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Geforce GT 1030 im Test: Fast tadellose Wohnzimmer-Grafikkarte

Die Geforce GT 1030 ist zwar Nvidias langsamste Grafikkarte mit Pascal -Chip, sie benötigt dafür aber nur 30 Watt und unterstützt 4K- HEVC -Inhalte samt HDCP -2.2-Schutz. Das macht das Modell ideal für Mini-PCs im Wohnzimmer - bis auf eine Ausnahme.
/ Marc Sauter
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Geforce GT 1030 von Zotac (Bild: Martin Wolf/Golem.de)
Geforce GT 1030 von Zotac Bild: Martin Wolf/Golem.de

Ohne nennenswerte Ankündigung haben Nvidia und dessen Partner die Geforce GT 1030 veröffentlicht. Wir haben uns von Zotac ein Modell der neuen Grafikkarte schicken lassen und geprüft, welche technischen Eigenschaften es aufweist und wie hoch die Geschwindigkeit sowie die Leistungsaufnahme ausfallen. Zur Einordnung: Die Geforce GT 1030 kostet etwas unter 100 Euro und bildet somit das Gegenstück zur Radeon RX 550 von AMD.

Basis der Geforce GT 1030 ist der kleinste Grafikchip mit Pascal-Architektur. Die GPU nennt sich GP108 und wird im A1-Stepping gefertigt. Grob vermessen kommen wir auf 100 mm², was für etwa 2 Milliarden Transistoren spricht. Offizielle Daten zum Chip liegen bisher nicht vor, durchgesickerten Informationen zufolge verfügt er über 512 Shader-Einheiten. Im Falle der Geforce GT 1030 sind 384 Rechenkerne freigeschaltet, das Interface ist 64 Bit breit und daran werden nur 2 GByte GDDR5-Videospeicher angeschlossen. Der Chip unterstützt nur vier PCIe-Gen3-Lanes.

Die Geforce GT 1030 ist Nvidias erstes wirklich neues Low-End-Modell, bisherige Vertreter wie die Geforce GT 630(öffnet im neuen Fenster) oder die GT 730(öffnet im neuen Fenster) basieren noch auf einem Kepler- oder gar Fermi-Chip. Welche GPU eingesetzt wird, ist von außen nicht erkennbar - die Partner können verlöten, was sie möchten. Dadurch unterstützen solche Grafikkarten weder eine Hardware-Beschleunigung für moderne Video-Codecs noch sind sie mit passenden Anschlüssen ausgestattet, was sie für das Wohnzimmer angesichts von 4K-UHD bedingt empfehlenswert macht. Beim GP108 und der Geforce GT 1030 ist das anders.

Wie alle Pascal-Grafikchips unterstützt er eine Beschleunigung von HEVC (H.265) mit 10 Bit Farbtiefe und Googles VP9-Codec. Hinzu kommen Bildschirmausgänge wie Displayport 1.4 und HDMI 2.0b für Monitore oder Fernseher mit 4K-UHD (3.840 x 2.160 Pixel) bei 60 Hz. Die Geforce GT 1030 unterstützt G-Snyc. Im Test klappte es, ein 120-Mbps-Video mit HEVC10b flüssig abzuspielen, auch die VP9-Beschleunigung im Edge-Browser mit Youtube funktionierte ohne fallen gelassene Frames.

Bisher kein 4K-Netflix

Eine Einschränkung gibt es aber: Wer 4K-Netflix unter Windows 10 nutzen möchte, hat Pech gehabt. Nvidia nennt eine GTX 1050 (Ti) als Minimum. Uns gelang es trotz Insider Preview, einer Serie wie The Crown und korrekter Hardware nicht, mehr als 1080p-Auflösung zu streamen: Es fehlt der entsprechende Treiber. Ob das eine künstliche oder technische Limitierung ist, konnte uns Nvidia nicht mitteilen. Nvidia Share (Shadow Play) können GT-Karten generell nicht.

Passend für einen HTPC fällt die Leistungsaufnahme der Geforce GT 1030 sehr niedrig aus. Wer die Grafikkarte abseits von Videos einsetzen möchte, erhält ausreichend Leistung für 1080p-Gaming mit reduzierten Details.

Messwerte und Fazit

Im Leerlauf benötigt unser Modell der Geforce GT 1030, eine Low-Profile-Variante von Zotac, gerade einmal 5,1 Watt (einzelnes 4K-Display mit 60 Hz). Mit einem zusätzlichen 1080p144-Bildschirm sind es 5,7 Watt. Etwas höher ist die Leistungsaufnahme, wenn ein 4K-VP9-Video via Edge-Browser bei Youtube abgespielt wird: 9,2 Watt. Nach einer halben Stunde in Tamriel - sprich in The Elders Scrolls Online - messen wir 29,3 Watt und damit fast genau die 30 Watt, die Nvidia angibt. Der kleine Lüfter der Zotac-Karte ist durchweg unhörbar.

Laut Datenblatt(öffnet im neuen Fenster) taktet das Modell mit 1.227/1.468/3.004 MHz (Basis/Boost/Speicher). Wir haben in mehreren Spielen die Frequenzen protokolliert - die Karte läuft durchweg mit 1.709 MHz und heizt sich auf bis zu 67 Grad Celsius auf. Aktuelle und ältere Titel sind auf der Geforce GT 1030 durchaus in 1080p flüssig spielbar: Battlefield 1 rennt bei mittleren Details mit 30 bis 40 fps, Doom mit Medium-Einstellung ebenfalls. Besser sieht es bei Skyrim SE und TESO aus, bei gleicher Bildrate können alle Optionen eingeschaltet werden. Diese Leistung entspricht grob einer halbierten Geforce GTX 1050 Ti , was anhand der technischen Daten auch genauso zu erwarten war.

Verfügbarkeit und Fazit

Die Geforce GT 1030 wird durch Nvidias Partner in allerhand Varianten für 80 bis 90 Euro angeboten. Das gilt auch für von uns getestete Geforce GT 1030 von Zotac im Low-Profile-Format und aktiver Kühlung. Eine Version ohne Lüfter gibt es ebenfalls. Einige Karten weisen anstelle des älteren DL-DVI-Ausgangs neben dem aktuellen HDMI 2.0b noch einen modernen Displayport 1.4 auf.

Schlussendlich liefert die Geforce GT 1030 ein attraktives Gesamtpaket für Nutzer, die eine Unterstützung moderner Video-Codecs und Display-Ausgänge in Form einer kleinen, sparsamen Grafikkarte für wenig Geld suchen. Das Modell von Zotac ist dank Low-Profile-Bauweise besonders kompakt, der Lüfter quasi lautlos. Aktuelle Spiele laufen rund, wenn sie nicht anspruchsvoll sind oder mit reduzierten Details gestartet werden. Ärgerlich ist die fehlende Netflix-4K-Funktionalität, die aber eventuell nachgeliefert wird.


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