Gebühren: EU-Parlament billigt Kompromiss zu Gratis-Roaming

Nach jahrelangen Verhandlungen fallen tatsächlich die Roaming-Gebühren in der EU weg. Unklar ist noch, wie die Mobilfunkanbieter mit Vielnutzern umgehen werden.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Urlauberin mit Mobiltelefon
Urlauberin mit Mobiltelefon (Bild: Alexander Demianchuk/Reuters)

Ab Sommer sollen Reisende ohne Zusatzkosten im EU-Ausland mobil telefonieren und im Internet surfen können. Dafür billigte das EU-Parlament am Donnerstag in Straßburg einen Kompromiss mit den Mitgliedstaaten über Roaming-Großhandelspreise. Diese waren Ende Januar 2017 beschlossen worden.

Die sogenannten Roamingvorleistungsentgelte bezahlen die heimischen Betreiber dem Auslandsanbieter dafür, dass sein Kunde zeitweise dessen Netz nutzt. Dafür etabliert die EU nun Obergrenzen von 3,2 Cent pro Minute für Anrufe und 1 Cent für SMS. Für Datenvolumen sinken die Obergrenzen schrittweise von zunächst 7,70 Euro pro Gigabyte vom 15. Juni 2017 an auf schließlich 2,50 Euro pro Gigabyte nach dem 1. Januar 2022.

Die neuen Regeln sollen ab Mitte Juni für die 28 EU-Staaten sowie für Island, Norwegen und Liechtenstein gelten. Auch die Mitgliedsstaaten müssen noch offiziell zustimmen. Der zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Andrus Ansip, sprach von einer "großartigen Errungenschaft", die einen unmittelbaren Einfluss auf das Leben der Menschen haben werde.

Fair-Use-Grenze gegen Missbrauch

Allerdings können die Mobilfunkanbieter mit der sogenannten Fair-Use-Grenze verhindern, dass Nutzer die Abschaffung der Roaminggebühren missbrauchen. Die Bundesnetzagentur nennt als Beispiele "den Kauf einer günstigeren SIM-Karte im Ausland und Nutzung dieser SIM-Karte im Inland oder wenn der Kunde sich dauerhaft im Ausland aufhält, aber einen in seinem und für sein Heimatland abgeschlossenen Vertrag nutzt".

Die Deutsche Telekom wisse derzeit noch nicht, "wie wir die sogenannte Fair-Use-Policy umsetzen und Missbrauch unterbinden werden", sagte Unternehmenssprecher Philipp Blank auf Anfrage von Golem.de. Für bestimmte Tarife begrenzt die Telekom bereits die verfügbaren Gesprächsminuten im Ausland, das Datenvolumen wird bei Erreichen des vereinbarten Limits stark gedrosselt. Die neue Stream-On-Option gilt laut Telekom nur im Inland.

Blank kritisierte zudem die nun beschlossene Vereinbarung. "Die neuen Preisobergrenzen liegen zum Teil unter den verhandelten Marktpreisen und berücksichtigen nicht, dass sich auch Roaming-Partner an den Risiken der Netzinvestitionen angemessen beteiligen sollten." Damit würden falsche Signale für Investitionen in leistungsfähige Mobilfunknetze gesetzt, wie sie für die Entwicklung der Gigabit-Gesellschaft dringend benötigt werden, sagte der Sprecher.

Die EU-Kommission hatte im Herbst ursprüngliche Pläne aufgegeben, die Roaming-Freiheit für Verbraucher auf 90 Tage pro Jahr zu beschränken.

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Clown 10. Apr 2017

Wenn man keine Probleme hat, macht man sich wohl offenbar welche..

H1r5ch 07. Apr 2017

Genau das meinte ich, Danke. Wenn ich nur noch für Minutenpreise von 2¤ angerufen werden...

plutoniumsulfat 07. Apr 2017

Und wie schauts aus, wenn es das gleiche Unternehmen ist?

guidol 07. Apr 2017

bei bestimmten Tarifen. Kein Roaming - keine Kosten fuer den Provider. Die Kosten im...



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