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Garmin Instinct 2 Solar im Test: Sonne im Herzen und VO2max in den Adern

Sehr gute, wenn auch nicht unbegrenzte Akkulaufzeit und sinnvolle neue Funktionen: Golem.de war mit der Instinct 2 Solar von Garmin laufen.
/ Peter Steinlechner
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Garmin Instinct 2 Solar im Einsatz (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
Garmin Instinct 2 Solar im Einsatz Bild: Peter Steinlechner/Golem.de

Wir könnten eine längere Pause vertragen - sagen nicht wir, sondern unsere Sportuhr. Konkret: Die Instinct 2 Solar von Garmin rät uns, die nächste Laufeinheit erst in 42 Stunden zu absolvieren. Jedenfalls dann, wenn wir uns normal erholen.

Falls wir aber zu viele Spaziergänge mit den Hunden machen oder die Nächte mit Computerspielen statt mit Schlafen verbringen, verlängert sich die Pause sogar, zu der uns der virtuelle Trainer in der Sportuhr rät.

Der Erholungsratgeber ist eine der wichtigeren neuen Funktionen der Instinct 2 - in anderen Wearables sind die nötigen Widgets schon länger installiert, etwa in der Fenix. Nun gibt es die Helferlein auch in der taff aussehenden Outdoor-Sportuhr, sogar mit der ebenfalls integrierten VO2max-Schätzung.

Diese für viele Sportler wichtige Zahl sagt uns, wie hoch die maximale Sauerstoffaufnahme unserer Blutgefäße ist. Schlichte Formel: Je höher, desto besser.

Wer seinen Wert nachhaltig (also ohne Übertraining) steigert, tut damit nach aktuellem Wissensstand richtig viel für seine Gesundheit.

Mit der Instinct 2 Solar liefert Garmin(öffnet im neuen Fenster) nun also auch seinen Regenerations- und Fitnessratgeber aus. Die Software entspricht fast vollständig dem, was es auch auf der wesentlich teureren Fenix 7 gibt. Lediglich eine Anzeige über den aeroben und anaeroben Belastungsfokus über vier Wochen fehlt - damit können wir aber leben.

Wir finden, dass die angegebenen Werte vor allem für Läufer hilfreich sein können. Wenn die Anzeige uns rät, die nächsten paar Dutzend Stunden zu pausieren, planen wir für den nächsten Morgen von vornherein kein Training ein (außer wir haben einfach Lust dazu).

Garmin Instinct 2 und Instinct 2 Solar
Instinct (von 2018) Instintc 2S Instinct 2 Instinct 2S Solar Instinct 2 Solar
Durchmesser 45 mm 40 mm 45 mm 40 mm 45 mm
Höhe/Gewicht 15,3 mm/52 Gramm 13,3 mm/42 Gramm 14,5 mm/52 Gramm 13,3 mm/43 Gramm 14,5 mm/53 Gramm
Display Größe 0,9 Zoll 0,79 Zoll 0,9 Zoll 0,79 Zoll 0,9 Zoll
Display Auflösung 128 x 128 Pixel 156 x 156 Pixel 176 x 176 Pixel 156 x 156 Pixel 176 x 176 Pixel
Akkulaufzeit Smartwatch 14 Tage 21 Tage 28 Tage 21 Tage 28 Tage
Akkulaufzeit Smartwatch mit Solar in Sonne - - - 51 Tage Unendlich
Akkulaufzeit GPS 16 Stunden 22 Stunden 30 Stunden 22 Stunden 30 Stunden
Akkulaufzeit GPS mit Solar - - - 28 Stunden 48 Stunden
Preis ab 250 Euro ab 350 Euro ab 350 Euro ab 450 Euro ab 450 Euro

Andere Sportarten wie Radfahren und Wandern werden zwar ebenso berücksichtigt, aber hier haben wir eher das Gefühl, dass die Werte bei uns nicht so recht zu unserem Körpergefühl passen.

Die Ratgeber stehen auf allen Versionen der Instinct 2 zur Verfügung, und davon gibt es ziemlich viele: Die Sportuhr ist nicht mehr nur mit einem Durchmesser von 45 Millimetern verfügbar, sondern auch in 40 Millimeter für dünnere Handgelenke.

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Beide Varianten gibt es ohne Solar - also eine Fläche auf dem Zifferblatt, die bei Sonnenbestrahlung die Stromversorgung übernimmt und im Idealfall sogar den Akku lädt.

Laut Garmin soll das bei der großen Solar (45 Millimeter) sogar dazu führen, dass die Uhr im Smartwatch-Modus (Pulsmessung am Handgelenk, Schrittzäher, Benachrichtigungen per Bluetooth vom Smartphone usw.) nicht manuell aufgeladen werden muss.

Garmin Instinct 2 (Solar) - Trailer
Garmin Instinct 2 (Solar) - Trailer (00:54)

Die Uhr muss dazu laut Hersteller rund drei Stunden am Tag in der Sonne sein, konkret bei " Lichtverhältnissen von 50.000 LUX" . Ein wolkenfreier Sonnentag erreicht bis zu 100.000 Lux, ein bewölkter Himmel rund 20.000 Lux.

Das mag im Sommer bei Personen machbar sein, die viel in der Sonne sind. Bei uns kam selbst im momentan sonnigen Winter nie genug Licht auf das Zifferblatt, weil die Uhr entweder im Inneren von Räumen oder von Ärmel- oder Jackenmanschetten bedeckt war.

In der Praxis bedeutet das bei uns, dass wir bei regelmäßigem GPS-Tracking (meist etwas mehr als eine Stunde am Tag) ungefähr alle eineinhalb bis zwei Wochen das Ladekabel suchen müssen.

Garmin Instinct 2: Verfügbarkeit und Fazit

Von der verbesserten Softwareausstattung und dem optimierten Solar abgesehen gibt es bei der Instinct 2 noch ein paar weitere Detailverbesserungen. So handelt es sich bei dem Pulssensor auf der Rückseite um die neuste Version von Garmin, also Elevate 4.

Das monochrome Display löst nun mit bis zu 176 x 176 Pixeln etwas feiner auf, was man in der Praxis tatsächlich sieht: Ziffern wirken am Rand weniger kantig, speziell kleinere Details können wir viel besser erkennen.

Dazu kommt besseres GPS-Tracking. Die Satellitenerfassung beim Start von Trainings erfolgt noch schneller, die erfassten Strecken sind teils viel präziser. Und das, obwohl es kein Multi-Frequenz gibt, sondern lediglich GPS oder Multiband (GPS plus Galileo oder Glonass).

Die Instinct 2 ist in mehreren Ausstattungsversionen und Farbvarianten erhältlich. Alle Modelle sind wasserdicht bis 10 ATM. Die günstigste Instinct 2 kostet rund 350 Euro, die günstigste Instinct 2 Solar rund 450 Euro.

Wie bei den Vorgängern gibt es die Instinct 2 in mehreren Versionen, was einige Details der Software betrifft. Bei den sogenannten Tactical-Modellen etwa löscht ein Kill Switch auf Knopfdruck den gesamten Benutzerspeicher.

Auf der Instinct 2 (Solar) kann keine Musik abgespielt werden. Die Uhr kann nur per Bluetooth oder Kabel synchronisiert werden, aber nicht über WLAN. Das Ladekabel verwendet den proprietären Pogo-Anschluss an USB-A. Es gibt weder Offline- noch Onlinekarten, aber ganz ordentliche Brotkrumennavigation. Kontaktloses Zahlen mit Garmin Pay ist nur mit den Solar-Modellen verfügbar.

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Fazit

Es ist ein bisschen schräg: Hardware und Software der Instinct 2 Solar (und Nicht-Solar) sind spürbar besser als die schon sehr guten Vorgänger. Aber das, was zumindest einen Teil der potenziellen Zielgruppe vom Kauf abhalten dürfte, hat sich kaum geändert: das robuste Design. Ist halt Geschmackssache.

Schade, denn unter dem zwar nicht schönen - aber praktischen - Display hat sich einiges getan. Erholungshilfen und VO2max sind eine echte Bereicherung für Ausdauersportler, insbesondere für Läufer. Auch die Schlafanalyse auf der Uhr selbst gefällt uns sehr.

Dazu kommen bekannte und klasse gemachte Funktionen wie der Pulssensor, die Anzeige der Body Battery und nette bis sinnvolle Spielereien wie die Anzeige des Sonnenuntergangs und des Mondstandes.

Auch die Hardware macht Spaß: Das Tragegefühl ist schlicht klasse und das GPS-Routing hervorragend. Die Akkulaufzeit gehört mit zum Besten, was es bei derartigen Wearables gibt - und das, obwohl die Sache mit der "unbegrenzten" Laufzeit bei Solar mangels Lichts nicht klappt.

Die Instinct 2 und die Solar-Version sind keine Schnäppchen, aber für Freitzeitsportler ebenso wie für Outdoor-Fans überzeugende Gesamtpakete.

Autor Peter Steinlechner auf Strava(öffnet im neuen Fenster)


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