Geely: Renault kooperiert mit China und spaltet sich auf
Renault-Chef Luca de Meo will das Unternehmen, das vor zwei Jahren vom französischen Staat gerettet wurde, in fünf Sparten aufteilen(öffnet im neuen Fenster). Die Verbrenner- und Hybridmotoren sowie Getriebe sollen unter dem Projektnamen Power mit dem chinesischen Unternehmen Geely(öffnet im neuen Fenster) weiterentwickelt werden. Zu diesem Bereich werden auch Dacia und die Renault-Nutzfahrzeuge gehören.
Dazu kommt die Elektroautosparte Ampere, die Sportwagenmarke Alpine sowie je ein Unternehmen für Finanzdienste und eines zum Recycling von E-Auto-Akkus.
Renault gründet mit Geely für die Sparte Verbrennungs- und Hybridmotoren ein Joint Venture. Diesem sollen 17 Fabriken und drei Forschungs- und Entwicklungszentren in Spanien, Rumänien, Schweden, China und Südamerika mit insgesamt 19.000 Beschäftigten angehören. Es wird in London beheimatet sein und 2023 seinen Betrieb aufnehmen. Das Unternehmen Power soll neben Renault, Dacia und Geely auch Volvo, Nissan, Mitsubishi sowie Lynk und Proton beliefern.
Die Elektroautofirma Ampere wird den Ankündigungen zufolge zusammen mit Qualcomm gegründet(öffnet im neuen Fenster). Wie groß deren Anteil wird, ist nicht bekannt. Auch mit Google arbeitet Ampere künftig zusammen(öffnet im neuen Fenster), um Over-the-Air-Updates zu ermöglichen. Zudem sollen KI-Funktionen für eine verbesserte Echtzeitdiagnose der Fahrzeuge eingesetzt werden.
Ampere wird das Kerngeschäft ausmachen und rund 10.000 Mitarbeiter in Frankreich beschäftigen. In Europa will Renault ab 2030 nur noch E-Autos anbieten. Das Unternehmen soll an die Börse gehen, vermutlich Ende 2023.
De Meo will mit der Aufspaltung den Konzern stärken und die operative Gewinnmarge bis 2025 auf mehr als acht Prozent und bis 2030 auf rund zehn Prozent anheben.
Wie es mit der Allianz mit Nissan weitergeht, ist nicht bekannt. Renault hält 43 Prozent an Nissan. Nissan besitzt 15 Prozent Renault-Anteile. Auch mit Mitsubishi unterhält Renault eine Partnerschaft, die weiter gepflegt werden soll. Wie genau das aussehen kann, ist bislang nicht bekannt.
Die Pläne de Meos könnten durch die französischen Gewerkschaften und auch den französischen Staat noch ins Wanken kommen. So teilte die Gewerkschaft CGT mit, dass sie von einer Aufteilung nichts halte(öffnet im neuen Fenster). Frankreich hält 15 Prozent an Renault und ist damit größter Einzelaktionär.
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