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GDC 2019: Sehr viele Spielentwickler machen Überstunden

Dan Houser von Rockstar Games hat kürzlich erst das Klischee des völlig überarbeiteten Spielentwicklers bestätigt. Eine Umfrage unter GDC-Teilnehmern lässt erahnen, wie groß das Problem in der Branche tatsächlich ist.

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Spielentwickler auf der GDC 2018
Spielentwickler auf der GDC 2018 (Bild: Official GDC/Flickr.com/CC-BY 2.0)

Jedes Jahr führen die Veranstalter der Games Developers Conference unter den Teilnehmern die Umfrage State of the Industry durch. Diesmal wurden die Entwickler aus aller Welt, die sich für die im März 2019 stattfindende Tagung angemeldet haben, zu ihrer Arbeitsbelastung befragt, rund 4.000 haben geantwortet. Den Ergebnissen zufolge ist sie ziemlich hoch.

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Nur rund ein Viertel (24 Prozent) der Spielentwickler arbeiten demnach im Durchschnitt um die 36 bis 40 Stunden pro Woche. Massive Überstunden sind ein Problem, das rund 8 Prozent der Beschäftigten oder Selbstständigen in der Branche betrifft: 5 Prozent verbringen zwischen 51 und 60 Wochenstunden im Job, 3 Prozent sogar mehr als 60 Stunden. Die meisten Entwickler bleiben von solchen Arbeitszeiten verschont, Überstunden fallen aber für viele an: Rund 44 Prozent verbringen pro Woche zwischen 40 und 50 Stunden mit der Arbeit.

Rund 19 Prozent der Umfrageteilnehmer geben an, dass bei ihnen im vergangenen Jahr in sehr arbeitsintensiven Wochen in der sogenannten Crunchtime (etwa vor der Fertigstellung von Spielen) mindestens einmal rund 46 bis 50 Stunden angefallen sind. Bei 18 Prozent waren es 51 bis 60 Wochenstunden. Noch mehr mussten offenbar nur wenige arbeiten: Bei 2 Prozent (immerhin rund 80 Personen) waren es 91 bis 100 Wochenstunden, bei 1 Prozent rund 101 bis 110 und bei einem weiteren Prozent sogar mehr als 110 Stunden.

Als Gründe für Überstunden nannten 33 Prozent der Umfrageteilnehmer, dass sie das aus freien Stücken getan hätten, um ihre Arbeit gut zu erledigen und sich wohlzufühlen. Bei jeweils 10 Prozent wurde der Druck, länger zu arbeiten, durch Vorgesetzte oder das Team ausgeübt.

Die Veranstalter der GDC hatten in ihrer nicht repräsentativen Umfrage nach den Arbeitszeiten gefragt, weil das Thema in der Branche gerade diskutiert wird. Auslöser waren Bemerkungen von Dan Houser in einem Interview. Der Chefentwickler von Rockstar Games hatte offenbar stolz von "100-Stunden-Wochen" in der Schlussphase der Arbeiten an Red Dead Redemption 2 berichtet.

Das wurde von vielen anderen Entwicklern kritisiert - unter anderem, weil dadurch die teils unter Fachkräftemangel leidende Spielebranche abschreckend auf potenzielle Quereinsteiger wirke. Houser hatte auf die Kritik mit dem Hinweis reagiert, dass die genannte Belastung nicht für die gesamte Belegschaft, sondern nur für ein kleines Team mit ihm und wenigen anderen Autoren gegolten habe.

Die Veranstalter der GDC fragten übrigens auch, ob es eine Gewerkschaft für Spielentwickler geben sollte: Rund 47 Prozent antworteten mit "Ja", 16 Prozent lehnten das eindeutig ab. Es gibt in den USA schon länger Überlegungen, einen solchen Verbund zu gründen, passiert ist es bislang zumindest nicht.



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jg (Golem.de) 28. Jan 2019

Hallo, die Überschrift bezieht sich auf diese Passage: "Massive Überstunden sind ein...

Aki-San 28. Jan 2019

Wie der Trend aktueller Spiele (Battlefield/Battlefront Francise, alle anderen EA...

Trollversteher 27. Jan 2019

Nö, wenn es wirklich keine andere Alternative gibt: Erst mal den "Ausbeuterjob" annehmen...

Trollversteher 27. Jan 2019

Also erstens gibt es afaik in der Landwirtschaft da starke saisonale Unterschiede - im...

plutoniumsulfat 26. Jan 2019

Endlich kein Schmarotzerpack mehr dazwischen, die es sich nur gemütlich machen, in dem...


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