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GCHQ: Geheime Abhörstationen im Oman enttarnt

Im Oman zapft der britische Geheimdienst GCHQ Unterseekabel an, um Daten aus dem Internet abzugreifen. Das belegen neue Dokumente aus dem Fundus von Edward Snowden .
/ Jörg Thoma
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Im Oman werden Tiefseekabel vom GCHQ angezapft. (Bild: Submarine Cable Map/Screenshot: Golem.de)
Im Oman werden Tiefseekabel vom GCHQ angezapft. Bild: Submarine Cable Map/Screenshot: Golem.de

Neue Details um die Abhörmaßnahmen des britischen Geheimdiensts GCHQ: In mindestens einer von drei bislang geheimen Abhörstationen in Oman werden die neun Unterseekabel angezapft, die in der Straße von Hormuz liegen. Sie verbinden unter anderem Indien und Pakistan, den gesamten Mittleren Osten sowie Nordafrika mit Europa.

Außerdem gehörten British Telecommunications (BT) und Vodafone Cable zu den Meisterdienern der Abhöraktionen, für die das GCHQ jährlich mehrere Hundert Millionen Pfund bezahle, berichtet The Register(öffnet im neuen Fenster) . Welche Unternehmen mit den Geheimdiensten kooperieren, hatte bereits die Süddeutsche Zeitung im August 2013 veröffentlicht .

Abhörstationen für den arabischen Raum

Die Abhörstation für Unterseekabel mit dem Decknamen Guitar liegt in as-Sīb(öffnet im neuen Fenster) an der nordöstlichen Küste des Oman. Von dort werden die Unterseekabel angezapft. Die gesamte dort durchlaufende Kommunikation wird zwischengespeichert und nach interessanten Daten durchforstet. In Seeb stehen auch Satellitenschüsseln, die Teil des weltweiten Echelon-Systems sind.

Ein weiteres Zentrum namens Timpani befindet nahe der Straße von Hormuz. Von dort wird die gesamte Telekommunikation im Irak abgehört. Die dritte Station läuft unter dem Namen Clarinet und befindet sich im Süden des Landes, in der Nähe des Jemen. Zusammen bilden sie das sogenannte Overseas Processing Centre 1 (OPC-1) des GCHQ. Im Oman gibt es auch eine Drohnenbasis der USA .

Die Dokumente lägen diversen Medien bereits seit längerem vor, darunter dem Guardian, berichtet The Register. Auf Druck der britischen Behörden seien sie aber bislang nicht veröffentlicht worden. Sie wollten verhindern, dass die Identitäten befreundeter Staaten an die Öffentlichkeit gelangten.


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