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Gartner: Wie KI das C-Level-Management entwertet

Die IT-Branche gibt ein Vermögen für C-Level-Manager aus. Mit KI werden deren Entscheidungen schneller und besser. Zeit, um dort endlich abzuspecken.
/ Achim Sawall
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KI statt Zuckerberg: Meta-Boss Zuckerberg am 13. März 2026 (Bild: REUTERS/Christian Mang)
KI statt Zuckerberg: Meta-Boss Zuckerberg am 13. März 2026 Bild: REUTERS/Christian Mang

Bei der Betriebsversammlung lobt der Chief Executive Officer eines IT-Konzerns seine weisen und brillanten Entscheidungen, die denen der Konkurrenz überlegen waren, und stimmt die Belegschaft wie gewohnt auf harte Zeiten ein. Golem wollte von Tori Paulman, Vice President Analyst bei Gartner, wissen, ob KI nicht für weniger Geld solche Höchstleistungen des C-Levels zwischen Meetings und Golfplatz ersetzen könne.

Gartner hat dazu ein Symposium veranstaltet(öffnet im neuen Fenster) . Paulman glaubt nicht daran, dass die Konzernlenker durch Backpropagation und den iterativen Optimierungsalgorithmus, genannt stochastischer Gradientenabstieg, ersetzbar sind. Aber er räumt ein, dass sie hohe Kosten verursachen:

"Laut einem Bericht des Economic Policy Institute vom September 2025 ist das Gehaltsverhältnis von CEOs zu Arbeitnehmern in den vergangenen sechs Jahrzehnten dramatisch gestiegen. Im Jahr 2024 verdienten CEOs 281-mal so viel wie der durchschnittliche Beschäftigte, verglichen mit nur 21-mal so viel im Jahr 1965. Diese Zahlen verdeutlichen die erheblichen Investitionen, die Unternehmen in Führungskräfte tätigen" , sagt Paulman.

Der Gartner-Analyst hinterfragt das nicht grundsätzlich, er denkt, dass KI-gestützte Führung "effizienter und kostengünstiger" sei, wenn Manager künstliche Intelligenz als Sparringspartner nutzen. Anstatt Aufgaben lediglich zu automatisieren, ermögliche die Integration von KI in die Arbeitsabläufe von Führungskräften, dass Annahmen hinterfragt, Strategien genau geprüft und versteckte Risiken aufgedeckt werden könnten. Dieser Ansatz führe zu schnelleren, fundierteren Entscheidungen und besseren Geschäftsergebnissen.

Immer mehr Business-Entscheidungen KI-gestützt

Gartner prognostiziert, dass bis zum Jahr 2027 die Hälfte aller Geschäftsentscheidungen KI-gestützt sein wird. Unternehmen sollten wirkungsvolle, realisierbare und skalierbare Anwendungsfälle priorisieren und Schulungen anbieten, damit Führungskräfte lernen, KI als Sparringspartner einzusetzen, erklärte Paulman.

Was er nicht sagt: Wenn die Hälfte der Entscheidungen auch auf KI basiert, dürften die Anzugträger auch nur noch die Hälfte kosten.

KI könne das Urteilsvermögen von Führungskräften nicht ersetzen: "Der Wert von KI liegt darin, menschliches Denken herauszufordern und zu verstärken, nicht darin, Entscheidungen zu treffen. Eine übermäßige Abhängigkeit von KI kann zu Widerstand oder Fehlentscheidungen führen. Die besten Ergebnisse werden erzielt, wenn Unternehmen die analytische Leistungsfähigkeit von KI mit menschlicher Erfahrung, kritischem Denken und Kontextverständnis kombinieren."

Führungskräfte sollten mit KI Entscheidungen hinterfragen

Generative KI-Tools, die auf großen Sprachmodellen basieren, könnten nicht argumentieren, verstehen oder die Ziele hinter einer Eingabeaufforderung intuitiv erfassen. Es werde das wahrscheinlichste Sprachmuster prognostiziert.

Daher gebe es oft Schwierigkeiten, den Blick für das große Ganze und langfristige Ziele zu bewahren. Dies mache KI zu einem ungeeigneten Entscheidungsstrategen.

Führungskräfte sollten sich mit KI aber auseinandersetzen, um ihre Erfahrung zu hinterfragen und die Entscheidungsfindung zu verbessern. C-Level-Manager sollten KI-gestützte Tools nutzen, um Branchen- und Wettbewerbsdaten schnell zu erfassen, zu synthetisieren und kritisch zu analysieren.

Dies helfe, Trends frühzeitig zu erkennen, Wettbewerber zu vergleichen und fundiertere strategische Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig würden Risiken und Datenlücken aufgezeigt.

"Die effektivsten Führungskräfte sind diejenigen, die menschliches Urteilsvermögen mit KI-gestützten Erkenntnissen verbinden, eigenen Annahmen hinterfragen und bessere Ergebnisse für ihre Organisationen erzielen" , sagt Paulman.


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