Anti Corona-Warn-App: Die peinliche "Späher-App" der AfD

Die AfD sieht in der Corona-Warn-App der Bundesregierung ein heimliches Überwachungsinstrument. Eine spezielle App soll nun deren Nutzer aufspüren.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Die Späher-App misst auch den Abstand zu anderen Geräten.
Die Späher-App misst auch den Abstand zu anderen Geräten. (Bild: play.google.com/Screenshot: Golem.de)

Auf wie vielen Smartphones in der Umgebung ist eigentlich die Corona-Warn-App der Bundesregierung aktiv? Die Antwort auf diese Frage kann interessant sein, wenn man beispielsweise wissen will, ob man im Café trotz der inzwischen 15,2 Millionen Downloads vielleicht doch deren einziger Nutzer ist. Absurd wird es jedoch dann, wenn die Tracing-Apps aufgespürt werden sollen, weil man eine dubiose Angst vor einer staatlichen Überwachung hat.

Inhalt:
  1. Anti Corona-Warn-App: Die peinliche "Späher-App" der AfD
  2. AfD gegen "Überwachungs-App"

Um die Corona-Apps zu detektieren, reicht ein Bluetooth-LE-Mapper aus, der kostenlos in den Appstores verfügbar ist. Doch als Alternative bietet ein AfD-Politiker nun für Android-Geräte eine kostenpflichtige "Späher-App" an. Entwickeln ließ sie der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Bundestagsfraktion, Peter Felser, in seinem App-Verlag.

Die App scannt den Angaben zufolge die Umgebung nach Sendern auf der Basis von Bluetooth Low Energy (LE) und verfolgt die Kontakte. Dabei schätzt sie die Entfernung und gibt an, wie lange ein Kontakt gedauert hat. Die App kostet im Playstore 1,19 Euro.

Abstandsangaben nicht zuverlässig

Kostenlose Bluetooth-LE-Mapper wie Ramble können ebenfalls sämtliche Sender der Umgebung ermitteln. Um die Datenpakete der Corona-Warn-App herauszufiltern, muss lediglich der Wert "0xfd6f" als Service-UUID der Bluetooth-Schnittstelle von Google und Apple eingegeben werden. Dann werden bei Livescans die Bluetooth-Signale sowie die Signalstärke angezeigt. Der Messverlauf wird ebenfalls aufgezeichnet. Inzwischen wird von der App die Service-UUID auch als "Exposure Notification" erkannt.

  • Die Späher-App schätzt die Entfernung zu Geräten mit der Corona-Warn-App der Regierung. (Screenshot: Golem.de)
  • Ebenfalls zeigt sie die Anzahl der aktiven Apps und deren Entfernung in der Umgebung. (Screenshot: Golem.de)
  • Eine Statistik der zurückliegenden Tage ist integriert. (Screenshot: Golem.de)
  • Ein Bluetooth-Mapper wie Ramble erkennt ebenfalls die API von Google und Apple. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
  • ID und Zeitpunkt der Kontakte werden bei Ramble in einer History gespeichert. (Foto: Friedhelm Greis/Golem.de)
Die Späher-App schätzt die Entfernung zu Geräten mit der Corona-Warn-App der Regierung. (Screenshot: Golem.de)
Stellenmarkt
  1. IT-Lizenzmanager (m/w/d)
    ALDI International Services SE & Co. oHG, Mülheim
  2. Systemadministrator IT Support (m/w/d)
    Endress+Hauser Conducta GmbH+Co. KG, Gerlingen
Detailsuche

Die Späher-App hingegen wandelt die gemessene Signalstärke offenbar direkt in eine Entfernung um. Zudem gibt sie die maximale Dauer der Kontakte an. Das dürfte in beiden Fällen nur eingeschränkt möglich sein. Denn zum einen wird laut Schnittstellen-Spezifikation (PDF) die Übertragungsleistung als verschlüsseltes Metadatum (Associated Encrypted Metadata, AEM) gesendet, um die Abstandsmessung zu verbessern. Diesen Wert kann die Späher-App nicht verwenden. Zum anderen ändern die Geräte etwa alle 15 bis 20 Minuten ihre Kennung, den sogenannten Rolling Proximity Identifier (RPI).

Verschiedene RPIs können erst dann einem einzigen Gerät zugewiesen werden, wenn ein Infizierter seine Schlüssel hochgeladen hat und mögliche Kontaktpersonen diese Schlüssel heruntergeladen haben. Dann lassen sich aus den Schlüsseln wiederum die RPIs generieren und die gemessenen Kontaktdaten auswerten. Das kann nur die Schnittstelle von Google und Apple.

Wozu also die Späher-App?

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
AfD gegen "Überwachungs-App" 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Trollversteher 14. Jul 2020

Au Backe - hier pro AFD auftreten und dann ausgerechnet von "Paedophilen Mist...

Tuxgamer12 14. Jul 2020

Ich meine, was soll die AfD bitte deiner Meinung nach noch machen, dass du das als...

theFiend 13. Jul 2020

Skeptisch ist man vorallem, weil die alle die gleiche passiv-agressive...

CHU 12. Jul 2020

... nun hast du wieder ein viel zu einfaches Weltbild zerstört. Alter Zerstörer du! ;-)



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Krieg der Steine
Kopierte Lego-Mini-Figuren dürfen nicht verkauft werden

Lego hat einen Rechtsstreit um Mini-Figuren gegen einen Spielwarenhändler gewonnen, der Figuren aus China verkauft hat.

Krieg der Steine: Kopierte Lego-Mini-Figuren dürfen nicht verkauft werden
Artikel
  1. Smartphones: Xiaomis neues Foldable ist wesentlich günstiger
    Smartphones
    Xiaomis neues Foldable ist wesentlich günstiger

    Das Xiaomi Mix Fold 2 ähnelt dem Samsung Galaxy Fold 4. Es ist ähnlich gut ausgestattet, kostet aber wesentlich weniger Geld.

  2. USA: Tesla stoppt Bestellungen für das Model 3 Long Range
    USA
    Tesla stoppt Bestellungen für das Model 3 Long Range

    In den USA und Kanada übersteigt die Nachfrage nach dem Tesla Model 3 LR das Angebot, so dass Tesla erstmal keine Bestellungen mehr annimmt.

  3. Web Components mit StencilJS: Mehr Klarheit im Frontend
    Web Components mit StencilJS
    Mehr Klarheit im Frontend

    Je mehr UI/UX in Anwendungen vorkommt, desto mehr Unordnung gibt es im Frontend. StencilJS zeigt, wie man verschiedene Frameworks mit Web Components zusammenbringt.
    Eine Anleitung von Martin Reinhardt

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • BenQ Mobiuz EX3410R 499€ • HyperX Cloud Flight heute für 44€ • MindStar (u. a. AMD Ryzen 5 5600X 169€, Intel Core i5-12400F 179€ und GIGABYTE RTX 3070 Ti Master 8G 699€ + 20€ Cashback) • Weekend Sale bei Alternate (u. a. AKRacing Master PRO für 353,99€) [Werbung]
    •  /