Deckung ist nicht immer sicher
Spielerisch setzt E-Day auf eine Mischung aus vertrauten Stärken und vorsichtigen Neuerungen. The Coalition beschreibt das Projekt als ein Spiel, das sich "wie Gears anfühlt, aber neu spielt". Tatsächlich wurde praktisch alles neu entwickelt. "Wir haben mit einer leeren Festplatte angefangen", erklärte das Team. Animationen, Sounds, Charaktere und Umgebungen entstanden komplett neu in Unreal Engine 5.
Am auffälligsten sind die Änderungen bei Bewegung und Leveldesign. Das Deckungssystem bleibt das Herzstück der Kämpfe, wird aber um neue Möglichkeiten ergänzt. Kugeln durchschlagen etwa Tische, Schränke oder andere leichte Hindernisse, wodurch Deckungen nicht mehr automatisch Sicherheit garantieren.
Die Entwickler betonen ausdrücklich, dass Gears dadurch kein hektischer Shooter werden soll. Deckung bleibt überlebenswichtig, die neuen Möglichkeiten sollen vor allem zusätzliche taktische Optionen eröffnen. Wer einen Gegner nicht direkt treffen kann, schießt künftig durch das Objekt, hinter dem er sich versteckt. Dadurch sollen die Gefechte dynamischer wirken.
Auch die Schlachtfelder fallen größer aus als in vielen früheren Serienteilen. Statt ausschließlich enger Korridore warten immer wieder größere Stadtviertel mit mehreren Wegen zum Ziel. Mal geht es frontal durch eine Hauptstraße, mal über Seitenwege oder höher gelegene Positionen. Die Kämpfe wirken dadurch offener, ohne ihre typische Wucht zu verlieren.
Die Locust selbst sollen wieder bedrohlicher wirken als zuletzt, der Horror-Aspekt rückt stärker in den Vordergrund. Dazu passt auch die neue Zerstörungstechnik. Fassaden brechen auseinander, Straßen werden von gewaltigen Erdsenken verschlungen und die berühmten Emergence Holes kehren zurück.
Die unterirdischen Tunnelöffnungen dienen erneut als Spawnpunkte für Locust-Truppen und sorgen dafür, dass Gegner praktisch überall aus dem Boden brechen können.
Bei den Waffen setzt E-Day auf eine Mischung aus Klassikern und neuen Ideen. Die Lancer steht dabei natürlich besonders im Mittelpunkt. Zu Beginn tragen die Soldaten noch die klassische Retro-Lancer mit Bajonett.
Weil sie gegen die Locust nur begrenzt wirksam ist, entsteht im Verlauf der Geschichte die legendäre Kettensägen-Lancer, die später zum Markenzeichen der gesamten Reihe werden sollte. Für Fans der Seriengeschichte dürfte das einer der spannendsten Aspekte überhaupt sein – ohne Verletzungsgefahr im echten Leben hoffentlich.
Gears of War – E-Day: Termin und Plattformen
Darüber hinaus warten neue Waffen wie der Granatwerfer Cod Puncher oder die Incinerator-Schrotflinte. Zusammen mit dem erweiterten Gore-System soll das für die gewohnt brachialen Gefechte sorgen, für die Gears bekannt ist. Kugeln reißen sichtbare Wunden und die Kämpfe hinterlassen deutlich mehr Spuren in der Umgebung als bisher.
Technisch macht E-Day einen hervorragenden Eindruck. Die Unreal Engine 5 ermöglicht deutlich detailliertere Charaktermodelle, dynamische Beleuchtung und eine beeindruckende Zerstörungsdichte. Besonders die Gesichter profitieren von der neuen Technik.
Über 350 individuell modellierte Gesichtsformen pro Figur sollen Emotionen deutlich glaubwürdiger transportieren. Ein Entwickler formulierte es so: Marcus habe heute mehr Details in seinen Wimpern als sein komplettes Charaktermodell im ersten Gears of War auf der Xbox 360.
Unser Finger hat die Begegnung mit der Lancer überstanden. Ob das für die Locust ebenfalls gilt, wird sich ab dem 6. Oktober zeigen. Dann erscheint Gears of War – E-Day für Xbox Series X/S und Windows-PC. Ab Veröffentlichung ist das Spiel außerdem im Game Pass enthalten. Eine Playstation-5-Version wird es nicht geben, obwohl es eine Zeitlang geplant gewesen sein soll.
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