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Anonymous erklärt Terroristen den Cyberkrieg.
Anonymous erklärt Terroristen den Cyberkrieg. (Bild: Golem.de)

Trittbrettfahrer profitieren vom Anonymous-Hype

Episoden wie diese zeigen ein Problem von Bewegungen wie Anonymous, deren Rhetorik und Absicht sich jeder zu eigen machen kann: Die unter Umständen hilfreiche Arbeit einzelner Aktivisten geht in einem Rauschen von Desinformation, persönlichen Angriffen und Trollen unter. Und die Gewinner der Aufmerksamkeit, wie sie in der vergangenen Woche #OpIsis erzeugte, sind häufig Trittbrettfahrer.

Ein Beispiel ist die deutsche Facebook-Seite Anonymous.Kollektiv. Mit fast 1,5 Millionen Likes zählt sie zu den scheinbar beliebtesten Sprachrohren der Bewegung im deutschsprachigen Raum. Nach der Berichterstattung in der vergangenen Woche sind noch einmal viele Nutzer mehr auf sie gestoßen - Motherboard berichtet von 450.000 neuen Likes in dieser Zeit.

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Beim genaueren Hinsehen aber fallen nicht etwa Meldungen über die Aktionen von Anonymous auf, sondern vor allem die politische Ausrichtung der Betreiber: Da wird gegen die "Hetze der Lügenpresse" und den "Gutmenschen-Mob", der sich gegen den Auftritt Xavier Naidoos beim ESC echauffiert hat, schwadroniert und vor "Diskriminierung der Deutschen im eigenen Land" und der "amerikanischen Kanzlerin in Berlin" gewarnt - Aussagen, wie man sie eher auf Veranstaltungen wie von Pegida erwarten würde.

Andere Gruppen distanzieren sich

Zwar gehören Systemkritik und eine antiautoritäre Kultur seit jeher zum Anspruch von Anonymous, und die offene Struktur der Bewegung erlaubt verschiedene Ausrichtungen. Doch dass sich andere Gruppen wie Anonymous NewsDE und Anonymous SupportDE von der Seite inzwischen distanzieren, zeigt, dass es sich beim Anonymous-Kollektiv schon länger mehr um politisch-populistische Meinungsmache denn um Hacktivismus dreht.

Klassische Anonymous-Themen wie Datenschutz oder Informationsfreiheit kommen kaum vor. Selbst die Aktion #OpParis wurde auf der deutschen Seite nur in wenigen Beiträgen erwähnt, bevor es dann wieder um Themen wie die "Pädopartei Bündnis90/Grünen" ging - nicht wirklich, was sich Anonymous von seinen Mitstreitern erhofft. Die Website Netz gegen Nazis warnt davor, die Facebook-Seite nur zu liken, weil Anonymous im Namen vorkommt, und bittet stattdessen, genau zu überprüfen, ob die Inhalte der Seite den eigenen Vorstellungen entsprechen.

Die Bilanz nach gut neun Tagen #OpParis und #OpIsis bleibt demnach insgesamt ernüchternd: einige gemeldete Twitter-Profile von mutmaßlichen Dschihadisten, aber auch viele falsche Hinweise, viel Geschimpfe und gegenseitige Beleidigungen und vor allem viel falsche Aufmerksamkeit. Die Hoffnung auf einen Erfolg des anonymen Schwarms war fürs Erste doch etwas zu groß.

 Gegen den IS: Anonymous im Kampf mit sich selbst

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thecrew 25. Nov 2015

Du benötigst für einen "Hack" erst mal irgendwo einen "Einstieg". Also mindestens z.B...

entonjackson 24. Nov 2015

Ok. Danke für die Info.

CraWler 24. Nov 2015

Für Trolle aller art, da jeder "Anonymous" sein kann. Man muss sich ja nur ne Guy Fawkes...

AngryFrog 24. Nov 2015

Uneinigkeit, Trittbrettfahrerei und sonstiges Blümchenpissen sind eigentlich mit die...

Bill Carson 24. Nov 2015

Die haben behauptet, der IS hätte eine Bitcoinwallet mit umgerechnet 3 Mio US-Dollar...



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