Was lässt sich gegen Niedrigwasser schon ausrichten?
Relevant ist die Binnenschifffahrt somit weiterhin, vor allem für die chemische Industrie, aber auch für die Landwirtschaft und alle Betriebe in Flussnähe, die Schüttgut benötigen oder damit handeln. Das liegt daran, dass kein anderer Transportweg effizienter ist und die Instandhaltungskosten zumindest an natürlichen Flussläufen vergleichsweise niedrig sind.
Dazu gibt es bereits Frachtschiffe, die mit selbstproduziertem Solarstrom unterwegs sind, wenn auch nur flussabwärts. Bleibt die Frage, was sich gegen ein Naturereignis wie Niedrigwasser ausrichten lässt.
Zurückzuführen ist der Mangel im gesamten Wasserkreislauf von Regen über Grundwasser bis zum Oberflächenwasser und der Bodenfeuchte auf den Klimawandel. Mehr Hitzetage, weniger Schneefall und somit fehlendes Tauwasser im Frühjahr sowie ausbleibender Landregen, also lang anhaltende, gleichmäßige Regenfälle über Tage hinweg, haben gemeinsam über Jahre hinweg den Grundwasserspiegel in Deutschland sinken lassen.
Grundwasser ist die wichtigste Wasserquelle für Flüsse. Insbesondere beim Rhein kommt der Verlust an Gletschern in den Alpen hinzu, die im Sommer für einen konstanten Zufluss verantwortlich wären, deren Gesamtfläche sich in den letzten 100 Jahren aber um etwa 75 Prozent verringert(öffnet im neuen Fenster) hat.
Kurzfristige Hilfe gibt es nicht
So gesehen gibt es keine schnellen Gegenmaßnahmen, außer vielleicht, auf anhaltende Niederschläge zu hoffen. Ganz allgemein heißt es also, weniger CO2 ausstoßen und mehr Naturräume wiederherstellen.
Was sich konkret tun ließe, um die Dürre in Zukunft abzumildern, hat zum Beispiel Christian Wolter(öffnet im neuen Fenster) vom Leibniz-Institut in Berlin kurz zusammengefasst. Weil sich die Niederschlagsmengen gar nicht drastisch verringert hätten, sondern sich zeitlich verschoben hätten, müsse die Landschaft wieder mehr Wasser speichern.
Moore müssten vernässt und das Wasser in den oberen Flussläufen durch Wasserspeicher und geschützte Grundwasservorkommen zurückgehalten werden. Flüsse weiter zu vertiefen, um eine Fahrrinne auch bei wenig Wasser zu garantieren, löse das Problem hingegen nicht, sondern verschärfe es eher, weil der Abfluss verstärkt werde.
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