Gaskrise: Habeck schlägt Winter-Homeoffice vor

Die Bundesregierung will, dass im Herbst und Winter wegen des Gasmangels wieder mehr Menschen im Homeoffice arbeiten. Büroflächen sollten, wenn möglich, weniger stark genutzt, Flure und Foyers nicht mehr geheizt werden. In öffentlichen Gebäuden soll diese Regelung verpflichtend umgesetzt werden.
Zusammen mit den Arbeitgebern, dem Bundesarbeitsministerium und Gewerkschaften will Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nach eigenen Worten nach Möglichkeiten suchen, wie Betriebsferien und Homeofficeregelungen im Winter dazu beitragen könnten, Gas und Strom zu sparen.
Ob Arbeitnehmer für die Mehrkosten separat entschädigt würden, teilte Habeck nicht mit. Der Bundesgeschäftsführer der Linken, Tobias Bank, forderte in der Tageszeitung Die Welt(öffnet im neuen Fenster) eine Erhöhung der Homeofficepauschale, sonst gebe es lediglich eine Entlastung der Arbeitgeber auf dem Rücken der Angestellten.
Anfang Mai 2022 hatte der damalige nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (FDP) vorgeschlagen, Arbeitnehmer wieder ins Homeoffice zu schicken, damit in den Büros weniger geheizt werden müsse. " Sollte es zu Versorgungsengpässen kommen, werden flexible Homeoffice-Regelungen für Arbeitgeber natürlich nicht an der FDP scheitern ", sagte Fraktionschef Christian Dürr der Welt am Sonntag Mitte Juli 2022.
Auch ohne gesetzliche Regelungen kündigte die Deutsche Bundesbank in der Welt am Sonntag an, im Herbst und Winter Büros zu schließen und zu prüfen, ob nur bestimmte Etagen oder Gebäudeteile mit Wärme versorgt werden könnten. Auch die Landesverwaltung in Schleswig-Holstein will so verfahren.
Der Konsumgüterhersteller Henkel überlegt ebenfalls, vorübergehend wieder mehr Homeoffice einzuführen, um Gas zu sparen. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) sieht die Vorhaben kritisch und betonte die Freiwilligkeit der Beschäftigten bei solchen Maßnahmen.
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