Gegen europäische Souveränität: SPD-Experten kritisieren Lufthansa-Deal mit Starlink

Johannes Schätzl, Sprecher für Digitales und Staatsmodernisierung der SPD-Bundestagsfraktion, hat die Vereinbarung der Lufthansa mit Starlink für Onboard-Internet kritisiert. "Gerade bei kritischer Konnektivität dürfen Europa und europäische Schlüsselunternehmen sich nicht sehenden Auges in problematische Abhängigkeiten begeben" , erklärte Schätzl am 14. Januar 2026(öffnet im neuen Fenster) .
Wer digitale Infrastruktur als reine Komfortfrage behandle, verkenne ihre strategische Bedeutung. "Wir haben mit der Deutschen Telekom einen herausragenden Netzbetreiber. Als deutsches Unternehmen nicht auf diese Dienste zu setzen, ist ein gravierender Fehler" , so Schätzl weiter.
Auch für Isabel Cademartori, Sprecherin für Verkehr der SPD-Fraktion, ist der Weg in die Anhängigkeit von Elon Musks Technologie und Geschäftsgebaren vor dem Hintergrund der intensiven Debatte um mehr europäische Souveränität "nur schwer nachvollziehbar" .
Sicherheitskritische Systeme nicht über Starlink
Die Lufthansa Group setzt künftig bei der Onboard-Internet-Versorgung statt auf die Telekom auf Starlink. Der Konzern werde ab der zweiten Jahreshälfte 2026 seine rund 850 Flugzeuge mit der Technik des Unternehmens von Elon Musk ausrüsten, erklärte Europas größter Luftverkehrsverbund am 13. Januar 2026 .
Eine Lufthansa-Sprecherin sagte Golem: "Wie andere große internationale Airlines und Airline-Gruppen – etwa IAG, Air France und United Airlines – setzt die Lufthansa Group auf die Konnektivitätslösung mit der derzeit weltweit besten Abdeckung und Verbindungsqualität." Es gebe aktuell keine gleichwertigen Alternativen.
Die Ausgestaltung werde im Einklang mit den gesetzlichen Regelungen zum Schutz personenbezogener Daten umgesetzt. Starlink wird nicht für Navigations- oder andere sicherheitsrelevante Funktionen genutzt. Kritische Avionik-Systeme sind davon vollständig getrennt.