen Daten angewiesen seien. Die Behörde habe daraufhin beschlossen, den Abbau von Messeinrichtungen sofort zu stoppen und den Betrieb, einschließlich geplanter Wartungsarbeiten, fortzusetzen. Zudem sollen einige bereits entfernte Sensoren wieder eingesetzt werden.

Neben dem wissenschaftlichen Verständnis der durch den Klimawandel hervorgerufenen Auswirkungen auf die Ozeane nutzen auch Fischer die frei zugänglichen Daten, um Wind- und Wellenbedingungen zu erfassen, bevor sie aufs Meer fahren. Meteorologen verwenden die Daten, um die Vorhersagen von Hurrikans und Tsunamis zu verbessern, und auch für den Hochwasserschutz sind die Daten unerlässlich.

Die Trump-Regierung versuchte bereits mehrfach, den Betrieb des Sensorennetzwerks zu schließen. Dies scheiterte aber immer am Widerstand des US-Senats, der die Mittel zur Deckung der Betriebskosten in Höhe von 48 Millionen US-Dollar pro Jahr dennoch bereitstellte.


Relevante Themen