Gefahr aus dem All: Abwehr von Asteroiden auch kurzfristig möglich

Asteroiden werden häufig kurzfristig entdeckt. Die meisten stellen keine Gefahr dar. Ein Forschungsteam wollte wissen, ob man sie abwehren kann.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Ein Asteroid bedroht die Erde (künstlerische Darstellung).
Ein Asteroid bedroht die Erde (künstlerische Darstellung). (Bild: Pixabay)

Asteroiden können abgelenkt werden. Das hat die Dart-Mission der amerikanischen Raumfahrtbehörde Nasa bewiesen. Allerdings braucht es für ein solches Manöver genügend Vorlaufzeit. Was ist, wenn ein Asteroid erst kurz vor dem Einschlag auf der Erde entdeckt wird? Würde die Zeit für einen Gegenangriff ausreichen? Mit dieser Frage hat sich eine Forschungsgruppe auseinandergesetzt.

Als Beispiel haben sie einen Asteroiden gewählt, der 2023 NT1 ähnelt. Dieser zog im Juli dieses Jahres zwischen Erde und Mond vorbei. Zwar stellte er keine Gefahr dar, mit einem Durchmesser von 30 bis 60 Metern hätte eine Kollision jedoch eine dreimal so starke Explosion wie der Einschlag in Tscheljabinsk 2013 verursacht.

Tatsächlich würde die Zeit für einen kurzfristigeren Angriff mit einer Abwehrrakete ausreichen, um den Asteroiden mit der Pulverize It (PI)-Methode in harmlose Teile zu zerlegen. Mit der derzeitigen Starttechnologie könnte eine Abwehrrakete innerhalb eines Tages starten. Dafür müssten sie jedoch in Bereitschaft stehen.

Abwehr von Asteroiden mit der PI-Methode

Um den Asteroiden zu pulverisieren, schlägt das Forschungsteam eine Kombination aus kinetischen und explosiven Impaktoren vor. Die Rakete würde mehrere Impaktoren mit hoher Relativgeschwindigkeit zum Asteroiden freisetzen. Diese könnten den Asteroiden in Fragmente mit einem Durchmesser von höchstens zehn Metern zertrümmern.

Mit Simulationen zeigte das Team, dass dies eine wirksame Methode zur Zerstörung des Asteroiden wäre. Vorausgesetzt, er hat die typische Dichte und Zusammensetzung für einen Körper seiner Klasse.

Selbst wenn die Fragmentierung nur wenige Stunden vor dem Einschlag auf der Erde stattfände, würde die entstehende Trümmerwolke für uns ein begrenztes Risiko darstellen. Dennoch handelt es sich bei diesem Vorschlag nur um eine Machbarkeitsstudie. Es gibt weder eine Rakete zum Starten, noch ein notwendiges Impaktorsystem.

Wenn morgen ein für die Erde gefährlicher Asteroid entdeckt würde, gäbe es derzeit keine Möglichkeit diesen abzuwehren. Die Technologie für den Bau einer Rakete zur Planetenabwehr ist vorhanden. Die Frage bleibt, ob es den nötigen Willen gibt.

Zur Studie

Die Studie wurde am 19. Oktober 2023 auf dem Pre-Print-Server arxiv.org veröffentlicht: Asteroid 2023 NT1: A Cautionary Tale (Asteroid 2023 NT1: Ein abschreckendes Beispiel).

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