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Gegen Drohnen, Schnellboote und Raketen: Deutsche Marine schließt Seeerprobung von Laserwaffe ab

Die Deutsche Marine hat die einjährige Erprobung eines Lasersystems an Bord der Fregatte Sachsen abgeschlossen.

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Fregatte Sachsen mit montiertem Laser-Array (Bild: Rheinmetall)

Die Deutsche Marine hat einen Laser an Bord eines Kriegsschiffs, der gegen Drohnen, Raketen, Schnellboote und ähnliche Ziele eingesetzt werden kann, erfolgreich getestet.

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Die Erprobung des Laserwaffendemonstrators auf See sei ein Baustein auf dem Weg zur Verbreitung von Laserwaffen bei den Seestreitkräften der Nato, teilte die Deutsche Marine mit.

Der Laserwaffendemonstrator wurde von den Rüstungsunternehmen MBDA Deutschland und Rheinmetall entwickelt. Das modulare Laserarray, das im Juni 2022 auf dem Deck der Fregatte Sachsen installiert und in das Führungssystem integriert wurde, besteht laut einem Bericht von Newatlas aus zwölf kompakten 2-kW-Faserlasermodulen.

Diese Module kombinieren ihre Strahlen mithilfe der Spektralkopplungstechnologie. Das System könne auf bis zu einer Gesamtleistung eines 100-kW-Lasers skaliert werden, mit dem Bedrohungen ins Visier genommen werden können. Durch dieses Design kann die Ausgangsleistung je nach Bedarf für verschiedene Szenarien angepasst werden.

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In sechs Testkampagnen setzte die Besatzung der Sachsen den Laser gegen verschiedene Luft- und Seeziele ein. Das System nutzte die Sensoren des Schiffes und befolgte programmierte Einsatzregeln, um Bedrohungen selbstständig zu erkennen, zu verfolgen und zu bekämpfen.

Bei Live-Fire-Tests wurde der Laser mehr als hundertmal erfolgreich aktiviert. Er bewies laut der Deutschen Marine, dass er in der Lage sei, Drohnen, Schnellboote und Raketen auf kurze Distanz abzuwehren. Geplante Upgrades sollen die Leistung noch einmal erhöhen, um Überschallwaffen bekämpfen zu können.

2016 hatten die Deutsche Marine und Rheinmetall einen Hochenergielaser-Effektor auf einem Marineleichtgeschütz 27 (MLG 27) auf See getestet. Der Laser erreichte eine Leistung von zehn Kilowatt. Das Gerät ist gegen Bedrohungen der sogenannten Kategorie Low, Slow, Small (LLS) gedacht und soll gegen Granaten, ferngesteuerte Fluggeräte und kleine Boote eingesetzt werden.