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Garmin Fenix 9 Pro: Verfügbarkeit und Fazit

Neu ist Garmin Locate. Damit können freigegebene Kontakte über die Messenger-App meinen aktuellen oder zuletzt bekannten Standort abrufen. Ebenfalls neu ist, dass die Fenix 9 Pro Wetterdaten nicht nur über LTE, sondern auch per Satellit laden kann.

Gerade diese Funktion gefällt mir ausgesprochen gut. Bis LTE aufgebaut und die Vorhersage geladen ist, können allerdings einige Sekunden vergehen; über Satellit dauert es vermutlich teils deutlich länger (konnte ich nicht probieren, weil stets LTE verfügbar war).

Die für all diese Funktionen nötige Garmin-Messenger-App wirkt zunächst komplizierter, als sie letztlich ist. Nach kurzer Eingewöhnung fand ich mich überraschend gut zurecht. Auch der Wechsel eines bestehenden Inreach-Tarifs auf eine andere kompatible Fenix funktioniert darüber. Das habe ich selbst ausprobiert: Der Vorgang klappte, dauerte bei mir aber ungefähr 15 Minuten.

Auch den SOS-Notruf kann man gefahrlos testen, bevor man ihn wirklich braucht. Dafür gibt es einen Testmodus, ohne gleich einen echten Rettungseinsatz auszulösen. Damit lässt sich prüfen, ob im Fall der Fälle tatsächlich eine Verbindung zustande kommt – selbst wenn mein größtes Outdoor-Risiko weiterhin der Dackel aus dem Stadtpark bleiben sollte.

Satellit bedeutet allerdings nicht automatisch weltweite Abdeckung. Garmin nutzt geostationäre Kommunikationssatelliten; verfügbar ist der Dienst vor allem in großen Teilen Europas, den zusammenhängenden US-Bundesstaaten und Teilen Kanadas.

Für die Verbindung braucht die Uhr freie Sicht zum Himmel, ich muss stehen bleiben und sie auf den Satelliten ausrichten. Der Aufbau kann selbst unter guten Bedingungen eine Weile dauern.

Wichtig ist außerdem der LTE-Modus. In der Einstellung Auto aktiviert die Fenix das Mobilfunkmodem nur bei Bedarf. Das spart Strom, bedeutet aber auch, dass sie ohne Smartphone nicht permanent erreichbar ist. Wer jederzeit Nachrichten oder Anrufe empfangen will, muss LTE dauerhaft einschalten. Das kostet deutlich mehr Akku.

Garmin nennt für die 47-mm-AMOLED-Version beispielsweise bis zu 16 Stunden mit LTE-Livetrack, gegenüber bis zu 32 Stunden im normalen Aktivitätsmodus. Bei der 51-mm-Version sind es 27 statt 56 Stunden. Wie stark LTE im Alltag auf die Laufzeit drückt, hängt daher vor allem davon ab, wie häufig die Funkverbindung aktiv ist (oder ob dauerhaft).

Für Inreach ist ein Abo nötig. Der günstigste Enabled-Tarif kostet 10 Euro pro Monat und enthält SOS sowie sämtliche LTE-Funktionen unbegrenzt. Satelliten-Nachrichten, Wetter- und Standortabfragen werden dort einzeln berechnet – aber nur per Satellit.

Der teuerste Tarif Premium(öffnet im neuen Fenster) kostet 60 Euro und enthält vor allem mehr Satellitenkommunikation. Bei der Fenix 9 Pro Inreach entfällt die Aktivierungsgebühr, außerdem gibt es zunächst 30 Tage kostenlos.

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Garmin Fenix 9 Pro, 47 mm, GPS-Multisport-Smartwatch, Titan

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Die Abos lassen sich monatlich wechseln oder kündigen und bis zu zwölf Monate pausieren. Selbst während einer solchen Pause bleiben bei der Fenix 9 Pro Inreach SOS-Nachrichten an Garmins rund um die Uhr besetzte Notfallzentrale bis zu zwölf Monate lang kostenlos möglich.

Die Fenix 9 ist in zahlreichen Varianten erhältlich. Zur Wahl stehen 43, 47 und 51 mm, Fenix 9 oder Fenix 9 Pro, AMOLED oder bei der Pro auch Solar/MIP sowie Pro-Versionen mit und ohne Inreach. Dazu kommen unterschiedliche Farben und Armbänder.

Die Preise beginnen bei 1.000 Euro und reichen bis 1.350 Euro. Wer kaufen möchte, muss sich leider etwas intensiver mit der Modellpalette beschäftigen. Die richtige Kombination aus Größe, Display und Inreach ist nicht gerade selbsterklärend.

Zusätzliche Kosten können nicht nur durch Inreach entstehen. Garmin bietet mit Connect+ ein Premium-Abo an. Dazu gehören unter anderem KI-gestützte Active-Intelligence-Auswertungen, ein erweitertes Performance-Dashboard, Livetrack+ und ein Ernährungsprotokoll mit Kalorien und Makronährstoffen. Connect+ kostet 9 Euro monatlich oder 90 Euro pro Jahr; die normalen Funktionen von Garmin Connect bleiben kostenlos.

Fazit

Die Fenix 9 Pro hinterlässt einen fast paradoxen Eindruck. Für die weit überwiegende Zahl der Besitzer einer Fenix 8 dürfte sich das Upgrade kaum lohnen. Die Sensorik ist gleich geblieben, und viele der interessanten neuen Trainingsfunktionen sollen per Update auch auf die Vorgängergeneration kommen. Selbst die Navigation funktionierte dort bereits hervorragend.

Trotzdem kann die neue Hardware für bestimmte Nutzer einen erheblichen Unterschied machen. Die 64 GByte Speicher sind beispielsweise praktisch, wenn Karten mehrerer Kontinente auf der Uhr liegen sollen – etwa für Reisen nach Asien, ohne vorher EU- und USA-Karten löschen und neu installieren zu müssen.

Wer regelmäßig nachts unterwegs ist, bekommt mit dem zusätzlichen grünen Licht eine vielseitigere Taschenlampe. Und die wesentlich flüssigere Kartendarstellung ist zwar nicht notwendig, aber angenehm.

Der größte Punkt ist aber Inreach. Wer längere Touren abseits der Mobilfunkversorgung unternimmt, kann über Satellit Nachrichten verschicken und im Notfall Hilfe rufen. In den unterstützten Regionen kann die Fenix damit sogar ein separates Satelliten-Kommunikationsgerät überflüssig machen.

Über LTE bleibt man zudem ohne Smartphone erreichbar – nicht so universell wie mit einer Apple Watch mit Mobilfunk, dafür mit ganz anderen Outdoor-Fähigkeiten und längeren Laufzeiten.

Meine persönlichen Killerfeatures sind die neuen Leistungsdaten fürs Rudern, sowie leider Wetter und Messenger über LTE ohne Smartphone. Leider deshalb, weil ausgerechnet die beiden letztgenannten Funktionen ein weiteres Abo voraussetzen.

Unterm Strich ist die Fenix 9 Pro deshalb kein Pflicht-Upgrade: Für einige wenige Nutzer sind die Verbesserungen enorm, für viele andere beinahe nebensächlich. Wer bereits eine Fenix 8 besitzt, kann ziemlich entspannt auf die Software-Updates warten.

Wer dagegen eine kompromisslos ausgestattete Outdoor-Sportuhr mit sehr guten Karten, langer Akkulaufzeit und optionaler Kommunikation bis hin zum Satelliten-SOS sucht, bekommt mit der Fenix 9 Pro derzeit die Referenz, allerdings zu einem hohen Preis.


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