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Gears of War E-Day im Test: Kaum sind die Locust da, fliegen die Fetzen

Die Locust überrennen die Welt. Marcus und Dom schießen zurück. Das neue Gears of War ist geradlinig und spektakulär inszeniert (PC, Xbox).
/ Peter Steinlechner
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Artwork von Gears of War - E-Day (Bild: Microsoft)
Artwork von Gears of War - E-Day Bild: Microsoft

"Erst kämpfen, dann maulen" Einer unserer Mitstreiter bringt früh auf den Punkt, worum es in Gears of War – E-Day geht. Viel Zeit zum Nachdenken bleibt ohnehin nicht: Die Locust sind da, also werden sie bekämpft. Am besten mit möglichst großem Kaliber.

Das Entwicklerstudio The Coalition(öffnet im neuen Fenster) kehrt mit E-Day zu den Anfängen der Reihe zurück. Der Emergence Day (E-Day) liegt 14 Jahre vor dem ersten Gears of War, Marcus Fenix und Dominic Santiago sind noch junge Soldaten und erleben den Beginn der Locust-Invasion.

Spielerisch fühlt sich E-Day verblüffend stark nach dem alten Gears of War an. Wir bewegen uns meist durch geradlinige Areale, gehen hinter Mauern und Betonklötzen in Deckung und zerlegen Gegner mit Sturmgewehr, Schrotflinte und natürlich dem Lancer.

Das ist simpel, aber auch 2026 noch ausgesprochen vergnüglich. Die Waffen haben ordentlich Wucht, Treffer fühlen sich mächtig an und mit der Kettensäge geht es gewohnt drastisch zur Sache.

Überhaupt versteht E-Day einiges von Spektakel. Die Animationen sind hervorragend, die Umgebung sieht schick aus (Unreal Engine 5) und immer wieder brechen Locust durch Wände, tauchen unerwartet auf oder sorgen auf andere Weise für Überraschungen.

Dazu kommen größere Gegner und Bosskämpfe. Die Inszenierung hält das Tempo hoch – zumindest, solange uns das Spiel kämpfen lässt. Denn recht oft müssen Marcus und seine Kameraden langsam durch die Gegend laufen und miteinander reden.

Diese Ingame-Gespräche bremsen den Spielfluss teilweise empfindlich aus, längst nicht immer können wir das überspringen. Das ist umso bedauerlicher, weil die Handlung vergleichsweise wenig aus ihrer starken Ausgangslage macht.

Neue Aliens sind nach 30 Minuten schon Alltag

Eine bis dahin unbekannte Spezies fällt über die Menschheit her, überall herrschen Chaos und Panik. Trotzdem fühlt sich der Krieg schon nach einer halben Stunde an, als würde er seit Jahrzehnten laufen. Die Locust sind eben da und müssen weg.

Auch spielerisch wird E-Day mit zunehmender Dauer berechenbarer. Auf lineare Gefechte folgen größere Arenen, Horde-artige Situationen oder ein Boss, anschließend geht es weiter zum nächsten Schauplatz.

Gelegentlich dürfen wir etwas freier erkunden und Nebenaufgaben erledigen. Im Kern bleibt E-Day aber ein klassischer Deckungs-Shooter und versucht gar nicht erst, das Genre neu zu erfinden.

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Neben der rund 12 bis 14 Stunden langen Handlung gibt es noch eine Reihe von Multiplayermodi. Die haben wir vor einigen Wochen mehrere Stunden angespielt und fanden sie gelungen, jetzt zum Test konnten wir aber nur die Kampagne ausprobieren. Die komplette Kampagne lässt sich solo, zu zweit im Splitscreen auf der Xbox oder mit bis zu vier Spielern online absolvieren.

Gears of War – E-Day erscheint am 6. Oktober 2026 für Windows-PC (Steam, Microsoft Store) und die Xbox Series X/S für rund 70 Euro. Ab Veröffentlichung ist das Spiel außerdem im Game Pass enthalten. Eine Playstation-5-Version wird es nicht geben, obwohl es eine Zeit lang geplant gewesen sein soll.

Die deutsche Sprachausgabe finden wir im Hinblick auf die Sprecher sehr gelungen, allerdings sind uns recht viele Unstimmigkeiten mit der Lippensychronisierung in Zwischensequenzen aufgefallen. Die USK hat eine Freigabe ab 18 Jahre erteilt.

Fazit

Uns hat die Rückbesinnung auf das bewährte Deckungs-Gameplay nach der langen Wartezeit ziemlich gut gefallen. E-Day konzentriert sich auf das, was Gears of War seit jeher besonders gut kann: wuchtige Schießereien, aggressive Gegner, spektakuläre Situationen und das Gefühl, sich Meter für Meter vorzuarbeiten. Nach all den riesigen offenen Spielwelten der vergangenen Jahre ist die Geradlinigkeit sogar mal ganz angenehm.

Ein bisschen mehr Mut hätten wir uns trotzdem gewünscht. Die Mischung aus Arenakämpfen, Horde-Situationen und Bossen wird zu schnell durchschaubar, die häufigen Gespräche nehmen Tempo heraus und aus dem dramatischen Emergence Day macht die Geschichte erstaunlich wenig.

Trotzdem hatten wir mit E-Day viel Spaß. Wer auf eine grundlegende Neuerfindung von Gears of War gehofft hat, bekommt sie nicht. Wer einfach wieder ein richtig gutes, geradliniges Gears spielen möchte, dagegen schon.


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