Erschlichenes Zertifikat: Microsoft antwortet vier Jahre nicht auf Warnung

Zum fälschlicherweise ausgestellten Zertifikat für die Microsoft-Domain live.fi sind weitere Details bekannt. Demnach hatte sich Microsoft Wochen Zeit gelassen, um zu reagieren. In einem ähnlichen Fall ließ Microsoft sogar vier Jahre verstreichen.

Artikel veröffentlicht am , Hanno Böck
So ist es korrekt: Microsoft verweigert das Anlegen einer Hostmaster-Mailadresse.
So ist es korrekt: Microsoft verweigert das Anlegen einer Hostmaster-Mailadresse. (Bild: Screenshot)

Vor einigen Tagen wurde bekannt, dass für die finnische Microsoft-Domain live.fi fälschlicherweise ein Zertifikat bei der Zertifizierungsstelle Comodo ausgestellt wurde. Details, die jetzt bekanntwurden, zeigen, dass Microsoft das Problem offenbar über Wochen ignoriert hatte. Das alleine ist schon schlimm genug, dazu kommt nun jedoch, dass Microsoft in einem ähnlich gelagerten Fall in Belgien offenbar über Jahre hinweg nicht reagiert hatte.

Hostmaster-Adresse muss für User gesperrt sein

Stellenmarkt
  1. System Engineer (m/w/d) Citrix ADC / NetScaler
    DATAGROUP Köln GmbH, Köln (Home-Office)
  2. Fulfillment Experte / Projektleiter Operations Prozesse/E-Commerce Warehouse (mobiles Arbeiten) ... (m/w/d)
    DPD Deutschland GmbH, Raum Frankfurt am Main, München, Dortmund (Home-Office)
Detailsuche

Ein Unbekannter, der sich gegenüber der finnischen Webseite Tivi.fi geäußert hat, konnte sich in seinem Microsoft-Account den Alias hostmaster@live.fi für seine Mailadresse anlegen. Das Problem dabei: Derartige M-Mail-Adressen werden von Zertifizierungsstellen genutzt, um die Besitzer von Domainnamen zu prüfen. Eine entsprechende Richtlinie, die sogenannten Baseline Requirements des CA/Browser-Forums, legt fest, welche Adressen für ein derartiges Verfahren geeignet sind. Microsoft selbst ist Mitglied im CA/Browser-Forum und hat an der Richtlinie mitgewirkt.

Laut Tivi.fi hatte der Unbekannte bereits im Januar den Vorfall an finnische Behörden und gleichzeitig an mehrere Kontaktadressen bei Microsoft gemeldet. Über mehrere Wochen erhielt er jedoch keine Antwort darauf. Am Dienstag dann meldete Microsoft den Vorfall in einem Advisory und sperrte gleichzeitig den Account des Betroffenen.

Vier Jahre im Besitz von administrator@live.be

Doch Microsoft wusste offenbar schon seit vielen Jahren, dass sich derartige administrative Mailadressen bei den Live-Diensten registrieren lassen. Der Webseite Ars Technica berichtet der Belgier Laurens Vets, dass er bereits 2010 die Mailadressen abuse@live.be, admin@live.be und administrator@live.be registriert hat. Mit zwei dieser Adressen hätte Vets ebenfalls nach Belieben TLS-Zertifikate registrieren können, in diesem Fall für die belgische Version des Live-Services. Auch Vets hatte den Vorfall an Microsoft gemeldet und im November 2010 eine Bestätigung erhalten, dass das Problem an die verantwortlichen Stellen weitergeleitet wurde. Vets kann anscheinend bis heute auf diese Mailadressen zugreifen.

Golem Akademie
  1. Mobile Device Management mit Microsoft Intune
    22.-23. November 2021, online
  2. AZ-104 Microsoft Azure Administrator
    13.-16. Dezember 2021, online
  3. Microsoft Teams effizient nutzen
    19. November 2021, online
Weitere IT-Trainings

Im Zusammenhang mit der Ausstellung von erschlichenen TLS-Zertifikaten wird gern auf die Mängel des Zertifikatssystems verwiesen, die zweifelsohne vorhanden sind. In diesem Fall scheint es sich allerdings vor allem um ein Problem bei Microsoft zu handeln. Offenbar ist man dort nicht in der Lage, auf Berichte über Sicherheitsvorfälle zeitnah zu reagieren.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Proctrap 19. Mär 2015

Heh es ist noch nicht einmal Fr. Aber trotzdem danke für die Lacher :) P.S.: Fehler...

__destruct() 19. Mär 2015

Wie bitte? Wie kann es denn noch mehr an einem Unternehmen liegen, dass ein Zertifikat...

jg (Golem.de) 19. Mär 2015

Danke für den Hinweis, wir haben das in beiden Meldungen zu dem Thema geändert! Gruß, Juliane

GeeGee 19. Mär 2015

na jetzt aber mal die Fakten auf den Tisch



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Infiltration bei Apple TV+
Die Außerirdischen sind da!

Nach Foundation wartet Apple innerhalb kürzester Zeit gleich mit der nächsten Science-Fiction-Großproduktion auf. Diesmal landen die Aliens auf der Erde.
Eine Rezension von Peter Osteried

Infiltration bei Apple TV+: Die Außerirdischen sind da!
Artikel
  1. Truth Social: Trumps soziales Netz bekommt Probleme mit Hackern und Lizenz
    Truth Social
    Trumps soziales Netz bekommt Probleme mit Hackern und Lizenz

    Hacker starten in Trumps-Netzwerk einen "Online-Krieg gegen Hass" mit Memes. Der Code scheint illegal von Mastodon übernommen worden zu sein.

  2. Krypto: NRW versteigert beschlagnahmte Bitcoin
    Krypto
    NRW versteigert beschlagnahmte Bitcoin

    Nordrhein-Westfalen hat Bitcoin im achtstelligen Eurobereich beschlagnahmt und will diese jetzt loswerden - im Rahmen einer Auktion.

  3. Rust, Deepfake, Sony, Microsoft: Konsolen-Termin für Among Us, mehr Speicher für die Xbox
    Rust, Deepfake, Sony, Microsoft
    Konsolen-Termin für Among Us, mehr Speicher für die Xbox

    Sonst noch was? Was am 22. Oktober 2021 neben den großen Meldungen sonst noch passiert ist, in aller Kürze.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Seagate SSDs & HDD günstiger (u. a. ext. HDD 14TB 326,99) • Dualsense PS5-Controller Weiß 57,99€ • MacBook Pro 2021 jetzt vorbestellbar • World of Tanks jetzt mit Einsteigerparket • Docking-Station für Nintendo Switch 9,99€ • Alternate-Deals (u. a. iPhone 12 Pro 512GB 1.269€) [Werbung]
    •  /