Gegen Huawei: Telefónica Deutschland setzt auf Open-RAN-Architektur

Auch wenn Telefónica Deutschland Huawei verteidigt, will man gerne unabhängig werden. Dafür will der Konzern auch in Deutschland Open RAN einsetzen.

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Open RAN von Nokia bei AT&T
Open RAN von Nokia bei AT&T (Bild: AT&T)

Telefónica Deutschland will die Open-RAN-Architektur im Mobilfunknetz einsetzen und nutzt dafür die Erfahrungen, die der Konzern in anderen Ländern gesammelt hat. Unternehmenssprecher Florian Streicher sagte Golem.de auf Anfrage: "Wir befinden uns bereits seit einiger Zeit in einem länder- und unternehmensübergreifenden Austausch dazu, beispielsweise mit der Telefónica-Gruppe, Netzwerkausrüstern und Fachexperten."

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Telefónica Deutschland halte die Open-RAN-Architektur für sehr interessant, da sie grundsätzlich eine höhere Flexibilität für die Realisierung von Mobilfunknetzen eröffne und neue Möglichkeiten für Virtualisierung biete, erklärte Streicher.

Open RAN bedeutet virtualisierte Netzwerkelemente, White-Box-Hardware, Open-Source-Software und standardisierte Schnittstellen. Auf proprietäre Chips soll weitgehend verzichtet werden. Im Februar 2018 haben die Netzbetreiber Deutsche Telekom, AT&T (USA), China Mobile, die japanische NTT Docomo und Orange aus Frankreich den Aufbau der O-RAN Alliance bekannt gegeben. Dabei geht es darum, von den großen Netzwerkausrüstern unabhängiger zu werden und das Mobilfunknetz mit günstiger Technik auszubauen.

Huawei lehnt Open RAN eigentlich ab. Nokia und Ericsson sind hier engagiert. Nokia-Sprecher Bernhard Fuckert sagte Golem.de: "Nokia ist für die Zusammenarbeit in offenen Foren und war zunächst der einzige RAN-Hersteller, der die Gründung von O-RAN und TIP unterstützte. Wir glauben, dass der Wettbewerb gut ist und die Branche von mehr Innovation, Agilität, Automatisierung, Cloud Computing, AI/ML etc. profitieren würde." Solche Fortschritte erforderten neue Ansätze bei der Entwicklung einiger der Schnittstellen, die für die Implementierung der neuen Netzwerkfähigkeiten erforderlich seien. Fuckert sagte: "Wir sehen, dass O-RAN und ähnliche Initiativen eine wichtige Rolle bei der Ergänzung von 3GPP spielen, indem sie die Schnittstellen spezifizieren, die nicht in den Bereich von 3GPP fallen." Mit dem US-Konzern AT&T arbeitet Nokia hier eng zusammen.

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Die Entwicklung neuer Mobilfunktechnologien wie 5G erfordere massive Investitionen in Forschung und Entwicklung. Nokia konzentriere sich auf offene Schnittstellen, die für die kontinuierliche Entwicklung der Mobilfunktechnologie erforderlich seien.

Telefónica Deutschland hat sich in der Debatte um Huawei eindeutig für den chinesischen Ausrüster ausgesprochen. Derzeit existieren auf dem Weltmarkt nur fünf Hersteller von 5G-Hardware, nämlich Nokia, Ericsson, Samsung, ZTE und Huawei: "Ein Ausschluss nur eines Herstellers würde die Verfügbarkeit der Hardware empfindlich verknappen", betonte Telefónica.

Huawei sei ein wichtiger Akteur und Innovationstreiber auf dem Markt und führend im Bereich der Forschung und Entwicklung. "Dem gegenüber stehen die vergleichsweise geringen Investitionen in Forschung und Entwicklung (F&E) bei europäischen Telekommunikationsausrüstern. Zuletzt gab der chinesische Hersteller sogar deutlich mehr für F&E aus als Nokia und Ericsson zusammen", erklärte Telefónica. Huawei sei sowohl Qualitäts- als auch Preisführer im Markt. Zudem sei die Hardware von Huawei in der Regel energieeffizienter als die der anderen Hersteller.

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