Gegen Trump: 1.900 Unterschriften für eine freie Wissenschaft

Ein offener Brief(öffnet im neuen Fenster) listet die Gefahren auf, die die Forschungsgemeinde der USA derzeit auf viele Disziplinen zukommen sieht. Die Unterzeichner befürchten eine Destabilisierung des gesamten Forschungsbetriebs durch die zahlreichen Maßnahmen, die die US-Regierung aktuell ergreift.
Zunächst wird die Streichung von Fördermitteln unter anderem für Stromverbrauch und die grundlegende Ausstattung genannt. Das gefährde den Betrieb kompletter Laboratorien und behindere die internationale Zusammenarbeit, heißt es.
Weniger Geld, schlechtere Zusammenarbeit
Hinzu kommen Untersuchungen von mehr als 50 Universitäten(öffnet im neuen Fenster) . Hier werden Bundesmittel zurückgehalten, weil geprüft werden soll, ob politische Vorgaben eingehalten werden. Das stelle einen Angriff auf die Forschungsfreiheit und die Unabhängigkeit der Wissenschaft dar, schreiben die Forscherinnen und Forscher.
Andere Themen werden komplett blockiert. Dazu zählen laut dem Brief die Forschungen zum Klimawandel, zu medizinischen Themen wie die Untersuchung der Wirksamkeit von Impfstoffen oder auch zu wirtschaftlichen Trends.
Selbstzensur und gestoppte Forschungen
Beklagt wird zudem ein Klima, in dem eine vorauseilende Zensur stattfinde. Demnach werden laufende Studien abgebrochen, weil befürchtet wird, dass sie politisch nicht gewollt sein könnten; Förderanträge werden geändert, damit laut Regierung unerwünschte Begriffe darin nicht mehr zu finden sind.
Um Fördermittel nicht zu verlieren, würden viele Angestellte, Doktoranden und Wissenschaftlerinnen lieber schweigen, heißt es in dem offenen Brief. Schlussendlich wird davor gewarnt, dass die USA ihre dominante Rolle in der Wissenschaft verlieren könnten, zumindest aber auf Jahrzehnte mit den Folgen der aktuellen Entscheidungen leben müssten.
Unterzeichnet haben mehr als 1.900 Professorinnen und Akademiker unterschiedlichster Fakultäten von Alaska über Kansas bis Maine, von Yale bis zur University of Texas, darunter sechs Nobelpreisträger.



