Spotify degradiert Musik zum Gefühlsgenerator

Spotify verfolgt ein anderes Konzept. In der Spotify-App kann nach allem gesucht und alles mit einem Klick angehört werden. In seinem Essay What Does Music Mean to Spotify? erklärt der Musikwissenschaftler Asher Tobin Chodos ein Phänomen der App: "Die Musik wird für Spotify-Nutzer nicht primär nach Genre oder Stil gruppiert [...], sondern vielmehr nach Stimmung, Aktivität und sogenannten musikalischen Schlüsselwörtern." Chodos argumentiert, dass Musik über Spotify zu hören nicht den Nutzen habe, Musik zu hören. Vielmehr gehe es darum, ein gewünschtes Gefühl hervorzurufen.

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Doch nicht nur auf die Nutzer haben illegale Plattformen wie Private Tracker Einfluss. Trent Reznor, Gründer des bedeutenden Projekts Nine Inch Nails, war laut eigenen Angaben Anfang der Nullerjahre selbst auf einem Tracker vertreten: Dieser hieß Oink's Pink Palace, kurz Oink. Dort sei er ziemlich oft gewesen, berichtete er. Reznor beschrieb Oink rückblickend und nach der Zerschlagung durch Polizei und Musikindustrie im Jahr 2007 als "einen großartigen Ort" und "den größten Plattenladen der Welt".

Auch Alben ohne Kopierschutz muss man sich leisten können

Er habe Musik von dort bezogen und nicht dafür bezahlt, erzählte Reznor dem New York Magazine im Jahr 2007. Aber hätte es einen legalen Dienst mit einem solchen Angebot ohne Kopierschutz und mit hoher Bitrate zu einem fairen Preis gegeben - er hätte für diesen Dienst bezahlt, sagte er. Mittlerweile ist Reznors Argument zu den Angeboten zwar nicht mehr allgemeingültig: Das neueste Album Renaissance der US-Künstlerin Beyoncé kostet bei dem Hi-Fi-Downloadstore Qobuz 22,39 Euro, hat keinen Kopierschutz und steht als Flac-Datei zum Download bereit.

Doch auch hier hielt der Gewinngedanke Einzug. Wer soll sich jeden Freitag Alben im Tausch gegen 15 bis 50 Euro leisten können? Für digitale Inhalte? Es ist verständlich, dass Nutzer auf Spotify ausweichen und eine Art Flatrate auf Kultur erhalten wollen. Doch wo bleiben diejenigen, die sich nicht dem Geschäftsmodell hingeben wollen? Bei Spotify zahlen Nutzer zusätzlich mit ihren Daten, damit das Unternehmen Geld verdienen kann.

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Nutzer von Private Trackern sind in der Regel große Musiknerds. Sie gehen zu Konzerten, kaufen Merchandise. Das Argument, dass sie nicht für die Inhalte zahlen, überzeugt nicht, wenn man bedenkt, dass auch Spotify sehr geringe Tantiemen an die Künstler auszahlt. Streamingdienste rentieren sich (noch?) nicht. Die Musikbranche steckt in einer größeren Krise - Plattformen für illegales Filesharing sind daran nicht schuld: Der größte Private Tracker für Musik hat gerade einmal 36.000 Nutzer.

Angebote wie Spotify können und dürfen nicht die Zukunft sein, dürfen sich nicht als alternativlos manifestieren. Plattformen wie Qobuz Bandcamp können als Beispiele gelten, wie legalisierte Formen des Filesharing aussehen könnten - doch jedes Album zu kaufen, ist teuer. Die laut Eigenbeschreibung "ethische Kooperative" Resonate setzt auf Blockchain-Zahlungen für Künstler , bleibt jedoch bis heute zu sehr im musikalischen Nischenbereich.

Macht aus den Konzepten, die Private Tracker vertreten, gerne Geschäftsmodelle, mit denen sich für Künstler Geld verdienen lässt. Legalisiert das Filesharing.

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 Gegen Spotify und Co.: Legalisiert das Filesharing!
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Hamsterrer 06. Sep 2022 / Themenstart

Doch, ich bin an Geschichte interessiert. Leg los, ich mag guten Unterhaltungswert ;)

Hamsterrer 06. Sep 2022 / Themenstart

Oh, oh! Jetzt kommenen die Galaxy-Brain-Argumente! Meine böse Gesinnung, dass ich denke...

Hamsterrer 28. Aug 2022 / Themenstart

Äh... Nein... Die Piraten entscheiden das... Und sie nennen auch gerne die Kriterien...

Hamsterrer 21. Aug 2022 / Themenstart

Das ist schön, obwohl es niemanden interessiert... Preisfrage: Was machst du bei...

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