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Gaskraftwerke: Strom könnte teurer werden

Eine Studie beziffert die gesellschaftlichen Gesamtkosten von Strom aus Gaskraftwerken auf bis zu 67 Cent pro Kilowattstunde.
/ Andreas Donath
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Gasturbinenkraftwerk (Bild: Wikipedia/Apde)
Gasturbinenkraftwerk Bild: Wikipedia/Apde / CC-BY-SA 3.0

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hat neue Gaskraftwerke zur Versorgungssicherheit zur Priorität erklärt. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) untersuchte diese Pläne im Auftrag des Ökostromanbieters Green Planet Energy(öffnet im neuen Fenster) – und kommt zu einem anderen Ergebnis als die Befürworter der Gaskraft.

Gesellschaftliche Kosten treiben den Preis

Rein auf Basis der Stromgestehungskosten – also Bau, Betrieb und Abriss eines Kraftwerks – liegen die Kosten je nach CO2-Preis zwischen 23 und 28 Cent pro Kilowattstunde. Neue Wind- und Solaranlagen kommen nach denselben Berechnungen auf weniger als 10 Cent.

Sobald die Studie sogenannte gesamtgesellschaftliche Kosten einbezieht, könnten die Gesamtkosten auf bis zu 67 Cent pro Kilowattstunde steigen. Mit gesamtgesellschaftlichen Kosten sind Klimaschäden, staatliche Förderungen und wirtschaftliche Risiken durch Energiekrisen gemeint.

Diese Werte sind ein Modellierungsansatz und entsprechen nicht den direkten Endkundenpreisen. Sie sollen zeigen, welche Zusatzbelastungen aus gesellschaftlicher Perspektive entstehen könnten. In der Energiewirtschaft ist diese Methode umstritten.

Ein weiterer Risikofaktor ist die Abhängigkeit von internationalen Gasmärkten. Geopolitische Konflikte können Gaspreise stark beeinflussen. In solchen Krisenszenarien könnten die Gestehungskosten allein durch Gaspreis-Ausschläge auf bis zu 53 Cent pro Kilowattstunde steigen, noch ohne Klimakosten.

Milliarden Euro für neue Kapazitäten

Die Bundesregierung beabsichtigt, Gaskraftwerke mit einer Gesamtleistung von rund 10 Gigawatt auszuschreiben. Laut FÖS-Analyse könnten dafür Fördermittel von etwa 6,6 Milliarden Euro notwendig werden. Hinzu kommen Subventionen für Gasspeicher, Investitionen in LNG-Terminals und steuerliche Vorteile bei der Stromerzeugung. Ein neues Gaskraftwerk könne über seine gesamte Betriebszeit bis zu 8,4 Millionen Tonnen CO2 verursachen, die daraus resultierenden Klimaschäden beziffert die Studie auf bis zu sieben Milliarden Euro.


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