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Gas-to-Power: Festoxidbrennstoffzelle funktioniert bei Dunkelflaute und Hellbrise

Ein bayerisches Start-up sammelt 150 Millionen Euro ein, um ein System zu skalieren, das Gas direkt in Strom überführt – und umgekehrt.
/ Mario Petzold
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Die Festoxidbrennstoffzelle an einer Biogasanlage (Bild: Reverion)
Die Festoxidbrennstoffzelle an einer Biogasanlage Bild: Reverion

Das Start-up Reverion(öffnet im neuen Fenster) aus Eresing westlich von München will mit neuem Kapital, unter anderem von der KfW, der Allianz und des Klimafonds Kembara, eine neue Fertigungsanlage errichten. Dort könnten jährlich Festoxidbrennstoffzellen mit einer Gesamtleistung von 250 Megawatt, vergleichbar mit einem großen Gaskraftwerk, gebaut werden.

Ganz anders als in einem Gaskraftwerk wird das Gas, wahlweise Methan oder Wasserstoff, direkt aufgespalten und die chemische Energie in Strom umgewandelt. Laut Reverion liegt der elektrische Wirkungsgrad bei dieser Methode bei bis zu 80 Prozent. Eine Gasturbine erreicht weniger als 50 Prozent.

Ist der Strom im Netz besonders günstig, kann das System Methan oder Wasserstoff erzeugen und speichern. Im direkten Umfeld von Biogasanlagen, wo ausreichend Speichermöglichkeiten vorhanden sind, werden bereits Anlagen betrieben. Sieben Stück sollen im Einsatz sein, mit einer Leistung von 500 Kilowatt pro Stück.

Ausbau der Kapazität

Mit dem neuen Kapital soll die jährliche Produktion auf 500 Stück angehoben werden. Die Anzahl der Mitarbeiter müsste sich dabei laut des Start-ups von 200 auf 800 erhöhen.

Profitieren könnte das Unternehmen von der angestrebten Flexibilisierung des Stromnetzes, die durch den Ausbau erneuerbarer Energien immer wichtiger wird. Im Zuge dessen sollen auch Biogasanlagen flexibilisiert werden, die derzeit mit durchschnittlich 4 Gigawatt(öffnet im neuen Fenster) einen erheblichen Anteil der Grundlast im deutschen Stromnetz bereitstellen.

Das gut speicherbare Biogas soll in Zukunft gezielt bei Dunkelflauten eingesetzt werden. Mit der Technik von Reverion könnten Methan oder Wasserstoff bei einem Überangebot an Strom im Netz, gelegentlich als Hellbrise bezeichnet, erzeugt und für Zeiten mit zu geringer Stromerzeugung aus Wind und Sonne aufbewahrt werden. Dann wird das Gas wieder in Strom umgewandelt werden.

Das System von der Größe eines Schiffscontainers, das wahlweise mit Methan und Erdgas oder mit Wasserstoff betrieben werden kann, gehört aktuell zu den Nominierten für den Deutschen Zukunftspreis(öffnet im neuen Fenster).

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