Gegen Huawei: Cisco braucht Partnerschaft mit Serverhersteller in China

Cisco muss eine Partnerschaft mit der chinesischen Inspur Group aufbauen. Das berichtet das Wall Street Journal(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf informierte Kreise. Der US-Konzern soll die Zusammenarbeit heute während eines Besuchs von Chinas Präsident Xi Jinping in Seattle ankündigen. Assets Investment Holdings, die der Provinz Shandong an der chinesischen Ostküste gehört, hält eine Kontrollmehrheit an Inspur.
Zu dem Treffen mit Xi sind Microsoft-Gründer Bill Gates, Apple-Chef Tim Cook und Topmanager von Facebook, Google, IBM und Uber geladen. Xi reist zusammen mit Robin Li, dem Chef von Baidu, und dem Alibaba-Gründer Jack Ma. Medienberichten zufolge begleiten ihn rund 1.000 Vertreter aus Regierung und Privatwirtschaft. Am Freitag trifft Xi US-Präsident Barack Obama.
Die Enthüllungen über die Spionage und Überwachung des US-Geheimdienstes NSA führten dazu , dass die chinesischen Kunden der US-Technik von Cisco misstrauen. In China hat Cisco mit Huawei einen starken Konkurrenten. "Es gibt eine bestimmte geopolitische Dynamik, durch die wir navigieren mussten" , sagte Chuck Robbins, der seit Juli Cisco führt. "Es waren einige harte Jahre."
Ciscos Marktanteil bei Routern steht in China im zweiten Quartal 2015 bei 10,8 Prozent. Huawei kommt hingegen nach Angaben von IHS auf 67 Prozent. Noch vor zehn Jahren hatte Cisco einen Marktanteil von über 50 Prozent bei Servern in China. Cisco macht keine Angaben zu den Verkäufen in einzelnen Ländern. Huawei ist Weltmarktführer für Telekommunikationsausrüstung mit einer Produktpalette, die von Netzwerktechnik über DDoS-Protection-Systeme, Videokonferenzanlagen und IP-Telefonieapparate bis zu Smartphones und Tablets reicht.
Inspur soll laut den Informationen des Wall Street Journals als Reseller von Cisco-Hardware agieren. Zudem sollen Cisco und Inspur zusammen Hardware entwickeln.
Inspur und Cisco haben den Bericht nicht kommentiert.