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Besseres Rudern und Rucking

Deutlich spannender finde ich die Aufwertung des Indoor-Ruderns. Garmin hat diesen Bereich nach eigenen Angaben ausgebaut, weil Rudern bei den eigenen Nutzern zu den populärsten Sportarten gehört.

Mit meinem Concept 2 samt PM5 konnte ich nach einem ausreichend intensiven Training erstmals eine eigene VO2max fürs Rudern ermitteln lassen. Dazu kommen Ruder-FTP, Laktatschwelle und eine Leistungskurve. Damit lässt sich die eigene Entwicklung ähnlich detailliert verfolgen, wie ich es von Garmin beim Laufen und Radfahren gewohnt bin. Das funktioniert in der Praxis gut und ist für mich eine der sinnvollsten Neuerungen der Fenix 9.

Ausgebaut hat Garmin außerdem Rucking, also Gehen oder Wandern mit Zusatzgewicht. Das Packgewicht lässt sich nun während einer Aktivität ändern und wird unter anderem beim Kalorienverbrauch berücksichtigt.

Neu sind zudem erweiterte Stamina-Funktionen mit Zonen und Kurven, die sowohl die langfristige Entwicklung der Ausdauer als auch die während einer Aktivität verfügbaren Reserven besser darstellen sollen.

Ein starkes Kaufargument speziell für die Fenix 9 sind diese Funktionen allerdings nur vorübergehend: Garmin will die neuen Trainingsfunktionen auch auf die Fenix 8 und andere aktuelle Modelle bringen. Bis die entsprechenden Updates dort ankommen, können allerdings noch einige Wochen oder Monate vergehen.

Deutlich schneller ist die Fenix 9 bei den Karten geworden. Garmin spricht von 50 Prozent mehr Arbeitsspeicher und einer neuen Engine, durch die sich die Ansicht bis zu 30 Prozent schneller verschieben lassen soll.

Im direkten Vergleich fällt das sofort auf, wie das Video zeigt: Beim Laufen oder Gehen dreht und verschiebt sich die Karte auf der Fenix 9 Pro wesentlich flüssiger mit der eigenen Bewegungsrichtung.

Abseits der Karten fällt der Geschwindigkeitszuwachs dagegen erstaunlich klein aus. Menüs, Widgets und andere Teile der Oberfläche reagieren allenfalls minimal schneller als bei der Fenix 8 beziehungsweise Enduro 3. Selbst im direkten Vergleich ist der Unterschied kaum wahrnehmbar.

Ganz verschwunden sind Wartezeiten auch bei den Karten nicht. Verschiebe ich die Ansicht weit oder zoome heraus, müssen bislang nicht sichtbare Bereiche erst nachgeladen werden. Unklar bleibt zudem, wie viel des höheren Tempos auf schnellere Hardware und wie viel auf die überarbeitete Software zurückgeht.

Mit dem Offline-Navi sicher ans Ziel

Nötig ist das höhere Tempo für eine zuverlässige Navigation allerdings nicht unbedingt. Mit meiner Enduro 3 habe ich auch auf langen Strecken durch Innenstädte und in weitläufigen Landschaften wirklich gute Erfahrungen gemacht. Die Fenix 9 macht daher weniger die Navigation selbst besser als deren Bedienung: Die Karte folgt Bewegungen schneller und fühlt sich unmittelbarer an.

Auch bei der normalen Akkulaufzeit bleibt die Fenix auf hohem Niveau. Wie schon beim Vorgänger hängt sie stark von Größe, Display und Einstellungen ab; insbesondere die Solarmodelle sind für lange Touren ausgelegt. Im normalen Betrieb konnte ich keine auffällige Verschlechterung gegenüber der Vorgängergeneration feststellen.

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Garmin Fenix 9 Pro, 47 mm, GPS-Multisport-Smartwatch, Titan

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Die spannendste Besonderheit gibt es bei den Fenix-9-Pro-Modellen mit Inreach. Sie können über ein eigenes LTE-M-Modem und zusätzlich über Satellit kommunizieren. Zu einer Apple Watch mit Mobilfunk wird die Fenix dadurch allerdings nicht: Sie besitzt weder eine normale SIM noch eine eigene Telefonnummer und hängt auch nicht am Mobilfunktarif des Smartphones.

Stattdessen läuft die Kommunikation über Garmins Inreach-Dienst und die Garmin-Messenger-App. Das merkt man besonders beim Telefonieren: Anrufe funktionieren ohne Smartphone über LTE-M, allerdings nur zwischen Nutzern der Garmin-Messenger-App. In meinem Test klappte das zuverlässig, auch eingehende Anrufe bei dauerhaft aktiviertem LTE kamen auf der Uhr an.

Die Sprachqualität ist deutlich blecherner als bei einem Smartphone oder einer Apple Watch, aber sehr gut verständlich; der inzwischen recht laute Lautsprecher hilft dabei. Praktisch: Nach einem ersten Messenger-Anruf taucht der Kontakt beim Gesprächspartner auch in der Anrufliste des iPhones auf.

Nachrichten funktionieren ähnlich. Ohne Smartphone nutzt die Uhr LTE-M, Textnachrichten und Check-ins können außerhalb der Mobilfunkabdeckung zusätzlich per Satellit übertragen werden.

Sprach- und Foto-Nachrichten sowie Telefonate funktionieren dagegen nicht per Satellit. Auch Livetrack benötigt LTE: Starte ich eine Aktivität, werden ausgewählte Kontakte über Garmin Messenger informiert und können meine Position und den Streckenverlauf verfolgen.


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