Gear VR im Hands On: Die halbe VR-Brille

Mit der Gear VR hat Samsung eine VR-Brille vorgestellt - oder zumindest die Hälfte davon: Ohne das neue Galaxy Note 4 ist die Gear VR nur eine leere Hülle. Die Einbindung seines neuen Smartphones hat Samsung gut gelöst, die Abbildungsqualität kämpft stellenweise aber mit bekannten Problemen.

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Blick durch die Linsen der Gear VR von Samsung
Blick durch die Linsen der Gear VR von Samsung (Bild: Michael Wieczorek/Golem.de)

Samsung hat auf der Ifa 2014 wie erwartet die Virtual-Reality-Brille Gear VR gezeigt. Sie besteht im Grunde aus einer Smartphone-Halterung mit Linsen und Bedienungselementen auf der rechten Seite. In diese Halterung wird Samsungs neues Galaxy Note 4 eingesteckt, das über einen USB-Anschluss mit der Brille verbunden wird. Ohne das Smartphone lässt sich die Gear VR nicht benutzen.

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Die Inhalte werden komplett über ein Touchpad, einen Back-Button und eine Lautstärkewippe auf der rechten Seite der Brille gesteuert. Das funktioniert in unserem Test recht gut und nach kurzer Eingewöhnungszeit intuitiv.

  • Samsung Galaxy Gear VR (Foto: Michael Wieczorek)
  • Samsung Galaxy Gear VR (Foto: Michael Wieczorek)
  • Samsung Galaxy Gear VR (Foto: Michael Wieczorek)
  • Samsung Galaxy Gear VR (Foto: Michael Wieczorek)
  • Samsung Galaxy Gear VR (Foto: Michael Wieczorek)
  • Samsung Galaxy Gear VR (Foto: Michael Wieczorek)
  • Oculus Cinema (Screenshot: Oculus VR)
Samsung Galaxy Gear VR (Foto: Michael Wieczorek)

Die Gear VR verfügt nicht über eingebaute Lautsprecher, Audio kommt direkt vom Note 4. Über ein Drehrad im oberen Teil der Brille kann die Ebene mit dem aufgesteckten Smartphone bewegt und so die Schärfeebene eingestellt werden. Zum Schutz des Smartphones wird nach dem Einlegen eine Kunststoffkappe aufgesetzt. Diese verringert die Umgebungsbeleuchtung und soll laut Samsung individualisierbar sein. Von der vermuteten Möglichkeit, die Kamera für Augmented-Reality-Anwendungen zu verwenden, konnten wir nichts entdecken; auch Samsung sagte dazu nichts.

Aufgrund der hohen Auflösung des Note-4-Displays mit 2.560 x 1.440 Pixeln ist das angezeigte Bild schärfer als bei der zweiten Entwicklerversion der Oculus Rift. Wir erkennen trotzdem noch einzelne Pixel mit dem bloßen Auge. Ein Vorteil ist das Fehlen von Kabeln. So kann sich der Nutzer frei und ungestört mit der Brille auf dem Kopf bewegen.

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Wie die Oculus Rift DK2 hat auch die Galaxy Gear VR ein großes Sichtfeld: Der Nutzer hat das Gefühl, direkt im Geschehen zu stehen. Bei den von uns betrachteten Inhalten - eine Art Theateraufführung und ein Spiel - wirkt dieser Effekt gut. Uns ist allerdings eine Art Kante in der dreidimensionalen Darstellung aufgefallen, sobald der Nutzer beginnt, den Kopf zu bewegen. Ansonsten werden die Bewegungen des Kopfes schnell und mit sehr geringer Verzögerung umgesetzt. Bei sehr schnellen horizontalen Bewegungen bemerkten wir aber deutliches Ghosting - Doppelbilder von kontrastreichen Objekten wie einer roten Leinwand vor blauem Himmel. Technologie und Spieleangebot entwickelt Samsung zusammen mit Oculus. Die Brille soll später auch auf den App-Store von Oculus zugreifen können.

Die Gear VR hat wie die erste Version der Oculus Rift DK2 mit chromatischen Aberrationen zu kämpfen: Je nach Position der Brille auf der Nase zeigen sich mal stärkere, mal etwas schwächere Farbsäume, meistens in Magenta und Türkis. Gut gefallen hat uns der Tragekomfort der Gear VR. Dank der Platzierung und angenehm gepolsterter Ledergurte sitzt die Brille richtig auf dem Kopf und schließt lichtdicht ab.

Mit Blick auf die Inhalte will Samsung die Gear VR sowohl als Spielgerät als auch als Kinoersatz positionieren. Auch den Lernbereich sieht der Hersteller als Anwendungsmöglichkeit - verglichen mit dem Oculus Rift ist die Ausrichtung nicht so stark auf Spiele fokussiert. Für die Inhalte sollen eigene Stores sorgen, über die der Nutzer Filme, Spiele und Software kaufen kann.

Fazit

Die Bilddarstellung der Gear VR ist aufgrund der hohen Auflösung stellenweise besser als die der zweiten Entwicklerversion des Oculus Rift. In den Details gibt es aber ähnliche und neue Probleme. Dazu zählen Farbsäume, Bildruckler sowie Fehler bei der dreidimensionalen Ebenendarstellung. Der 3D-Effekt ist dank Oculus-Technik dennoch ähnlich intensiv wie bei der Rift: Die virtuelle Theateraufführung hat Lust auf mehr gemacht.

Da die Brille selbst kaum Technik beinhaltet, sollte der Preis deutlich niedriger sein als der anderer VR-Brillen. Der Nachteil ist natürlich, dass die Gear VR nur Besitzer eines Galaxy Note 4 verwenden können. Andere Smartphones werden nicht kompatibel sein.

Samsung hat lediglich angekündigt, dass die Gear VR gegen Ende des Jahres im eigenen Onlineshop und über ausgewählte Netzanbieter angeboten werden soll. Denkbar ist, dass der Hersteller die Brille direkt im Bundle mit dem Galaxy Note 4 anbieten wird. Sollte der Aufpreis angemessen sein, könnte sich die Anschaffung der Gear VR zusammen mit dem neuen Note 4 durchaus lohnen.

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Tobias Claren 14. Dez 2014

Für eine "leere" Hülle mit ein paar Knöpfen, die scheinbar nur das neue Note 4...

pierrot 04. Sep 2014

Es generiert mehr Gewinn. Und es zeugt mal wieder von samsungs kindlichem "haben will...

yast 04. Sep 2014

"Verbaut ist ein Samsung Galaxy Note 3, also eine ältere Version des Smartphones als in...

CaptainDread 03. Sep 2014

Gibt doch jetzt schon ein breites Spektrum an Anwendungen/Anwendungsmöglichkeiten...



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