Gefahr für Vögel und Mikroklima
Weniger exakt messbar ist die Gefahr durch die Rotoren der Windräder für Vögel und Insekten(öffnet im neuen Fenster). Es gibt Schätzungen, wonach zwischen 10.000 und 100.000 Vögel pro Jahr durch Windräder zu Schaden kommen.
Demgegenüber stehen knapp 100 Millionen Vögel, die in Deutschland an Glasscheiben und im Straßenverkehr zu Tode kommen, ganz zu schweigen von Katzen. Die Zahl wirkt riesig, aber angesichts von 50 Millionen Pkw genügt es, dass weniger als ein Vogel pro Jahr und Pkw sein Ende findet.
Dazu kommt, dass es aktive Bemühungen gibt, vor allem Greifvögel wie den gar nicht mal gefährdeten Rotmilan vor den Rotorblättern zu schützen. Das ordnet zum Beispiel dieses Video(öffnet im neuen Fenster) sehr gut ein.
Mit Insekten hat sich das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt(öffnet im neuen Fenster) befasst und aus Modellrechnungen geschlussfolgert, dass 1.200 Milliarden Insekten pro Jahr an Windrädern zu Tode kommen.
Die Studie wurde wegen der modellhaften Berechnungen mit schwacher Datengrundlage kritisiert. Auch fehlte eine Einordnung, denn gleichzeitig verspeisen allein im Wald lebende Vögel in Deutschland die 400-fache Menge an Insekten. Insgesamt haben Windräder damit nur einen winzigen Einfluss auf die Insektenpopulation, während Pflanzenschutzmittel teils für 90-prozentige Rückgänge(öffnet im neuen Fenster) bei Insektenzahlen verantwortlich gemacht werden.
Mikroklima und Abfallberge
Feststellbar sind zudem höhere nächtliche Temperaturen unter Windkraftanlagen. Das liegt daran, dass die Durchmischung der Luftschichten erschwert wird. Dass Windräder, die wie in Windparks auf sehr kleiner Fläche stehen, das Klima an sich beeinflussen könnten, Regen verhindern oder die Wolkenbildung beeinflussen, darf dagegen ausgeschlossen werden.
Wolken entstehen in mehreren Kilometern Höhe und ein Tiefdruckgebiet ist zum Beispiel etwa viermal so groß wie die Fläche Deutschlands. Ein leicht abgeschwächter Wind am Boden hat darauf keine Auswirkung. Viel eher entziehen immer mehr Windräder der Atmosphäre ein klein wenig Energie, die durch die Erhöhung der Durchschnittstemperatur auf unserem Planeten angestiegen ist.
Bleibt noch der Müll, den ein Windrad nach 20 bis 30 Jahren Lebensdauer hinterlässt – wobei das Fundament und im Grunde sämtliche Komponenten aus Metall gleich weitergenutzt oder wiederverwendet werden können. In Bezug auf die Masse entsprechen die Flügel nur einem winzigen Teil des Ganzen.
Wie sich diese gemischten Kohlenfaserstoffe am besten wiederverwenden lassen, wird noch erforscht(öffnet im neuen Fenster). Erste Ansätze laufen zum Beispiel darauf hinaus, neue Werkstoffe, etwa für Terrassen, daraus herzustellen. Recycling ist das aber noch nicht.
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