Gatekeeper: Apples Sicherheitstechnologie lässt sich einfach austricksen

Apples Sicherheitsmechanismus Gatekeeper soll die Ausführung von Schadcode verhindern. Doch ein jetzt vorgestellter Angriff umgeht die Prüfung mit einfachen Mitteln.

Artikel veröffentlicht am ,
Patrick Wardle hat einen weiteren Angriff auf Apples Gatekeeper-Software vorgestellt.
Patrick Wardle hat einen weiteren Angriff auf Apples Gatekeeper-Software vorgestellt. (Bild: Patrick Wardle)

Ein neu entdeckter Angriff nutzt mehrere Designschwächen von Apples Sicherheitsprogramm Gatekeeper aus. Gatekeeper wurde in der OSX Version 10.75 Mountain Lion von Apple eingeführt und soll das Betriebssystem vor Malware und manipulierten Apps schützen. Der Sicherheitsforscher Patrick Wardle zeigt nun, wie sich Gatekeeper mit einfachen Mitteln austricksen lässt.

Das System prüft nur beim Start, ob Apps tatsächlich mit einem vertrauenswürdigen Zertifikat signiert sind. Ob das Programm nach dem Start weiteren Code ausführt, wird nicht geprüft. Außerdem werden nur Applikationen geprüft, die vom Nutzer manuell gestartet werden. Ruft also ein vom Nutzer gestartetes Programm eine weitere Applikation auf, wird diese von Gatekeeper nicht überprüft.

Wardle war nun in der Lage, mit Hilfe einer von Apple signierten Binary eine weitere, manipulierte Binary aufzurufen. Auf Bitten von Apple nennt er den Namen dieser Binaries nicht, sondern bezeichnet sie nur mit A und B. Um den Exploit erfolgreich durchzuführen, benennt er Binary A um, ohne weitere Änderungen an der Datei vorzunehmen. Weil die Datei eine korrekte Signatur von Apple aufweist, genehmigt Gatekeeper die Ausführung ohne weitere Prüfung.

Binaries werden in ein Disk-Image gepackt

Die Binary hat Wardle in ein Apple-Disk-Image gepackt, in dem auch die zweite für den Angriff nötige Datei enthalten ist. Diese Datei wiederum enthält Schadcode. Nachdem Binary A ausgeführt und durch Gatekeeper geprüft wurde, führt sie die zweite Datei aus. Binary B kann dann ohne weitere Prüfung jegliche Software auf dem Gerät installieren.

Laut Wardle gibt es weitere Wege, um Gatekeeper zu umgehen. Angreifer könnten legitime Apps wie zum Beispiel Photoshop mit infizierten Plugins bündeln, die dann von dem Programm automatisch geöffnet werden. Auch hier würde Gatekeeper nur die zuerst ausgeführte App prüfen. Wardle hat bereits früher über Sicherheitslücken in Apples Schutzmechanismen gesprochen.

Wir haben Apple um ein Statement gebeten.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Whistleblower
Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen

Wieder hat sich in den USA ein ehemals hochrangiger Militär und Beamter über Kontakte mit Aliens geäußert.

Whistleblower: Ehemaliger US-Konteradmiral äußert sich zu Außerirdischen
Artikel
  1. Schadstoffnorm 7: Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos
    Schadstoffnorm 7
    Neue Grenzwerte für Abrieb gelten auch für E-Autos

    Die neue Euronorm 7 legt nicht nur Grenzwerte für Bremsen- und Reifenabrieb fest, sondern auch Mindestanforderungen für Akkus.

  2. Ramjet: General Electric testet Hyperschalltriebwerk
    Ramjet
    General Electric testet Hyperschalltriebwerk

    Das Triebwerk soll Flüge mit Mach 5 ermöglichen.

  3. Elektroautos: Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie
    Elektroautos
    Mercedes und Stellantis übernehmen komplette Umweltprämie

    Nach dem abrupten Aus der staatlichen Förderung springen erste Hersteller von Elektroautos ein.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • Last-Minute-Angebote bei Amazon • Avatar & The Crew Motorfest bis -50% • Xbox Series X 399€ • Cherry MX Board 3.0 S 49,95€ • Crucial MX500 2 TB 110,90€ • AVM FRITZ!Box 7590 AX + FRITZ!DECT 500 219€ [Werbung]
    •  /