Gears Tactics: Verfügbarkeit und Fazit

Statt Gegner zu flankieren und aus der Deckung zu treiben, können wir auch über das Schlachtfeld hechten und sie mit dem Retro-Lancer-Bajonett aufspießen oder mit der Lancer-Kettensäge zerteilen. Das spart Aktionspunkte und Munition durch Fehlschüsse und ist überdies garantiert tödlich. Schaffen wir es nämlich nicht, ein Locust-Monster auf Anhieb zu erledigen, geht dieses kriechend zu Boden und kann von einem anderen wiederbelebt werden. Also exekutieren wir das wehrlose Viech, was das Spiel mit einem zusätzlichen Aktionspunkt für alle Mitglieder des Squads belohnt.

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In den bisherigen Gears-Titeln helfen Freund und Feind halbtoten Verbündeten ebenfalls auf, abseits der jeweiligen Figur hat dies jedoch keinen direkten Vorteil. Auch wenn es im Kontext von Gears Tactics einen Sinn ergibt, wäre diese zelebrierte Gewalt früher wohl ein Indizierungskriterium gewesen - genau wie wir in Doom Eternal (Test) nur Lebenspunkte und Munition erhalten, wenn wir Gegner zersägen oder per Flammenwerfer rösten.

Die taktische Komponente in Gears Tactics entsteht durch die Auswahl der Aktionen, die wir durch freischaltbare Fähigkeiten sowie Ausrüstungsgegenstände auf den jeweiligen Spielstil abstimmen: Jede der fünf Klassen erhält so mit der Zeit eine immer spezifischere Rolle, unsere Scharfschützin etwa macht garantiert heftigen kritischen Schaden und lädt bei fast jedem Treffer automatisch nach. Roberta mit der schweren Gatling verankert sich in Deckung, was stapelbaren Schaden verursacht - besonders fies ist dabei, dass sterbende Gegner dank passivem Skill in weitem Radius explodieren.

  • Wir steuern bis zu vier Gears. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Vor den Missionen rüsten wir Charaktere aus und legen Skills fest. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Hier sind zwei unserer Squad-Mitglieder von Snipern gepinnt. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Ein paar Missionen später drehen wir den Spieß um. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Gears Tactics arbeitet mit Boni für erhöhte Positionen. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • In einigen Abschnitten müssen wir vor Bombardements fliehen. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Bei Attacken schaltet das Spiel teils in die Schulterperspektive. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Gears Tactics ist kein Titel für Kinder. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Die seltenen Bosse sind riesig und schwer zu besiegen. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Nach jeder Mission winken Belohnungen ... (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • ... wie diese Schulterstütze mit passivem Bonus. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
  • Fans der Serie erfahren mehr über Gabe  Diaz, den Vater von Kate. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)
Wir steuern bis zu vier Gears. (Rechteinhaber: Microsoft/Screenshot: Golem.de)

Allerdings sind auch die Locust nicht ohne: Flinke Wretches springen uns mit ihren Klauen an, Ticker sprengen sich bei Sichtkontakt in die Luft, feindliche Sniper pinnen Squad-Mitglieder fest, Boomer feuern über große Distanz mit Granaten und Kantus-Priester stärken die Locust mit Buff-Gesängen. Die Entwickler haben zwei neue Gegnertypen entworfen, die sich nahtlos ins Szenario einfügen. Cool: Neulinge bekommen die Locust beim Erstkontakt kurz erklärt. Zwar wiederholen sich die (Neben-)Missionen, durch abwechslungsreiche Karten und facettenreiche Gegner macht sich aber nie Langeweile breit: Bis zum Abschluss der Kampagne auf dem dritten von vier Schwierigkeitsgraden waren wir laut Steam fast 50 Stunden beschäftigt.

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Optisch ist Gears Tactics viel beeindruckender als Xcom 2, denn die Studios haben den Titel mit der Unreal Engine 4 hübsch in Szene gesetzt. Bei Attacken oder Exekutionen wechselt die Ansicht teils in die Schulterperspektive, dann wirkt Gears Tactics fast schon so, als würden wir gerade durch Gears 5 stapfen - für die cineastischen Zwischensequenzen gilt das ohnehin. Die D3D12-Optik lässt sich schön skalieren und läuft selbst auf Ultrabooks in 720p noch passabel; der integrierte Benchmark hilft beim Justieren des umfangreichen Grafikmenüs.

Gears Tactics erscheint als Singleplayer-Titel am 28. April 2020 für 70 Euro bei Steam und im Microsoft Store, alternativ im Xbox Game Pass. Das Spiel erfordert in beiden Fällen einen Xbox-Live-Account. Unsere Charaktere sind optisch anpassbar, Mikrotransaktionen fehlen. Trotz optionaler Blut- und Splatter-Effekte trägt Gears Tactics zu Recht ein FSK18-Logo. Vorbesteller erhalten Augustus Cole im Trashball-Outfit, eine bei den Fans sehr beliebte Figur der beiden Gears-Trilogien. "The Cole Train can't be stopped, whooo!", ruft er beim ersten Kill - im englischen Original standesgemäß von Lester Speight vertont. Die deutsche Version ist schön bärbeißig umgesetzt, vermittelt aber schlicht nicht das gleiche Feeling.

Fazit

Die für uns wichtigste Erkenntnis nach dem Durchspielen von Gears Tactics ist, dass es sich trotz der anfangs ungewohnten Perspektive um ein waschechtes Gears handelt - und um eine sehr gute Rundenstrategie. Dank drei statt zwei Aktionspunkten plus weiteren durch Exekutionen sind die Kämpfe viel aggressiver und schneller als in Xcom 2, zumal wir es teils mit über einem Dutzend Gegner aufnehmen müssen.

Aufgrund mehrerer Klassen und vielfältiger Skills ist die Übermacht mit cleverem Taktieren am Ende immer besiegbar, wenngleich wir oft um Charaktere gebangt haben. Gerade Fans der Serie erhalten durch die häufigen Zwischensequenzen einen tieferen Einblick in die frühe Entwicklung einiger Figuren, die in den späteren Trilogien wichtig werden. Wir zumindest sind nun erst recht gespannt auf Gears 6!

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 Gears Tactics im Test: Lakonische Action von oben
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