Zum Hauptinhalt Zur Navigation

GCHQ: Bastelnde Spione bauen Raspberry-Pi-Cluster

Aus 66 Raspberry Pis haben drei Techniker des britischen GCHQ einen Cluster gebaut und ihn Bramble genannt – die Dornenhecke. Damit sollen Schüler und Studenten für technische Studiengänge inspiriert werden.
/ Jörg Thoma
21 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Das britische GCHQ hat für eine Technikmesse für Jugendliche einen Cluster aus 66 Raspberry Pis gebaut. (Bild: ©GCHQ 2015)
Das britische GCHQ hat für eine Technikmesse für Jugendliche einen Cluster aus 66 Raspberry Pis gebaut. Bild: ©GCHQ 2015

Aus acht mal acht Raspberry Pis haben GCHQ-Techniker ihr Bramble-Cluster zusammengebaut. Zwei weitere Minirechner dienen der Steuerung des Clusters. Bramble wurde im Rahmen der Big Bang Fair im britischen Birmingham(öffnet im neuen Fenster) vorgestellt, einer Messe, die Kinder und Jugendliche für Technik begeistern soll. Offenbar will auch das GCHQ (Government Communications Headquarters) sein Image bei jungen Menschen aufpolieren, denn das Bramble ist dank zahlreicher LEDs ziemlich farbenfroh.

Die aus jeweils acht Raspberry Pis bestehenden Einzelmodule mit dem Namen Octapi sind mit den beiden zentralen Steuerungsrechnern per Ethernet verbunden. Außerdem erhalten die beiden Steuerungsrechner WLAN-Module, über die sie aus der Ferne administriert werden können. Sie hängen jeweils an einem USV-Gerät, haben einen Touchscreen-LCD und eine Echtzeituhr, die als Zeitgeber für das Cluster dient. Jedes der beiden Raspberry Pi B ist mit einer 16 Gbyte-SD-Karte ausgestattet. Außerdem sind zwei 128 Gbyte-SSDs angeschlossen, die den Steuerungscode sowie Backups enthalten. Ohne jeweils eine Infrarot- und eine normale Kamera wäre der Geheimdienst-Rechner wohl nicht komplett.

GBit-LAN und PoE-Switches

Die Raspberry Pis in den Octapi-Clusters sind zur Hälfte mit PoE-Adaptern des Herstellers Xtronix(öffnet im neuen Fenster) ausgestattet, die an der GPIO-Schnittstelle hängen. Über sie läuft das Gbit-LAN zu den beiden Steuerungsrechnern. Ein weiterer Minirechner ist über die im Raspberry Pi integrierte Ethernet-Schnittstelle mit dem, mit PoE ausgestatteten Kleinrechner verbunden. Die insgesamt 64 Platinen stellen zusammen 32 GByte Arbeitsspeicher bereit, zusammengezählt haben alle verwendeten SD-Karten 1 TByte Speicher. Jedes Octapi hat zudem einen PoE-Switch. Das Bramble steuert damit insgesamt 1153 LEDs.

Über die genutzte Software schreibt das GCHQ wenig. Die gängigen Linux-Lösungen für die Steuerung von Clustern hätten sie aber nicht verwendet, heißt es in einem Blog-Eintrag(öffnet im neuen Fenster) auf der Webseite der Geheimdienstabteilung. Nach drei Versuchen hätten sie eine Steuerungssoftware entwickelt, die auf Node.js, Bootstrap und Angular.js basiert. So wollten sie die Dynamik des Gesamtsystems beobachten und gleichzeitig eine flexible und leichtgewichtige Steuerungssoftware entwickeln. Ein Link zu der Software ist auf der Webseite nicht zu finden.


Relevante Themen