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Gartner: Europa wird Nordamerika bei Sovereign Cloud überholen

Noch liegen die Investitionen für die souveräne Cloud in Europa hinter den USA zurück. Doch laut Gartner wird sich das ändern.
/ Achim Sawall
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Grafik der Telekom zur Entwicklung eines souveränen europäischen Sprachmodells (Bild: Deutsche Telekom)
Grafik der Telekom zur Entwicklung eines souveränen europäischen Sprachmodells Bild: Deutsche Telekom

Die aktuellen Investitionen in KI-Infrastruktur in Europa und in Deutschland sind sichtbar, liegen aber deutlich hinter den US-Hyperscalern. Das sagte Gartner-Analyst René Büst Golem auf Anfrage. "Wir sehen, dass lokale Cloudanbieter den Bedarf erkannt haben und ihre Chancen nutzen wollen. In Deutschland sind dies insbesondere die Deutsche Telekom und StackIT, in Frankreich unter anderem OVHcloud und Scaleway."

Vor allem die Investition der Telekom in Höhe von 1 Milliarde Euro in ihre Industrial AI Cloud sowie die angekündigten Investitionen von Schwarz Digits (StackIT) in Höhe von elf Milliarden Euro in das neue Mega-Rechenzentrum in Lübbenau könnten als "Leuchtturmprojekte" für deutsche beziehungsweise europäische Investitionen in Cloud-Infrastruktur betrachtet werden.

Die genannten Investitionen seien ein wichtiger Schritt zur Stärkung der digitalen Souveränität in Europa und Deutschland. "Im Vergleich zu den bislang getätigten und neu angekündigten Investitionen der US-Hyperscaler sind diese Beträge jedoch weiterhin deutlich geringer" , erklärte Büst. Doch Europa werde(öffnet im neuen Fenster) Nordamerika voraussichtlich im Jahr 2027 bei den Ausgaben für Sovereign Cloud IaaS überholen.

Gartner: 80 Milliarden US-Dollar in 2026

Die weltweiten Ausgaben für souveräne Cloud-Infrastruktur werden sich laut den IT-Analysten im Jahr 2026 voraussichtlich auf 80 Milliarden US-Dollar belaufen – ein Anstieg von 35,6 Prozent gegenüber 2025.

"Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen investieren Unternehmen außerhalb der USA und Chinas verstärkt in souveräne Cloud-IaaS, um digitale und technologische Unabhängigkeit zu erlangen" , sagte Büst.

Regierungen würden weiterhin die Hauptabnehmer sein, um Anforderungen an die digitale Souveränität zu erfüllen, gefolgt von regulierten Branchen und Organisationen mit kritischer Infrastruktur, wie Energie- und Versorgungsunternehmen sowie Telekommunikationsanbietern, so Büst.

Hyperscaler stehen unter zunehmendem Druck

Regional betrachtet werden der Nahe Osten und Afrika (89 Prozent), das "entwickelte" Asien/Pazifik (87 Prozent) und Europa (83 Prozent) voraussichtlich das höchste Wachstum bei den Ausgaben für Sovereign Cloud IaaS im Jahr 2026 verzeichnen. China und Nordamerika werden laut Gartner 2026 mit Ausgaben von 47 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 16 Milliarden US-Dollar voraussichtlich die Plätze eins und zwei belegen, wobei das Wachstum in beiden Regionen bei etwa 20 Prozent liegen wird.

Hyperscaler stünden unter zunehmendem Druck, da lokale Cloudanbieter Marktanteile gewännen und Regierungen eine stärkere Regionalisierung der Plattformen forderten.


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