Gasversorgung: Flüssigerdgas-Tanker erreicht LNG-Terminal in Lubmin

Das LNG-Schiff Coral Furcata(öffnet im neuen Fenster) ist am Freitag, den 30. Dezember mit der ersten LNG-Ladung in den Industriehafen Lubmin eingelaufen. Das flüssige Erdgas (LNG) wurde zuvor von der vor Rügen ankernden Hispania(öffnet im neuen Fenster) aufgenommen.
Die Coral Furcata kann bis zu 10.000 m³ LNG transportieren. Das Terminal, betrieben von der Deutschen Regas(öffnet im neuen Fenster) , befindet sich momentan noch im Testbetrieb, weshalb das LNG hauptsächlich für die Kühlung der Systeme des Terminals und für technische Tests verwendet wird. Am Hafen liegt die Neptune(öffnet im neuen Fenster) , an die das Gas übergeben wird. Die Neptune ist eine FSRU (Floating Storage and Regasification Unit), die Flüssigerdgas (LNG) nicht nur speichern, sondern auch erwärmen und wieder gasförmig machen kann.
Im Testbetrieb ( PDF(öffnet im neuen Fenster) ) müssen auf See die Abläufe zwischen der vor Rügen ankernden FSU und den Small LNG-Carriers (SLNGC) geprobt werden. Der Hafen ist zu klein, als dass große LNG-Frachter direkt einfahren könnten, weshalb auf See umgeladen wird. Neben der Coral Furcata werden noch zwei andere Tanker dafür eingesetzt, um das Gas durch den flachen Greifswalder Bodden zu transportieren.
Auch das Manövrieren der SLNGCs im Hafen Lubmin sowie das Zusammenspiel mit den Schlepperbesatzungen muss nun nach der intensiven Simulation aller Abläufe auch in der Realität trainiert werden.
Des Weiteren müssen die Schnittstellen zwischen FSRU und landseitigem Anschluss sowie FSRU und Shuttle-Schiff vorbereitet und getestet werden. Auf der Neptune gilt es, in dieser Phase sämtliche für die Inbetriebnahme notwendigen Abläufe und Anlagen vorzubereiten. Dem schließen sich dann diverse Betriebstests an, die mit einem Zuverlässigkeits- und Ausdauertest der Förderpumpen in der Regel beendet werden.
"Selbstverständlich werden im Rahmen des Testbetriebes auch erste Mengen LNG regasifiziert und als Gas an den Netzbetreiber Gascade übergeben. Wir möchten das aber nicht als Einspeisung bezeichnen, um hier nicht falsche Erwartungen aufzubauen. Für uns beginnt die Einspeisung, also der kommerzielle Betrieb, erst mit dem Start des Regelbetriebes unmittelbar nach erfolgreichem Abschluss der Testphase sowie nach Erhalt der Betriebsgenehmigung" , so Dr. Stephan Knabe, Vorsitzender des Aufsichtsrates der Deutschen Regas.
Mitte Dezember 2022 wurde in Wilhelmshaven im Jade Weser Port ein neues LNG-Terminal eröffnet. Als FSRU liegt dort die norwegische Hoegh Esperanza. Betrieben wird das LNG-Terminal von Uniper. Wie die Hoegh Esperanza gehört auch die Neptune in Lubmin der norwegischen Reederei Hoegh.
Insgesamt sind derzeit elf Bauvorhaben mit teils mehreren LNG-Terminals für Deutschland bekannt geworden.