Gegen Schließung: Streik legt IT-Unternehmen Avnet Logistics bei München lahm
In Poing bei München sind die Beschäftigten des IT-Unternehmens Avnet Logistics in einen unbefristeten Streik für einen Tarifvertrag getreten. Das hat die IG Metall München am 4. Mai 2026 bekanntgegeben(öffnet im neuen Fenster). "Die Beschäftigten werden den Betrieb jetzt so lange lahmlegen, bis sich das Unternehmen endlich bewegt", sagte Sibylle Wankel, Erste Bevollmächtigte der IG Metall München. Mitte April 2026 hatte Avnet angekündigt, das Logistikzentrum in Poing bis Ende des Jahres zu schließen.
Avnet Logistics ist eine Tochtergesellschaft des US-amerikanischen Elektronikkonzerns Avnet. "Leider hat sich die Nachfrage in den letzten Jahren anders entwickelt, als Avnet angenommen hatte", sagte der Geschäftsführer der Avnet Logistics, Mark Kempf, dem Handelsblatt(öffnet im neuen Fenster).
Avnet verschickt die Produkte, konfiguriert sie für den Kunden und fertigt selbst elektronische Systeme.
"Alle tragen den Streik mit"
Anfang vergangener Woche stimmten rund 96 Prozent der IG-Metall-Mitglieder bei Avnet Logistics in einer Urabstimmung für einen unbefristeten Streik. Wankel erklärte Golem auf Anfrage: "Alle tragen den Streik mit, nur nicht alle Angestellten in der Verwaltung. Nach der Verlagerung im vergangenen Jahr hat die Niederlassung noch 350 Beschäftigte."
Am Dienstagmorgen um 6 Uhr gibt es vor dem Tor eine Solidaritätsaktion mit BMW-Arbeitern. In dem Betrieb fordert die IG Metall die Anerkennung der Flächentarifverträge, die auch "verschiedene Instrumente zur Beschäftigungssicherung" ermöglichen würden.
IG-Metall-Streikleiter Philipp Schlemmer sagte: "Trotz guter Geschäfte sind die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen deutlich schlechter als im Flächentarif. Und jetzt sollen die Menschen auch noch ihre Jobs verlieren."
In Deutschland gibt es nur ein eingeschränktes Streikrecht in Tariffragen, Streiks gegen Stellenabbau oder zu politischen Forderungen sind illegal.
Von Poing aus werden zahlreiche Kunden in ganz Deutschland beliefert, unter anderem Bosch, Continental, Infineon und Hella. "Auf jeden Fall steht jetzt alles, und zwar auf unbestimmte Zeit. Das wird europaweit zu Problemen führen, weil das Speziallogistik ist", erfuhr Golem von Daniele Frijia, einem Sprecher der IG Metall. Jedoch hat der Konzern in Bernburg (Sachsen-Anhalt) mit mehreren hundert Menschen bereits einen neuen Standort errichtet.



